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Politiker fordern ein Denkmal für Rudolf Petershagen

Rosengarten: Stadt erwägt Umgestaltung, Ideen gibt es viele Politiker fordern ein Denkmal für Rudolf Petershagen

Vernachlässigter Teil des Rosengartens müsste schön gemacht werden, finden viele / Bürgerschaftsmitglieder schlagen vor: Über die Ehrung sollten Bürger entscheiden

Greifswald. Rudolf Petershagen verdient eine weitere Ehrung in der Hansestadt, das meinen der Bürgerschaftsabgeordnete André Bleckmann und der Kreisvorsitzende der FDP, David Wulff. Ihre Idee: ein Denkmal im Rosengarten in der Rudolf-Petershagen-Allee sollte für den Greifswalder Kampfkommandanten von 1945 errichtet werden.

„Das hätte ich mir schon gut zum 70. Jahrestag der kampflosen Übergabe der Stadt an die Rote Armee 2015 vorstellen können“, sagt Bleckmann. Da der Rosengarten aber verwahrlost sei, besonders am westlichen Ende, kam zu diesem Zeitpunkt ein solches Denkmal nicht in Frage. Aus Sicht von Wulff und Bleckmann wäre dieser Bereich der Anlage besonders geeignet. „Aber zuerst muss der Rosengarten neu gestaltet werden“, sagt Bleckmann. Im Zuge der Neugestaltung sollte dann das Denkmal für Petershagen errichtet werden.

In der Stadtpolitik ist es weitgehend Konsens, dass am Rosengarten etwas getan werden muss. Der Bereich des Brunnens mit den Betonplastiken von Jo Jastram wirkt trostlos. Letzte Schätzungen gehen davon aus, dass eine Neugestaltung inklusive Denkmalsanierung knapp 600000 Euro kosten würde.

Frank Hardtke (Kompetenz für Vorpommern) unterstützt die Denkmalidee für Petershagen im Zuge einer Umgestaltung zu einer anspruchsvollen Erholungsanlage. Das entsprechende Geld müsse dafür bereitgestellt werden.

Nikolaus Kramer (Alternative für Deutschland) findet die Denkmalidee zwar charmant. Aber nach Petershagen seien bereits eine Allee und eine Kindertagesstätte benannt, zudem gebe es Gedenktafeln.

Darum sei die Aufstellung eines Denkmals der Bevölkerung nicht zu vermitteln. Es gebe genug andere Probleme. Ähnlich sieht es CDU-Fraktionschef Axel Hochschild. Wenn Geld vorhanden sei, solle es lieber in die Aufwertung und Pflege des Rosengartens investiert werden, sagt er. „Zumal der ,Kanzler der Einheit’ immer noch leer ausgeht.“

„Die Überplanung steht auf der Liste möglicher Investitionsvorhaben der Verwaltung für die nächsten Jahre“, erinnert Jörn Kasbohm, Fraktionsvorsitzender der Linken. „Es ist also der richtige Zeitpunkt, eine öffentliche Diskussion über die künftige Funktion und Gestaltung des Rosengartens zu beginnen.“ Ein Denkmal für Petershagen und Mitstreiter sollte dabei eine Rolle spielen, meint Kasbohm.

Eine öffentliche Debatte mit offenem Ausgang unter Einbeziehung der Bürger unterstützen die Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Alexander Krüger, und der SPD, Andreas Kerath. Ob ein Denkmal an dieser Stelle aufgestellt werde, sollte nicht Politiker, sondern Einwohner entscheiden. „Wenn es keine Mehrheit für ein Petershagen-Denkmal an dieser Stelle gibt, kann man selbstverständlich über andere Standorte nachdenken.“ Wichtig ist Kerath, dass im Zuge der Neugestaltung das seiner Ansicht nach ungelöste Problem der Einmündungen in die Rathenaustraße berücksichtigt wird.

Ideen für einen runderneuerten Rosengarten gibt es einige. Jörn Kasbohm erinnert an das von Studenten vorgebrachte Konzept des urbanen Gartenbaus: Die Flächen würden dann gärtnerisch genutzt. Bei der Umsetzung dieser Vorstellung solle man mit den Betreibern der anliegenden Gaststätten zusammenarbeiten. Urbanes Gärtnern findet auch Alexander Krüger erstrebenswert, neben Sitz-, Sport- und Spielmöglichkeiten.

Eckhard Oberdörfer

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