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Greifswald Politiker warnen: Zu viele Betten auf Usedom
Vorpommern Greifswald Politiker warnen: Zu viele Betten auf Usedom
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00:06 24.02.2017
Im Norden der Insel gibt es Pläne für touristische Großvorhaben. In Karlshagen soll an dieser Stelle ein neues Hotel entstehen. Quelle: Foto: Oz
Greifswald

Immer mehr Menschen machen Urlaub auf Usedom – was nach Meinung von Kommunalpolitikern zum Problem werden könnte. 2016 wurden knapp 5,4 Millionen Übernachtungen inklusive Zeltplatzaufenthalte gezählt. Das waren 4,7 Prozent mehr als 2015 und fast 90 Prozent aller Übernachtungen im gesamten Kreis Vorpommern-Greifswald. Die Statistik des Landesamtes erfasst nur Betriebe mit mindestens zehn Betten.

Schon jetzt platzt die Insel im Sommer aus allen Nähten. Noch mehr Betten gehen nicht, waren sich die Mitglieder des Tourismusausschusses des Kreises am Mittwochabend in Greifswald einig. Doch 10

000 seien über Bebauungspläne allein auf der deutschen Seite noch vorgesehen, informierte Dezernent Jörg Hasselmann (CDU). „In Swinemünde sind es noch viel mehr.“ Eine drei Jahre alte Statistik nennt als maximales touristisches Bettenangebot der Insel Usedom 44362 – allein 14685 in den Kaiserbädern. Hasselmann forderte Infrastrukturmaßnahmen von Bund und Land, um die Probleme in den Griff zu bekommen.

Die Ausschussmitglieder malten ein düsteres Bild der Situation: Lange Staus, das Usedomer Trinkwasser müsse zum Teil schon jetzt vom Festland importiert werden, die Usedomer Bäderbahn schaffe es zeitweise nicht, alle mitzunehmen. In der Gastronomie und Hotellerie fehle Personal, sagte der Chef des Usedomer Tourismusverbandes, Sebastian Ader. Er habe sich darum an Arbeitsagenturchef Heiko Miraß gewandt, damit Ukrainer eine Arbeitserlaubnis erhalten. Die würden sofort Lücken stopfen können. In Polen dagegen sei der Arbeitsmarkt inzwischen leergefegt, so Ader. Beim Gästewechsel an den Sonnabenden fehle schon Reinigungspersonal, ergänzte Ausschussmitglied Michael Raffelt. „Wieso fördert das Land in dieser Situation noch den Bau neuer Betten?“, fragte er.

Ausschussmitglied Günter Jikeli fordert, dass die Regierung statt für Hotels Geld für Wohnbauten für die Beschäftigten im Tourismusgewerbe ausgibt. Dafür gebe es einen großen Bedarf.

Indes sind die Einflussmöglichkeiten des Kreises begrenzt, wenn das Baurecht eingehalten wird, soAusschutzvorsitzender Karl-Heinz Schröder (CDU). „Die Planungshoheit liegt bei den Gemeinden.

Bestehende Bebauungspläne können Investoren durchsetzen.“ Er erinnerte an Großvorhaben in Peenemünde, Karlshagen und Heringsdorf. Immer neue Hotelbauten würden die Finanzierung des Eigenheimbaus am Achterwasser erschweren. „Die Bürger wollen Häuser mit Einliegerwohnungen für Gäste errichten“, so Schröder. Kommen keine Touristen, funktioniert das nicht. „Der Wasser- und Abwasserverband sollte bei Neubauten negative Stellungnahmen abgeben“, schlug Schröder vor. „Auf Hiddensee hat das funktioniert.“

Als erste Maßnahme soll der Landkreis die Kommunalpolitiker über die Situation aufklären. Im April will man mit Gemeindevertretern die Probleme erörtern eob

.

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