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Greifswald Pommerns Obst: Krummstiel und Schneeapfel
Vorpommern Greifswald Pommerns Obst: Krummstiel und Schneeapfel
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15:38 10.10.2018
Pomologe Jens Meyer (rechts) bestimmt am Sonnabend im Arboretum Apfelsorten Quelle: Eckhard Oberdörfer
Greifswald

2002 wurde „Müschens Rosenapfel“ bei Sternberg in Mecklenburg und in Wien wiederentdeckt. Die Apfelsorte galt als ausgestorben. Auch in einem Garten in der Nähe der Greifswalder Marienkirche steht „Müschens Rosenapfel“. Die Veranstalter des Obsttages am 13. Oktober möchten noch mehr über die Verbreitung von Apfelsorten in unserer Region wissen.

Jeder ist eingeladen, seine Äpfel und Birnen ins Arboretum mitzubringen und dem Pomologen Jens Meyer zur Bestimmung vorzulegen. Der Mecklenburger ist in der Region kein Unbekannter, viele werden Meyer von den Apfel- und Erntefesten in Steinfurth kennen. Dort hat der Experte schon viele seltene und alte Apfelsorten wie „Englische Spitalrenette“, „Pommerscher Schneeapfel“, „Pommerscher Langsüßer“, „Alantapfel“ und „Nathusius-Taubenapfel“ bestimmt. Meyer wird mit Arboretumsmitarbeiter und Obstexperte Thoralf Weiß um 14 Uhr eine Führung zu alten Sorten anbieten.

Greifswald hat in Sachen Obstbau eine große Tradition. Die im 19. Jahrhundert gegründete Staats- und landwirtschaftliche Akademie Eldena hatte einen Obstmustergarten. 1856 beschrieb der große preußische Gartenarchitekt Ferdinand Jühlke noch als Eldenaer Gartenbaulehrer erstmals den „Pommerschen Krummstiel“ und engagierte sich für dessen Anbau.

„Viele der alten Sorten stammen aus der Akademischen Obstbaumschule im Wallgraben“, erzählt Weiß. Diese wurde von Caspar David Friedrichs Zeichenlehrer Quistorp gegründet. 1829 erfolgte die Angliederung an den Botanischen Garten. „Nachfolger der Akademischen Obstbaumschule wurde die Eldenaer Baumschule, die etwa bis zum Ersten Weltkrieg bestand“, so Weiß weiter.

Eine wahre Hochburg alter Obstbäume ist der Treidelpfad. Dort könnten Bäume aus der Eldenaer Baumschule stehen, die dann in den 1950er als Unterlagen für die Obstzüchtung des damaligen Institut für Agrobiologie der Uni genutzt wurden, weil sie mit dem pommerschen Klima zurecht kamen.

Am Treidelpfad stehen so seltene Apfelsorten wie Purpurroter Cousinrot ud Birnensorten wie Gute Graue und Leipziger Rettichbirne. „Seltene Sorten lassen wir um Arboretum vermehren, um sie zu erhalten“, berichtet Weiß. Die Baumschule des Instituts für Agrobiologie hat in den 1950er Jahren zur Verbreitung moderner Sorten beigetragen. Einige stehen im denkmalgeschützten Apfelgarten der früheren Chirurgie in der Loefflerstaße und vor der alten Hautklinik an der Fleischmannstraße.

Oberdörfer Eckhard

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