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„Universität und Unimedizin brauchen weitere Zuschüsse“

Wahlforum der OSTSEE-ZEITUNG im St. Spiritus mit den Direktkandidaten zur Landtagswahl: „Universität und Unimedizin brauchen weitere Zuschüsse“

Alle Parteien sichern Unterstützung zu, um Qualität der Hochschule zu halten / Hilfe auch für die Sanierung der Alten Physik zugesichert / Uni soll Nutzungskonzept vorlegen

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Auf dem Podium hatten folgende Direktkandidaten Platz genommen: Matthias Manthei (AfD, l.) aus dem Nachbarwahlkreis 29 – er vertrat den erkrankten Nikolaus Kramer – , Mignon Schwenke (Die Linke, 2.v.l.), Christian Pegel (SPD, 4.v.l.), Ulrike Berger (Bündnis 90/Grüne, 2.v.r.) und Egbert Liskow (CDU, r.). Den Abend moderierten OZ-Lokalchefin Katharina Degrassi (3.v.r.) und OZ-Redakteur Eckhard Oberdörfer (3.v.l.).

Quelle: Fotos: Kai Lachmann

Unikanzler Dr. Wolfgang Flieger: Was können die Hochschulen und die Unimedizin von der Landesregierung erwarten? Ergänzend dazu die Leserfrage von Berndt Frisch : Wie können Politiker helfen, dass die Unimedizin aus den roten Zahlen kommt?

 

OZ-Bild

Jürgen Seemann fragt nach.

David Wulff: Aus regionaler Perspektive heraus muss die Uni weiter gestärkt werden. Ob das über die Unimedizin ist und die Peripherie dichtmacht, wie es die Regierungsparteien jetzt tun, ist nicht mein Ansatz. Ich bin für Fächervielfalt. Auf alle Fälle muss es eine Volluni bleiben, mit entsprechender Mittelausstattung und fächerübergreifendem Austausch.

Egbert Liskow: Wir haben in den letzten fünf Jahren die Bafög-Millionen 1:1 an die Hochschulen gegeben und so für eine ausreichende Finanzierung gesorgt. Ausreichend ist aber nicht gut genug. Wir brauchen eine gute Finanzierung. Dafür sind noch mal 20 Millionen nötig, um Qualität in die Hochschulautonomie zu bringen.

Die Unimedizin Greifswald hat einen größeren Batzen Altschulden angehäuft. Sie hat Investitionen getätigt, die das Land hätte tätigen müssen, so bei Großgeräten und dem Mensaneubau. Das Land ist jetzt in der Pflicht zu helfen. Wenn wir nicht an der Qualität der Hochleistungsmedizin in Vorpommern rumdoktern wollen, muss da Geld reingegeben werden.

Mignon Schwenke: Auch wir unterstützen die Uni. Uni und alles, was sich an Innovationskraft drum herum entwickelt hat, ist die Chance, die Greifswald in der Strukturpolitik hat.

Bei der Unimedizin geht es ohne Zuschüsse vom Land die nächsten Jahre nicht. Alles soll sich nur rechnen, Gesundheit ist aber Daseinsvorsorge und keine Ware.

Ulrike Berger: Mit den Grünen hätte es in dieser Legislatur schon mehr Geld für die Unis gegeben. Hochschulen sollen 100 Prozent der Aufgaben leisten, aber haben nur 97 Prozent der Grundfinanzierung. Bafög ist in anderen Bundesländern bei der Grundfinanzierung als Bonbon obendrauf gekommen. Um Unis zu 100 Prozent auszufinanzieren, muss das Land 20 Millionen Euro obendrauf packen. Die Unimedizin braucht Unterstützung, um sich zu sanieren. Kann aber nicht zu Lasten der Krankenhäuser der Region gehen, also Karlsburg, Anklam und Wolgast.

Matthias Manthei: Campusfinanzierung ist ein komplexes Problem der Bundespolitik, das wird nicht in Greifswald entschieden. Wer als Lokalpolitiker hier was zusagt, macht falsche Versprechungen. Ob es mehr Geld für die Unimedizin vom Land geben muss, weiß ich nicht. Ich warne aber, die Uni nur auf die Unimedizin zu reduzieren. Eine Uni muss Vielfalt haben, ich bedauere, dass naturwissenschaftliche Fächer zurückgefahren wurden und der Hochschulsport stiefmütterlich behandelt wird. Die Unis sollen selbst entscheiden, ob sie zum Beispiel Diplomstudiengänge wieder einführen.

Christian Pegel: Der Investitionskorridor muss fortgesetzt werden. Hochschulen wissen dann bis in die 20er Jahre hinein, was umgesetzt werden kann. Gleiches gilt für Finanzierungskorridor. Die Unimedizin muss einen Teil der roten Zahlen selbst klären. Aber es gibt Dinge, da muss der Bundesrat andere Entscheidungen treffen. Es geht um schwierigere Fälle, die nicht genügend bezahlt werden.

Was wird mit der Alten Physik?

Frage von Erik von Malottki: Wie kann die Alte Physik saniert und genutzt werden? Woher will das Land die zusätzlichen zehn Millionen nehmen, die gebraucht werden?

Liskow: Es ist ein ganz wichtiges Objekt für Greifswald. Aber da der Hochschulbaukorridor ausfinanziert ist, bekommen wir das als Landesregierung nicht allein hin. Da muss der Bund mit ins Boot. Ich sehe aber gute Chancen dafür. Die Uni hat Gutachten erstellt, dass man ein Schauhaus daraus machen könnte. Aber für ein Konzept muss die Uni zusammen mit der Stadt federführend sein.

Berger: Ich finde es eine total charmante Idee, die Schätze der Uni zu zeigen, die jetzt hinter geschlossenen Türen lagern. Aber wir dürfen die Grundfinanzierung der Uni dabei nicht aus den Augen verlieren.

Wulff: Ich finde das Gebäude so schön und markant für die Uni und Stadt, dass nur eine Sanierung infrage kommt. Dann sollte dort wieder Informatik gelehrt werden. Geht das nicht, bin ich für ein studentisches Gründerzentrum.

Pegel: Zehn Millionen Euro gehen nur mit dem Bund. Aber wenn wir das obendrauf auf den Hochschulfinanzkorridor packen, klopfen auch andere Hochschulen und wollen Geld. Alle Nutzungsideen, vom Schauhaus bis zum Gründerzentrum, sind gut. Aber ein Schauhaus allein funktioniert nicht.

Schwenke: Um das Geld können wir uns ja bemühen. Es ist auch in städtischem Interesse, die vielen Schätze der Uni zu zeigen. Was genau dann ins Gebäude reinkommt, muss die Uni entscheiden.

Manthei: Ich kann doch nicht zehn Millionen Euro fordern, ohne ein Konzept zu haben. Das ist doch der zweite Schritt vor dem ersten. Die Uni sollte zunächst ihr Konzept vorlegen, dann geht es weiter.

Texte von Cornelia Meerkatz

„Wer ist mit wem gemeinsam auf Kurs?“

Jürgen Seemann nimmt Verkehrsminister Christian Pegel ins Visier: „Auf Ihren Wahlplakaten steht ,Gemeinsam auf Kurs’. Wer ist denn mit ,gemeinsam’ gemeint? Die SPD und die CDU? Oder die SPD und die Bürger? Und was ist mit dem Kurs? Von dem lese ich gar nichts. Wenn ich mir die Regierungsarbeit der letzten Jahre ansehe, denke ich an das Kreiskrankenhaus Wolgast, die Gerichtsreform, die Kreisgebietsreform... Was also ist der Kurs? Es gibt viele Dinge, wo die Bürger nicht mitgenommen wurden in Vergangenheit.

Christian Pegel: Viele Menschen haben den Eindruck, dass wir auf einem guten Weg sind und gemeinsam viel erarbeitet haben. Wir haben Wirtschaftskraft gewonnen, sind bei den Finanzen ordentlich aufgestellt, machen eine kluge Kita- und Jugendpolitik. Das will ich fortsetzen. Was das Kreiskrankenhaus Wolgast betrifft, haben wir den Mitarbeitern die Sorge genommen, dass das ganze Krankenhaus baden geht. Die Geschäftsführung hat gemeinsam mit dem Sozialministerium, der Ärztekammer und der Krankenhausgesellschaft nach Wegen gesucht, wie Wolgast langfristig stabilisiert werden kann. Dann ist der Weg gewählt worden, die Gynäkologie und die Kinderstation zu schließen, um das Krankenhaus in Gänze zu erhalten.

OZ

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