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Polizei bewacht Karussells und Stände

Greifswald Polizei bewacht Karussells und Stände

Nach dem Anschlag in Berlin gelten erhöhte Sicherheitsvorkehrungen

Greifswald. Der schreckliche Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt sorgt in Greifswald für Trauer und Unsicherheit. Der Greifswalder Markt hat zwar heute seinen letzten Öffnungstag. Dennoch drängen sich Fragen auf.

Kann so etwas auch in Greifswald passieren? Ohne Panik verbreiten zu wollen: Komplett auszuschließen ist das nicht. „Eine hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben“, sagen nicht nur Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) und mehrere seiner Amtskollegen, auch Axel Falkenberg, Sprecher der Polizeiinspektion Anklam, meint: „Wer ein Anschlagsziel sucht, wird es auch finden“ und ruft die Bürger zu Wachsamkeit auf. Auf eine konkrete Bedrohungslage gebe es aber weder in Greifswald, noch im restlichen MV Hinweise.

Welche Auswirkungen hat der Anschlag auf Greifswald? Falkenberg bezieht sich auf den Innenminister und sagt: „An den Zufahrten wird heute die Polizei deutliche Präsenz zeigen und dabei Maschinenpistolen und kugelsichere Westen tragen.“ Zudem war gestern auf dem Weihnachtsmarkt spürbar weniger los als sonst. Um 18 Uhr wurde eine Schweigeminute eingelegt.

Wie sieht das Sicherheitskonzept des Weihnachtsmarktes aus? Das Konzept wird natürlich nicht veröffentlicht, weil es sonst einfach zu umgehen wäre. Es wird von der Stadt, der Polizei und dem Produzenten des Marktes erarbeitet. Seit Jahren ist dies die Rostocker Großmarkt GmbH, die auch das Fischerfest stemmt. Die Polizei sei mit „Präsenzstreifen“ vor Ort. Auch Beamte in Zivil würden eingesetzt, so Polizeisprecher Falkenberg. „Die Stadt ging vor Beginn des Weihnachtsmarktes von keiner konkreten Terrorgefahr aus und schätzte das Risiko als gering ein“, sagt Stadtsprecherin Reimann. „Das Hauptrisiko für Schäden oder Verletzungen rührt von alkoholisierten Besuchern oder extremen Witterungsverhältnissen her.“ Die Absicherung habe sich auf demselben Niveau wie in den Vorjahren befunden. „Es erfolgten regelmäßige Abstimmungen mit den Sicherheitsbehörden. Private Sicherheitsdienste kamen nur außerhalb der Öffnungszeiten zur Absicherung des Marktgeländes in der Nacht zum Einsatz.“

Ist das Konzept aufgegangen? „In Rücksprache mit Herrn Meffert (Leiter des Greifswalder Polizeireviers - Anm. d. Red.) kann ich sagen: ,Ja, ist es'“, erklärt Falkenberg. Besondere Vorkommnisse habe es auf dem Greifswalder Weihnachtsmarkt und im Umfeld nicht gegeben. Nicht mal Taschendiebstähle seien gemeldet worden.

Was sagen die Greifswalder Schausteller und Händler sowie die Gäste des Marktes? Besucher und Händler zeigen sich betroffen von dem Ereignis. „Schlimm, dass so etwas passiert. Gerade so kurz vor Weihnachten“, sagt eine Passantin. Verängstigt sei sie aber nicht. „Wenn es passiert, passiert es doch eh. Deswegen soll man sich nicht verrückt machen“, erzählt eine Glühwein-Verkäuferin. Ein Besucher bemerkt: „Es war nur eine Frage der Zeit, bis so etwas passiert.“ Auf den Gang über den Weihnachtsmarkt verzichten möchte er aber nicht.

Wie sieht es mit Silvesterfeiern in Greifswald aus?

Kai Lachmann und Jessica Rako

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