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Greifswald Radler: Pflasterung des Wegs beachten
Vorpommern Greifswald Radler: Pflasterung des Wegs beachten
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00:00 14.02.2017
Die Fahrradschutz- streifen in der Gützkower werden gut angenommen.Fred Wixforth Amtsleiter

Radfahren ist in der Hansestadt ein großes Thema. Neuerungen der letzten Jahre wie Radstraßen oder Radschutzstreifen auf der Straße statt benutzungspflichtiger Radwege erregen viele Greifswalder. Die gefühlte Sicherheit ist offensichtlich größer, wenn nicht auf der Straße gefahren wird. Auch wenn die Befürworter mit Unfallstatistiken dagegen und für das Fahren auf der Straße argumentieren.

Kritik an Radschutzstreifen statt eigenen Radwegen und fehlenden Schildern

Auch die Behördensprache ist nicht immer leicht verständlich. Ein Beispiel: „Radwege, welche nicht ausgeschildert sind, werden als andere Radwege bezeichnet, welche in der Regel in Fahrtrichtung rechts zu befahren sind.“ Doch wie erkenne ich andere Radwege, fragt sich der Greifswalder Jürgen Rother nach dem Lesen dieser Antwort auf seine Frage auf dem städtischen Internetportal „Klar Schiff“. In der Krull-, der Mehring- und in anderen Straßen seien Beschilderungen abgebaut worden, berichtet er.

Ein ganz konkretes Beispiel: Wer von der Europakreuzung auf der Anklamer Straße Richtung Schönwalde fährt, der kann (muss aber nicht) erstens den Radschutzstreifen auf der Straße nutzen. Die sind durch gestrichelte Linien abgegrenzt. Zweitens dürfen Radler auf dem gepflasterten Weg zwischen Häusern und Straßen fahren. Erst im weiteren Verlauf der Anklamer Straße, kurz vor der Einmündung der Brinkstraße, steht ein Schild, dass darauf verweist, dass es sich um einen Gehweg handelt, der dank Zusatzschild von Radfahrern genutzt werden darf.

Eines Schildes am Anfang der Anklamer Straße bedürfe es nicht, so die Stadt. „Der rot gepflasterte Teil ist der Radweg“, erläutert Tiefbau- und Grünflächenamtsleiter Fred Wixforth. Der beginnt an der Europakreuzung, dort gibt es zum Teil auch Piktogramme auf den Fahrbahnen, die den Weg weisen. „Die Regelung mit den Radschutzstreifen ist ein Angebot zur Entflechtung des Verkehrs“, sagt Heidrun Enders von der Verkehrsbehörde der Hansestadt. Andererseits gebe es nun einmal Bürger, die nicht auf der Straße fahren wollten, räumt Wixforth ein. Denen käme man entgegen. Ein gutes Beispiel sei auch der Thälmannring zwischen Anklamer Straße und Lomonossowallee mit breitem Gehweg und Radschutzstreifen. „Nach der Rechtsprechung gehört der Radfahrer auf die Fahrbahn“, antwortete eine Stadtmitarbeiterin auf Rothers Anfrage. „Nur in ganz besonderen Fällen, bei erhöhter Gefahrenlage, ist eine Benutzungspflicht auf dem Radweg anzuordnen.“ Also stehe mal wieder das Gesetz über der gefühlten Sicherheit, wenn sichere Radwege, also die mit Benutzungspflicht, abgeschafft werden, fasst Jürgen Rother seinen Ärger zusammen. Die jetzige Regelung führe nur dazu, dass Radler fahren wie sie wollen und Fußgänger behindern.

Dass Radler und Fußgänger häufig nicht harmonieren, sieht auch Wixforth so. Für ihn ist es aber ein Argument für die Straße. In der Gützkower Straße würden die Radschutzstreifen und die Aufstellflächen für Radler an der Kreuzung gut angenommen. „Es ist ein attraktives Angebot“, schätzt Fred Wixforth ein.

Dass die aktuellen Regelungen zu mehr Unfällen führen würden, bestätigen die Greifswalder Unfallstatistiken nicht. Die meisten verunglückten Radler sind „Geisterfahrer“, so Bernd Kutter, der sich bei der Greifswalder Polizei mit dieser Problematik befasst. Sprich, die Radler fahren trotz Rechtsfahrgebots links. Das kann man täglich im Stadtbild beobachten, beispielsweise in der Anklamer und in der Wolgaster Straße. An Einmündungen oder Grundstückseinfahren werde es dann besonders gefährlich. Darum seien Radwege, die in beiden Richtungen befahren werden dürfen, heute auch die ganz große Ausnahme in Greifswald.

Eins ist Fred Wixforth noch wichtig. „Alles Gesagte gilt nur für die Orte selbst. Außerhalb der Städte und Dörfer muss es aber eigene, von den Straßen getrennte Radwege geben.“

Radfahrer sind besonders häufig betroffen

Verkehrsbehörde und Polizei führen eine Statistik zu den sogenannten Unfallhäufungsfällen in der Hansestadt. Sie zeigt 2015, dass Radfahrer sehr häufig beteiligt sind.

Hans-Beimer-Straße/Karl-Krull-Straße: An 12 von 14 Unfällen waren Radfahrer beteiligt.

Anklamer Straße/Rathenaustraße: 9 von 14

Platz der Freiheit (Europakreuzung): 8 von 12

Lomonossowallee/Liebknechtring: 8 von 9

Gützkower Landstraße/Parkplatz mit Baumarkt Toom und Lidl: 8 von 9

Wolgaster Straße/An den Wurthen: 6 von 7

Schönwalder Landstraße/Hans- Beimler-Straße: 5 von 8

Anklamer Straße/Brinkstraße: 5 von 5

Thälmannring/Ostrow- skistraße: 5 von 5

Anklamer Straße/

Bugenhagenstraße: 5 von 7

Die Unfälle 2016 werden noch ausgewertet.

Eckhard Oberdörfer

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