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Wiecker Brücke: jedes zweite Auto ohne Fahrberechtigung

Greifswald Wiecker Brücke: jedes zweite Auto ohne Fahrberechtigung

Nach einer Polizeikontrolle kündigt Arbeitsgemeinschaft für den kommenden Sonnabend eine Demo an.

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Sebastian Heiden (links) und Kommissarin Annelie Utke im Zwiegespräch.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Freie Fahrt auf der Klappbrücke Wieck, nachdem die Inbetriebnahme des neuen Pollers zum dritten Mal in Folge scheiterte (die OZ berichtete). Einheimische mit und ohne Ausnahmegenehmigung sowie Touristen brettern ungehindert über das Denkmal im Greifswalder Fischerdorf.

Grund für die Polizei, vergangenen Sonnabend Kontrollen vorzunehmen. Kommissarin Annelie Utke: „Jeder zweite Autofahrer war nicht berechtigt, die Brücke zu passieren.“ Wirklich erschreckend sei aber, „dass die Fahrzeugführer erklärten, nicht zu wissen, dass eine Überquerung verboten ist“, berichtet Utke. „Das ist ein totaler Witz“, schimpft Sebastian Heiden von der Arbeitsgemeinschaft (AG) Wiecker Brücke. Immerhin würden 45 (!) von den Behörden installierte Schilder auf das Querungsverbot aufmerksam machen.

Derweil ächzt die Brücke unter dem Autoverkehr. Radfahrer sowie Fußgänger müssen um ihre Gesundheit bangen. „Jeder fährt, wie er will. Ohne Rücksicht“, sagt eine 66-jährige Frau. Ihren Namen will sie nicht verraten: „Ich habe einige Fahrer angesprochen, die meinten dann, ich solle das Maul halten.“ Kontrollen gäbe es viel zu wenige. „Die Behörden scheinen kein Geld zu benötigen — die Brücke ist als Fuß- und Radweg gekennzeichnet. Wer diesen unberechtigt benutzt, muss 40 Euro zahlen und erhält einen Punkt in Flensburg“, schimpft Anwohner Wolfgang Schnell. Der 69-Jährige besitzt eine Überfahrtgenehmigung.

Eine Zählung am Wochenende ergab binnen 75 Minuten 96 Kraftfahrzeuge. Auch deshalb hat die AG für kommenden Sonnabend eine Großkundgebung angekündigt. Ziel sei es, „Aufklärungsarbeit zu leisten, den Interessierten die Zusammenhänge zu erklären und eine Sperrung der Brücke für den Autoverkehr zu verhindern“, so Heiden. Oberbürgermeister Arthur König hatte eine solche Sperrung bei weiteren Problemen mit der Polleranlage nicht ausgeschlossen. Die Demonstration werde zeigen, dass weder die berechtigten, noch die widerrechtlichen Benutzer Schuld am Pollerdrama seien, so Heiden: „Wir werden zeigen, dass schlichtweg ein Totalversagen der Stadt und der betreffenden Firmen vorliegt.“

Derzeit seien 900 Ausnahmegenehmigungen für Anwohner und Gewerbetreibende aus Ladebow und Wieck im Umlauf. Das Dokument ist für Ortsansässige drei Jahre gültig und kostet 10,20 Euro plus 50 Cent pro Überfahrt. „Gewerbetreibende zahlen bis zu 600 Euro jährlich, um sich die etwa 15 Kilometer Umweg über Greifswald zu sparen“, erklärt Heiden. Demo: Sonnabend von 10-11.30 Uhr an der Wiecker Klappbrücke

 

mt

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