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Wahlunterlegene machen weiter Politik

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Die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der AfD ist differenziert / SPD lehnt Gespräche ab

Insel Usedom/Wolgast. Das Direktmandat bei der jüngsten Landtagswahl am 4. September sicherte sich im Wahlkreis 30, wie berichtet, der AfD-Mann Prof. Ralph Weber. Mit 35,8 Prozent holte der Greifswalder Jurist deutlich mehr Stimmen als seine Partei (32,7 Prozent), was ihm zu einer starken Position innerhalb seiner Fraktion verhilft.

 

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„Wenn es im Interesse der Bürger ist, bin ich zu Gesprächen bereit.“Karl-Heinz Schröder (CDU)

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„Ich rede mit der AfD. Wenn ich nicht weiß, was sie denkt, kann ich mich auch nicht auseinandersetzen.“Bernd Lange (FDP)

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Wie sieht nun die politische Zukunft seiner Mitbewerber aus?

Der Vorsteher des Usedomer Südamtes und Benzer Bürgermeister Karl-Heinz Schröder (CDU) hatte 19,1 Prozent der Erststimmen eingefahren, seine Partei lediglich 17,8 Prozent. Nach dem missglückten Einzug in den Landtag will Schröder seine kommunalpolitischen Aktivitäten fortsetzen. „Ich habe im Vorfeld der Wahl bekundet, dass ich meine Ämter behalten will. Das werde ich nun tun und auch meine Arbeit im Kreistag und als Vorsitzender des Tourismusausschusses intensivieren. Ich werde helfen, die touristische Infrastruktur der Region zu gestalten. Da gibt es viel zu tun“, so der CDU-Mann. Auf die Frage nach seiner Bereitschaft, mit Ralph Weber zusammenzuarbeiten, sagt er: „Wenn es im Interesse der Bürger ist, bin ich zu Gesprächen bereit. Eine Zusammenarbeit kann ich mir nicht vorstellen. Zum einen unterstelle ich ihm, dass er die Insel nicht genug kennt. Zum anderen vertritt er eine politische Haltung, auf deren Grundlage ich mir eine eher schlechte als gute Zusammenarbeit vorstelle.“

Falko Beitz (SPD) : „Ich setze mich weiter als stellvertretender Bürgermeister für die Gemeinde Stolpe und im SPD-Ortsverein Insel Usedom ein und bleibe Geschäftsführer des SPD-Kreisverbandes Vorpommern-Greifswald“, sagt Beitz, der im Wahlkreis 30 bei der Erststimmenwahl mit 18 Prozent ein Prozent weniger punktete als seine Partei und damit auf Listenplatz 32 landete. 26 Sitze hat die SPD im Landtag ergattert, so dass der Stolper nicht damit rechnet, noch in die Fraktion zu kommen. Für die Probleme der Region will er sich weiter einsetzen. „Wie im Wahlkampf angekündigt, werde ich mich bei den begonnenen Koalitionsverhandlungen unter anderem für die Festschreibung der Verbandsgemeinde mit gemeinsamem Erhebungsgebiet einbringen. Außerdem liegen mir die Verkehrsprobleme der Region am Herzen.“ Unter anderem gehe es um mehr Kreisverkehre auf der B 111 und die Ortsumgehung Wolgast. Die sei zwar im Bundesverkehrswegeplan festgeschrieben, die Region müsse aber bei der zügigen Umsetzung helfen. Nach seiner Haltung zu einer Zusammenarbeit mit dem Gewinner des Direktmandats, Prof. Ralph Weber, befragt, sagt Beitz: „Die SPD ist Regierungspartei. Wenn ich in der Regierung regionale Probleme anbringen will, werde ich das direkt tun. Ich sehe keinen Grund, mit der AfD zusammenzuarbeiten. Das würde auch inhaltlich nicht funktionieren.“

Der Linke Lars Bergemann (17,4 Prozent der Erststimmen) hatte bereits öffentlich erklärt, grundsätzlich mit Prof. Ralph Weber kooperieren zu wollen. Via Facebook hatte er angekündigt, er wolle dem im Wahlkreis erfolgreichen AfD- Mann den Dialog anbieten (Die OZ berichtete). „Das gilt auch für alle anderen, diesmal unterlegenen Kandidaten. Ich werde unabhängig von meinen Mandaten im Kreistag und im Wolgaster Stadtparlament weiter für die lokalen Themen kämpfen. Vor allem für das Krankenhaus. Ich bin viel zu sehr lokal verwurzelt, als dass ich jetzt aufgeben könnte.“ Bergemann plädiert für ein Treffen unter den Kandidaten, um die im Wahlkampf thematisierten Probleme der Region gemeinsam zu besprechen und Lösungsvorschläge nach Schwerin zu tragen. Sein Arbeitsverhältnis als Mitarbeiter im Büro der Landtagsabgeordneten Jeannine Rösler endet zum 31. Oktober.

Harald Heß holte am 4. September für die Achtsamen Demokraten 3,6 Prozent der Erststimmen. Der Wolgaster sitzt in der gemischten Fraktion SPD/Achtsame Demokraten im Stadtparlament. „Hier werde ich mich weiter aktiv für Wolgast engagieren, vor allem im Bauausschuss“, sagt der Techniker. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schließt er aus. „Wenn ich mit der AfD zusammenarbeiten wollte, wäre ich in die AfD eingetreten. Wir müssen nun aber den Direktkandidaten Ralph Weber gemeinsam in die Mangel nehmen, damit er die Region in Schwerin vertritt“, sagt der Wolgaster.

Bernd Lange (FDP) bekam 3,4 Prozent der Erststimmen. Seine Arbeit als stellvertretender Kreisvorsitzender und Mitglied des Landesvorstandes der Liberalen will er fortsetzen. Der Fachbereichsleiter im Anklamer Rathaus engagiert sich auch weiter auf kommunaler Ebene – er ist Mitglied der Gemeindevertretung seines Heimatortes Neu Kosenow und leitet deren Finanzausschuss. Zur Diskussion um eine Zusammenarbeit mit der AfD hat Lange eine klare Meinung: „Ich rede mit der AfD. Wenn ich nicht weiß, was der andere denkt, kann ich mich auch nicht mit ihm auseinandersetzen.“

Olaf Evers , der am 4. September 2,7 Prozent der Erststimmen für Die Grünen im Landtag holte, war aus Krankheitsgründen nicht erreichbar. Der 23-Jährige ist Philosophiestudent an der Greifswalder Uni und gilt als Politikneuling.

Angelika Gutsche

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