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Yachten, Plasmen und jede Menge Selfies

Greifswald Yachten, Plasmen und jede Menge Selfies

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Wahlkampftour in Greifswald

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Gruppenbild mit Kanzlerin: Die Hanseyachts-Vorstände Sven Göbel (l.) und Jens Gerhardt (r.) nahmen Merkel in ihre Mitte.

Greifswald. Nach gefühlten 200 Selfies, Dutzenden geschüttelten Händen, einer Bratwurst und einem Glas pommerscher Leberwurst war der gut einstündige Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Greifswalder Innenstadt beendet. Die CDU hatte zur Unterstützung im Landtagswahlkampf gestern ihr personell stärkstes Geschütz aufgefahren. Greifswald gehört seit 2013 zum Wahlkreis der Kanzlerin.

OZ-Bild

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf Wahlkampftour in Greifswald

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Dorothea und Hans Buchenroth, Urlauber aus dem Großraum Stuttgart, drückten nach dem Foto mit ihr im Schuhhagen selig das Handy an die Brust. „Was für eine Freude, diese Frau so hautnah zu erleben.

Und dann noch in dieser schönen Stadt “, schwärmten sie. Glücklich über ein Foto mit der Kanzlerin waren auch Hans und Helga Schmittke aus Olsberg (Nordrhein-Westfalen). „Da waren wir genau zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort“, so die Rentner.

Ina Schulz aus Löcknitz schiebt sich vorsichtig von der Seite ran: „Darf ich Ihnen die Hand geben?“ „Klar“, meint Merkel schmunzelnd und fragt, was sie nach Greifswald führe. „Mein Mann bekommt hier Chemo. Wenn ich ihm erzähle, dass ich Sie getroffen habe, geht´s bestimmt besser. Wir bewundern sie. Gut sehen Sie aus“, sagt sie. Die Kanzlerin freut sich, wünscht alles Gute – und muss fürs nächste Foto mit einer Oma und Enkel herhalten. Im Blumenladen von Roland Troge hört Angela Merkel, dass es das Geschäft bereits seit 1919 in Greifswald gibt und ist beeindruckt. Nur wenige Meter entfernt ist der Laden „Fisch 13“, wo Merkel im Vorjahr ein Fischbrötchen namens „Pflaumenaugust“ kaufte. Diesmal gab es ein fröhliches Hallo, dann ging es ins Sporthaus von Thomas Mundt: Der Geschäftsinhaber und CDU-Mann versorgt die Kanzlerin mit einem Paar Socken – fürs Stehvermögen. Noch fix an den Wahlkampfstand des CDU-Direktkandidaten Egbert Liskow, dann hat Robert Kriewitz seine große Stunde: Der Imbissbetreiber reicht Bratwurst über den Tresen. „Hm, schmeckt“, lobt Angela Merkel. Das letzte Foto, ehe sie in der dunklen Limousine davonfährt, gibt es für die beiden Marktfrauen Edeltraud Honig und Petra Spiering. „Das muss anstrengend sein, immer so beguckt und angefasst zu werden“, raunt die eine noch.

Anstrengend war der gut vierstündige Aufenthalt in Greifswald ganz sicher. Zunächst landete sie im Hubschrauber auf dem Westplatz des Volksstadions. Jette Schramm, Nachwuchskickerin beim Greifswalder FC, hieß die Bundeskanzlerin im Namen aller Teilnehmer eines gerade stattfindenden Fußballferiencamps in Greifswald willkommen und überreichte ihr kleines Souvenir vom GFC.

Im Anschluss begann der offizielle Teil. Merkel besuchte in Greifswald Europas zweitgrößten Yachtbauer und das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP). Hanseyachts baut 600 Boote im Jahr und ist eines der größten privatwirtschaftlichen Unternehmen der Region. „Hier wird Weltklasse produziert für die Weltmeere“, lobte sie. Die Entwicklung des Unternehmens sei beeindruckend, wenn auch nicht einfach gewesen. Hanseyachts habe dasselbe Problem wie viele andere Arbeitgeber: Wo bekommen sie Fachkräfte her? „Da kann man Hanseyachts nur danken, dass sie 44 Ausbildungsplätze anbieten“, fand Merkel. Aktuelle Fragen, etwa nach ihrer Kanzlerkandidatur oder politischen Zielstellungen, ließ sie nicht zu. Dennoch hinterließ sie bei vielen in der Belegschaft, mit der sie sich auch fotografieren ließ, einen positiven Eindruck: „Sie war sehr wissbegierig“, sagte etwa Betriebsrat Alexander Herbst. Sein Kollege Ronny Riechert meinte, Merkel sei erstaunt gewesen, dass Yachten wie „ganze Wohnungen“ seien.

Die rechtsextreme NPD versuchte unterdessen, die Harmonie zu stören. Die Polizei drängte das Fahrzeug des Landesfraktionsvorsitzenden Udo Pastörs seinen Angaben nach von der Straße ab und schnitt die Kabel des Lautsprechers durch. Die Polizei bestätigte dies gestern nicht. Rund 25 Parteianhänger gesellten sich dazu. Die Polizei stockte ihre Präsenz wegen der nicht angemeldeten Aktion von 40 auf mehr als 60 Kräfte auf und prüft nun eine Anzeige wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz.

Hanseyachts macht mit bei „fifty-fifty“

Um die Integration von Flüchtlingen voranzubringen, hat die Arbeitsagentur ein Programm namens „fifty-fifty“ entwickelt. Die Teilnehmer werden dabei im wöchentlichen Wechsel in einem Betrieb arbeiten und einen Integrationskurs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge besuchen. Somit sollen sie besser aufs Arbeitsleben vorbereitet werden und erlernte Sprachkenntnisse unmittelbar anwenden können. Die Hanseyachts AG beteiligt sich als Arbeitgeber an dem Programm. „Es ist schön die neuen Mitbürger zu erleben und ihnen eine Chance geben zu können, ihre handwerklichen Talente bei uns zu verwirklichen“, sagt Vorstandssprecher Sven Göbel. Das Unternehmen hofft nun auf viele interessierte Bewerber.

Cornelia Meerkatz, Kai Lachmann und Werner Franke

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