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Greifswald Viele Leser stehen hinter Arndt

Täglich erreichen die OZ-Redaktion weitere Leserbriefe zur Namensablegung der Uni Greifswald

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Dieses Foto mit Eisstrukturen am Kooser See – aufgenommen im Januar 2017 – schickte uns OZ-Leser Wolfgang Schielke. Eingefügt hat er ein Gedicht von Ernst Moritz Arndt (1769-1860). „Von mir ein stiller Gruß an den verehrten Namenspatron meiner früheren Universität“, schreibt Schielke, der von 1974 bis 1979 an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald studiert hat.

Greifswald. gewinnt durch Rückbenennung Die Rückbenennung in „Universität Greifswald“ birgt für die Stadt und für das Stadtmarketing einige Vorteile. Als EMAU war Greifswald das dritte Rad am Wagen: Erst kam „Ernst Moritz Arndt“, dann kam „Universität“, und erst am Schluss der Name der Stadt. Oft wurde er weggelassen, weil EMAU bereits eindeutig war. Das hat sich mit der Rückkehr zum alten Namen geändert: Wenn man unsere Universität meint, muss jetzt Greifswald notwendigerweise ebenfalls genannt werden. Für die Stadt und ihr Außen-Marketing ist das von großem Vorteil: Überall auf der Welt, wo die Universität auftritt, muss auch Greifswald genannt werden. Nicht zuletzt deswegen war im ersten Leitbild von Greifswald 1998/9 immer von der „Universität Greifswald“ die Rede. Dem vorausgegangen war die Entscheidung der Universität, für ihre Website und ihre Bediensteten die Adresse „uni-greifswald.de“ zu nutzen und auf „emau.de“ zu verzichten.

 

OZ-Bild

Ernst Moritz Arndt (1769-1860)

Quelle:

Professor Helmut Klüter, Greifswald Dunkles Kapitel in der Geschichte der Stadt Der Tag zur Löschung des Namen der Universität durch den Senat der Universität und die Bestätigung dieses unakzeptablen Vorganges durch die Bürgerschaft der Hansestadt, wird als dunkles Kapitel aus dem Jahr 2017 in die Geschichte der Stadt eingehen. Hier haben Demokratie-Trompeter Willkür fabriziert. Diejenigen verirrten Denker, die diese Szenerie zu verantworten haben, werden in absehbarer Zeit das Land in Richtung Heimat der Träumer verlassen haben. Zurück bleibt neben einer fassungslosen Belegschaft der Uni, eine Bevölkerung die sich fragt, wo stehen wir hier in der Gesellschaft, in unserer Heimat, so viele Jahre nach der Wende? Angesichts der politischen Strömungen an der Universität ist es erklärbar, aber nicht nachvollziehbar, warum die Bürgerschaft kein Kreuz unter der Jacke bewies. Wie will man den Bürgern jetzt unter die Augen treten?

Heiko Lange, Wolgast

Nicht der Steuerzahler soll Kosten tragen

Nach besorgten Anrufen von Freunden und Bekannten zu der skandalösen Entscheidung, Ernst Moritz Arndt aus dem Namen der Uni zu streichen, stellen sich auch für mich einige Fragen. Wer hat eigentlich diesen Punkt auf die Tagesordnung gesetzt und eine Entscheidung beantragt? Wir Greifswalder haben ein Recht darauf, dass „Ross und Reiter“ sowie das Protokoll der Sitzung öffentlich gemacht werden.

Was beinhalten eigentlich unsere Gesetze zur Verleihung und Aberkennung eines Namens? Der Senat der Uni hat diesen Namen doch nicht verliehen. Ich erwarte, dass die 24 Ja-Stimmer auch die Kosten der Umbenennung tragen und nicht der Steuerzahler. Ansonsten sollte diese Summe aus dem nächsten Etat für die Uni gestrichen werden und dafür einem Verein zugesprochen werden. Eines können sich die Ja-Stimmer ins Stammbuch schreiben: Auch noch im Jahre 2060, dem 200. Todestag von Ernst Moritz Arndt, wird dieser deutsche (pommersche) Patriot und Denker seiner Epoche geehrt werden und nach den heutigen Mitgliedern (Ja-Stimmern) dieses Senats wird kein Hahn mehr krähen. Noch ein Wort zum „Ersten Bürger“ der Stadt Greifswald: Hat der Oberbürgermeister gezeigt, dass er auch in diesem Fall ein Kämpfer für seine, für unsere Stadt Greifswald ist?

Manfred Sündram, Greifswald

Wie können Senatoren mit der Kritik leben?

Die Universität in Greifswald muss weiterhin die EMAU sein. Es ist unfassbar, wie dieser Senatsbeschluss zustande kommen konnte gegen ein mehrheitliches Votum der Studenten und auch ganz eindeutig gegen die mehrheitliche Meinung der Bürger, also undemokratisch. Wie können aufrichtige Senatoren mit diesem Versagen und der überwältigenden Kritik leben? Die Berufung auf Autonomie ist nur ein Feigenblatt, denn Autonomie setzt verantwortungsvolles Handeln voraus. Dies ist in dem Beschluss leider nicht zu erkennen.Wann gibt es im Senat den Aufstand der Anständigen? Einen Fehler zu korrigieren ist keine Schwäche, sondern zeugt von Charakter.

Den Senatoren möchte man zurufen: Befragen und reinigen Sie ihr Gewissen und empfinden Sie weiterhin Freude und Stolz, Angehöriger der EMAU zu sein! Befreien Sie sich von dem Gruppenzwang, der von einigen Ideologen ganz offensichtlich in den Senat hineingetragen wurde.

Für diejenigen, denen es schwerfällt oder unmöglich ist, sich öffentlich von ihrer fehlerhaften Entscheidung zu lösen, sollte eine Ombudsstelle eingerichtet werden, besetzt mit allseits anerkannten und vertrauensvollen Persönlichkeiten, wie Ehrensenatoren und emeritierten verdienstvollen Professoren.

Der unsägliche, ausschließlich von einer Ideologie bestimmte Beschluss darf nicht wirksam werden.

Dietrich Schultz Durften die Obersten nicht anders handeln?

Der Oberbürgermeister und unsere Bürgerschaftspräsidentin stellen sich gegen ihre Greifswalder Bürger. Für mich völlig unverständlich! Wahrscheinlich sind hier ganz andere politische Dinge im Spiel, die nichts Gutes erahnen lassen. Kann es sein, dass der Oberbürgermeister und Frau Socher nicht anders handeln durften?

Kasanndra Mellentin, Greifswald

Aus der Geschichte lernen Die Taktik, mit der die „Skandalisierungskampagne“ gegen unsere Ernst-Moritz-Arndt-Universität gestartet und 20 Jahre durchgezogen wurde, sollte uns bei näherer Betrachtung sehr zu denken geben. Es fällt auf, dass tatsächlich nur unsere Einrichtung angegriffen wurde und in nahezu allen Argumentationen der Arndtgegner diese sehr vielseitige und vielschichtige Persönlichkeit aus ihrem historischen Umfeld herausgelöst und auf die Begriffe Nationalismus, Rassismus und Antisemitismus reduziert wurde. Die Verurteilung der Person erfolgte stets medienwirksam nach heute üblichen Kriterien. Gefühlsmäßig wurde die Persönlichkeit Arndts in die Nähe von Hitler gedrängt. Dabei geht eindeutig aus der Geschichte hervor, das Arndt in seiner Zeit gegen eine Fremdherrschaft antrat, während der andere in seiner Zeit eine reale errichtete, mit grausamen Folgen für alle Seiten. Wir müssen uns unserer Geschichte stellen und aus ihr lernen. Ein Weglassen oder gar Umschreiben öffnet der Manipulation Tür und Tor.

Orwells mehrmals genannter Roman „1984“ ist keine Regieanweisung, er ist eine Mahnung. So böse es auch klingen mag, diese 20-jährigen Geschehnisse sind genau genommen "nur" ein aufgebauschtes regionales Problem. Es lenkt jedoch von den viel wichtigeren gegenwärtigen Problemen ab.

Im DDR-Wortschatz gab es den Begriff „friedliche Koexistenz“, was war das noch?

Wer redet zum Beispiel über die Salt-Verträge und wer sie unterlaufen bzw. gekündigt hat. Erinnert sich noch jemand an die Äußerung einer ehemaligen US-Ministerin, man wolle rund neun Milliarden Dollar nicht umsonst in einen Regimewechsel in der Ukraine investiert haben? Warum spielt es für Rechtsstaaten völkerrechtlich keine Rolle mehr, dass ein Staatsoberhaupt in der Wodkalaune eine Große Halbinsel mit Mann und Maus an eine befreundete Unionsrepublik verschenkt? Wie kommt es, dass in kurzer Zeit der ganze arabische Gürtel in Krieg und Chaos versinkt? Sichern die Truppen einiger hochindustrieller Mächte die Ölfelder dieser Staaten aus Umweltschutzgründen? Warum bauen die Russen ihre Gardepanzerarmee wieder auf, die hatten sie doch nach dem Zusammenbruch fast vergessen? Die NATO wollte sich doch nicht bis an die russische Grenze erweitern, oder? Kam keiner auf die Idee, Friedensverträge abzuschließen, statt Messer zu wetzen? Die Russen wollen demnächst Kurzstreckenraketen in ihrer Enklave stationieren. Wer garantiert uns Europäern eigentlich, dass die Navis der US-Panzer bei ihren Paraden an der Grenzen zu Russland immer richtig funktionieren?

Deutsche Panzer mit den Rohren gen Osten hatten wir doch auch schon, vergessen? In einem modernen Krieg gibt es keine Vorwarnzeiten, keine Grenzen, keine Moral und definitiv keine Sieger. Orwell lässt grüßen. Erkennen wir die wahren Probleme und deren Verursacher nicht und vergessen wir immer wieder Geschichte und schaffen uns eine neue, brauchen wir uns um Namen keinen Kopf machen, Ruinen brauchen keinen.

Wir sollten die demokratische Abstimmung im Januar 2010 endlich respektieren.

Wenn die Uni ihre Wahlmodi modernisiert, ist es ihre Sache. Diese, mit Bulldozermentalität durchgezogene Aktion hat wirklich sehr tiefe Gräben gerissen. Das war aber erkennbar. Erscheint mir für solch eine Stätte der Wissenschaft und Lehre, im Verbund mit ihrer Universitätsstadt irgendwie unwürdig. Wir sollten eher stolz sein, dass ein alter Name mit so viel gutem neuen Inhalt von vielen erweitert wurde. Vielleicht ziehen beide daraus eine Lehre und rufen alle deutschen Universitäten zur offenen Geschichtsaufarbeitung in Verbindung mit einem Friedensbekenntnis auf.

P. Wieck, Greifswald Initiatoren müssen ihr Votum erklären Es wurde darauf hingewiesen, dass die Entscheidung umstritten ist. Deshalb ist es meines Erachtens notwendig, dass der Initiator dieser Aktion und mehrere studentische Senatoren in einem größeren OZ-Beitrag darlegen können, warum sie das Ablegen des Namens „Ernst Moritz Arndt“ für unbedingt erforderlich gehalten haben.

Dr. Fritz Riemer, Grevesmühlen Ablegen des Namens ist kleingeistig In Greifswald aufgewachsen, höre und lese ich mit Entsetzen, dass die Ernst-Moritz-Arndt-Universität umbenannt werden soll. Generationen von Freunden und Verwandten haben an der Ernst-Moritz- Arndt-Universität studiert bzw. gearbeitet. Selbst die DDR hat den Namen beibehalten, Arndt als „Kämpfer gegen Feudalismus“ gewürdigt. Ein Vorpommer, der aus einer Bauernfamilie stammte, Professuren in Greifswald und Bonn inne hatte, als Freiheitskämpfer gegen Napoleon in Schrift und Tat wirkte und auch in die Nationalversammlung einberufen wurde, soll nun verdammt werden. Das antijüdische Denken war in den Jahren des 19. Jahrhunderts und vorher weit verbreitet. Wenn man das auf die Spitze treiben wollte, müsste man sogar das „Lutherjahr“ abschaffen. Hier tut sich meines Erachtens ein kleingeistiges Verhalten auf, das den Verdiensten nicht im Geringsten Rechnung trägt.

Prof. Peter Eymann, Lübeck

Bildungsministerium muss Ablegung des Uninamens Ernst Moritz Arndt noch genehmigen

Der am 18. Januar vom Senat der Universität gefasste Beschluss, den Namen Ernst Moritz Arndt abzulegen, ist noch nicht in Kraft. Er muss laut Landeshochschulgesetz vom Bildungsministerium genehmigt werden. Wie ein Ministeriumssprecher sagte, wird der Senatsbeschluss auf das rechtmäßige Zustandekommen und auf die Vereinbarkeit mit dem Landeshochschulgesetz hin überprüft. Inhaltliche oder Zweckmäßigkeitserwägungen spielten bei der Prüfung keine Rolle, da es sich um eine Selbstverwaltungsangelegenheit der Universität handele, hieß es weiter.

Die zwöf studentischen Senatoren hatten die Namensablegung beantragt und damit begründet, dass das Festhalten am umstrittenen Namenspatron die angestrebte verstärkte Anwerbung internationaler Studenten und Wissenschaftler und die Vermarktung der 1456 gegründeten Hochschule als Ort einer fortschrittlichen Wissenschaft erschwere.

Einige Historiker kritisieren , der Publizist Ernst Moritz Arndt sei antisemitisch und nationalistisch gewesen. Die Nationalsozialisten sahen in ihm einen Vordenker. Andere loben Arndts Kampf für die deutsche Einheit und Demokratie im 19. Jahrhundert. Bundesweit sind Straßen, Schulen und Kasernen nach ihm benannt.

OZ

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