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Polizist im Urlaub bewahrt Surfer vor dem sicheren Tod

Loissin Polizist im Urlaub bewahrt Surfer vor dem sicheren Tod

Der Greifswalder Thomas Kannegießer entdeckte vom Strand aus mit einem Spezial-Fernglas zufällig einen Wassersportler in Seenot und alarmierte seine Kollegen.

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Völlig entkräftet trieb der Surfer auf dem Bodden. Fotos (2): Bundespolizeiinspektion See Warnemünde

Loissin. Die Bundespolizei hat am Wochenende einem verunglückten Surfer vor Loissin das Leben gerettet. Die Beamten fischten den völlig entkräfteten und unterkühlten 57-Jährigen rund 750 Meter von der Küste entfernt aus dem Greifswalder Bodden. Bei Windstärke sechs bis sieben und Wellen bis zu 1,50 Metern Höhe hatte er sich nicht mehr auf dem Brett halten können.

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Wieder an Land, wurde der Surfer in die Uniklinik gebracht.

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Eine Stunde trieb er hilflos im Wasser umher.

Dass der Wassersportler überhaupt entdeckt und gerettet wurde, hat er einer Verkettung glücklicher Zufälle zu verdanken — und vor allem dem Greifswalder Polizeiobermeister Thomas Kannegießer.

Am Sonnabend hatte es sich der 38-Jährige am Strand von Loissin gemütlich gemacht und seinen Urlaub genossen. Normalerweise steht er am Ruder des Kontroll- und Streifenbootes „Börde“ der Bundespolizeiinspektion See, das ab Lubmin zu Einsätzen aufbricht.

Weil sein Bruder gerne surft, hat Kannegießer oft sein Spezial-Fernglas dabei, um ihn vom Strand aus zu beobachten und aufzupassen. Auch am Sonnabend warf er damit einen Blick aufs Meer. „Dann habe ich zwei Surfer entdeckt, die offensichtlich in Schwierigkeiten steckten“, berichtet der Beamte. „Die waren so weit draußen, dass man sie mit dem bloßen Auge gar nicht mehr sehen konnte.“

Sofort rief er seine Kollegen auf der „Börde“ auf dem Handy an. Die hatten gerade ein anderes Boot mit Motorschaden in den Greifswalder Hafen geschleppt, waren in der Nähe. „Wir sind sofort mit Höchstgeschwindigkeit zu der Stelle gefahren“, erzählt Jörg Rimbach, der an diesem Tag das Kommando an Bord hatte und den Anruf entgegennahm. Weil der Surfer allerdings einen anthrazitfarben Anzug trug, war er im Wasser schwer zu erkennen.

Thomas Kannegießer beobachtete die Szene vom Strand aus. In sein Fernglas sind Gradzahlen integriert. Per Telefon konnte er Rimbach so die Koordinaten des Verunglückten Surfers durchgeben. Der zweite Wassersportler war da schon abgetrieben und schaffte es aus eigener Kraft wieder an Land.

Dann erreichte die „Börde“ den Verunglückten. „Mit zwei Mann haben wir ihn an Bord gezogen, in Decken gewickelt und aufrecht hingesetzt“, berichtet Rimbach. „Wir haben auch noch sein Surfbrett aus dem Wasser gezogen.“ Das sei wichtig, da ansonsten ein herrenloses Brett im Wasser auf einen Unfall schließen lässt. Jemand hätte die Retter erneut alarmiert, aber niemand wäre gefunden worden. Im Eiltempo ging es zurück in den Hafen nach Wieck, wo schon ein Notarzt wartete. Er stellte 33 Grad Körpertemperatur bei dem Geretteten fest — eine lebensbedrohliche Unterkühlung. Der Patient kam in die Greifswalder Uniklinik, konnte sie aber noch am gleichen Abend wieder verlassen.

„Am nächsten Tag hat er bei uns sein Surfbrett abgeholt und sich bedankt“, erzählt Rimbach. „Er meinte auch, dass er gleich wieder surfen wolle.“ Auch Thomas Kannegießer macht weiter wie zuvor und genießt seinen Urlaub — jetzt auch mit dem guten Gefühl, einem Menschen das Leben gerettet zu haben.

Ein Leben gerettet zu haben, das ist ein tolles Gefühl.“Schutzengel Thomas Kannegießer

 

Kai Lachmann

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