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Greifswald Wahlkampf: Werben, wo die Sachsen Urlaub machen
Vorpommern Greifswald Wahlkampf: Werben, wo die Sachsen Urlaub machen
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00:00 27.08.2014
An der Rostocker Chaussee in Stralsund wirbt ein großes Plakat für den Spitzenkandidaten der sächsischen SPD. Quelle: Alexander Müller
Greifswald

Wer in diesen Tagen durch die Wolgaster oder die Stralsunder Straße fährt, könnte meinen, er befindet sich in Sachsen. Auf riesigen Schildern macht dort nämlich der Spitzenkandidat der sächsischen SPD, Martin Dulig, Werbung für die Landtagswahl im Freistaat — 460 Kilometer von Dresden entfernt. Das Plakat ist eines von 15, welche die Sozialdemokraten an der ganzen Ostseeküste aufgestellt haben. Allein jeweils fünf Stück stehen in den Hansestädten Greifswald und Stralsund. Außerdem wurden Werbeflächen in Wolgast, Heringsdorf, Bergen und Sassnitz beklebt.

Die SPD folgt damit einem Trend, den viele Parteien für sich entdeckt haben: Dort werben, wo andere Urlaub machen. Jährlich verbringen laut Tourismuszentrale Mecklenburg-Vorpommern mehr als 500

000 Menschen aus Sachsen ihren Urlaub im Nordosten. „Dass die Parteien so einen Aufwand betreiben, um bei uns Werbung zu machen, zeigt doch, wie attraktiv unser Land für die Sachsen ist. Ob sie aber im Urlaub eine Wahlentscheidung treffen wollen, sei mal dahingestellt“, sagt Verbandssprecher Tobias Woitendorf.

Die Linken haben Anfang August ihre traditionelle Tour durch die Ostseebäder unternommen, bei der auch Bodo Ramelow und Rico Gebhardt, die Spitzenkandidaten für die kommenden Wahlen in Thüringen und Sachsen, mit im Bus saßen. Dabei waren sie unter anderem in Zinnowitz und Graal-Müritz zu Gast. Die Alternative für Deutschland hat das Motto „Wir strampeln uns für Sie ab“ ausgerufen. Die Vorsitzende Frauke Petry und ihr Gefolge radelten in diesem Monat von Rügen über Stralsund bis nach Fischland-Darß-Zingst.

Hinter dem Phänomen, dass die Strände in diesem Jahr zur Wahlkampf-Arena für ein weit entferntes Bundesland werden, steckt ein politischer Streit. Die sächsische Opposition wirft der schwarz-gelben Regierungskoalition vor, den Termin für die Wahl aus strategischen Gründen absichtlich in die Ferien gelegt zu haben. Sie meint, damit spekuliere das Bündnis um Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) auf eine geringe Wahlbeteiligung. „Wir wollen aber, dass die Menschen gut informiert über die Zukunft ihres Heimatlandes entscheiden können. Also fahren wir dorthin, wo sich viele Menschen aus Sachsen gerade aufhalten“, sagt SPD-Spitzenkandidat Martin Dulig.

Die CDU weist solche Anschuldigungen naturgemäß weit von sich — und verpasst der Konkurrenz gleichzeitig einen Seitenhieb für ihre neue Werbemasche an der Küste. „Die Ostsee bedeutet für uns gutes Wetter, nette Leute und leckeren Fisch. Wahlkampf hat im Urlaub jedoch nichts zu suchen. Das ist schließlich keine Spaßveranstaltung“, sagt Generalsekretär Michael Kretschmer.

Trotz Plakataktion: Umfragen sehen CDU vorn
Die Plakataktion an der Ostsee scheint der sächsischen SPD nicht viel geholfen zu haben. Laut einer Umfrage des ZDF liegt die CDU eine Woche vor der Wahl am Sonntag deutlich vorn.
Demnach käme die Union auf 39 Prozent. Die Linke würde 20 Prozent und die SPD 15 Prozent bekommen. Die AfD wäre mit sieben Prozent ebenso im Landtag wie die Grünen mit sechs Prozent. Die NPD könnte mit fünf Prozent rechnen. Bisherige Umfragen hatten die Rechtsextremen noch unter der Fünf-Prozent-Hürde gesehen. Die FDP käme laut „Politbarometer“ lediglich auf drei Prozent. Sachsen ist das letzte Bundesland, wo die Liberalen noch in einer Regierung sitzen.



Alexander Müller

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