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Rathenaustraße: Verkehr bleibt chaotisch

Greifswald Rathenaustraße: Verkehr bleibt chaotisch

Meinung über die Fahrradstreifen auf der Straße geht auseinander

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Rathenaustraße: Verkehr bleibt chaotisch

An der Kreuzung Walther-Rathenau-Straße und Anklamer Straße gibt es seit einigen Wochen einen vorgelagerten Bereich für Radfahrer. Diese Zone für radelnde Linksabbieger wurde auch an der Kreuzung Wolgaster Straße eingerichtet.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Die Verkehrssituation in der Walther-Rathenau-Straße ist chaotisch. Darüber sind sich Anwohner, Straßennutzer und Politiker seit Jahren einig. Kritischer Punkt ist die Querung in Höhe Zahnklinik, die täglich Massen an Radfahrern nutzen.

OZ-Bild

Meinung über die Fahrradstreifen auf der Straße geht auseinander

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Eine Verkehrsberuhigung ist zwar angedacht, aber noch nicht konkret beschlossen. „Fußgänger und Fahrradfahrer sollen hier Vorrang haben“, sagt Alexander Krüger, Fraktionschef der Grünen in der Bürgerschaft. So habe es die Bürgerschaft im Radverkehrsplan beschlossen. „Es gibt noch keine genauen Pläne“, sagt Krüger. Er selbst könnte sich eine Aufpflasterung wie in der Friedrich-Loeffler-Straße Höhe Kollwitzschule vorstellen. Dass dringend etwas geschehen müsse, findet auch SPD-Bürgerschaftsmitglied Erik von Malottki.

In einem ersten Schritt hat die Stadtverwaltung sogenannte Fahrradschutzstreifen für 13600 Euro aufzeichnen lassen. Grund: In der Vergangenheit fuhren viele Radfahrer verbotenerweise auf dem Gehweg. „Dadurch wurden Fußgänger gefährdet“, sagt Stadtsprecherin Andrea Reimann. Die neuen Radschutzstreifen sollen nun das Befahren der Straße erleichtern.

Monika Schreiber ist froh, dass es den abgetrennten Bereich für Radfahrer auf der Fahrbahn endlich gibt. „Vorher war es fürchterlich. Als Radfahrerin habe ich mich auf der Straße unsicher gefühlt“, sagt die Rentnerin. Keinerlei Verbesserung sieht indes Edith Breves (84). Sie wohnt seit 1954 in der Walther-Rathenau-Straße. Nach wie vor seien Fahrräder auf dem Fußgängerweg unterwegs. „Manchmal drei nebeneinander und dann klingeln sie noch“, beschwert sich Breves. Sie fordert mehr Kontrollen von der Polizei in der Straße. Störend ist aus ihrer Sicht auch der Autoverkehr, der in den vergangenen zwei Jahren stark zugenommen habe.

Christina Kubert arbeitet im Biotechnikum. Als „katastrophal“ beschreibt sie die Verkehrssituation in der Rathenaustraße, besonders im Berufsverkehr zwischen 7 Uhr und 7.30 Uhr. Sie ärgert sich über die Rücksichtslosigkeit mancher Radler. „Sie fühlen sich wie Könige“, so Kubert. Radfahrer, die die Straße queren, ohne vorher nach links und rechts zu schauen, die nicht per Hand anzeigen, dass sie abbiegen wollen und mit viel zu hoher Geschwindigkeit unterwegs sind – die Beschwerdeliste von Christina Kubert ist lang. Sie habe auch schon erlebt, dass Fahrradfahrer ohne Handzeichen vom Radweg auf den Schutzstreifen wechseln. „Das ist sehr gefährlich“, sagt Kubert. Und weiter: „Wenn wir Autofahrer machen würden, was sich mancher Radfahrer erlaubt, wäre die Fahrerlaubnis weg.“ Ähnlich sieht das Taxifahrer Thomas. Die Radschutzstreifen empfindet er als Behinderung der Autofahrer. „Sobald es Gegenverkehr gibt, muss ich den Radschutzstreifen als Autofahrer nutzen“, sagt Thomas. Das sei „saugefährlich“, wenn dort mehrere Radfahrer unterwegs seien. Immer wieder sind die Radschutzstreifen in der Kritik, weil sie von Rad- und Autofahrern als gefährlich eingestuft werden. Praktisch erwiesen sei das jedoch nicht. Nachweislich gebe es auf Straßen mit Radschutzstreifen weniger Unfälle, heißt es aus der Verwaltung.

An einer Stelle hat die Stadt jedoch nachgebessert. Ursprünglich standen Radfahrer und Autos auf der Linksabbiegerspur unmittelbar nebeneinander. Kürzlich wurde ein vorgelagerter Bereich für Radfahrer eingezeichnet.

Katharina Degrassi

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