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Reetgedecktes Haus nicht mehr zu retten

Bannemin Reetgedecktes Haus nicht mehr zu retten

Banneminer Bewohner mussten Brandnacht bei Verwandten verbringen / Ermittlungen noch im Gange

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66 Männer und Frauen der Feuerwehren aus Karlshagen, Trassenheide, Zinnowitz, Bannemin/Mölschow und Wolgast waren in der Nacht von Dienstag zu Mittwoch im Einsatz.

Quelle: Fotos: Hannes Ewert

Bannemin. Es war einer der größten Feuerwehreinsätze der vergangenen Monate auf Usedom: In der Nacht zu Mittwoch brannte in Bannemin, Gemeinde Mölschow, ein reetgedecktes Einfamilienhaus komplett nieder. Bei dem Unglück entstand laut Polizei ein Sachschaden von mehr als 200000 Euro. Die beiden Bewohner wurden glücklicherweise nicht verletzt und kamen noch in der gleichen Nacht bei Verwandten in Wolgast unter. Die Feuerwehr war mit insgesamt 66 Frauen und Männern mehr als fünf Stunden lang im Einsatz. Für die letzten der aktiven Feuerwehrmänner ging es erst vormittags um 10 Uhr ins Bett.

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Banneminer Bewohner mussten Brandnacht bei Verwandten verbringen / Ermittlungen noch im Gange

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„Ich habe in meinem Schlafzimmer leichten Brandgeruch aus der Nachbarschaft gerochen. Kurze Zeit später ging auch schon der Alarm. Das war kurz vor Mitternacht“, schildert Michael Glück von der Feuerwehr Bannemin. Der 41-Jährige gehörte mit seinen Männern und Frauen zu den ersten Helfern, die am Unglücksort eintrafen. „Ein Drittel des Daches stand da bereits komplett in Flammen. Das Feuer schlug meterhoch hinaus“, sagt der Einsatzleiter. Der Qualm war über viele Kilometer weit zu sehen.

„Da ich das Ausmaß des Brandes gesehen haben, alarmierte ich die Wolgaster Feuerwehr nach“, sagt Glück. Bis auf die Peenemünder Feuerwehr, die zur Sicherheit der restlichen Insel im Gerätehaus blieb, waren alle Feuerwehrleute der Umgebung auf den Beinen. „Erst haben wir mit unseren Wassertanks gelöscht. Dieser Vorrat reicht aber nur ein paar Minuten. Dann zapften wir Hydranten, Brunnen und Löschwasserteiche an“, erklärt Glück.

Nicht nur das Löschen des betroffenen Hauses hatte beim Einsatz oberste Priorität, auch das Sichern der umliegenden Häuser. „Hinter dem Reetdachhaus stand ein Gastank, der ständig gekühlt werden musste“, erzählt Glück. Auch ein daneben befindliches Reetdachhaus musste geschützt werden. „Die Zusammenarbeit aller Feuerwehren funktionierte tadellos. Das muss man an dieser Stelle einmal sagen.

Man könnte es auch als perfekt bezeichnen“, lobte Glück. Zweieinhalb Stunden pumpten zehn Rohre gleichzeitig das Wasser gegen das Haus. „Wir haben etwa 200000 Liter Wasser verbraucht.

Immer wieder entstanden Glutnester“, erklärte der Feuerwehrmann. Morgens um fünf Uhr wurde auch der letzte Wasserschlauch abgedreht. Dann hielten einige Feuerwehrleute noch Brandwache. „Noch am Morgen war der Brandursachenermittler der Polizei dort. Die genaue Ursache ist aber bislang noch nicht klar“, sagt Glück. Fakt sei jedoch, dass das Feuer im unteren Bereich des Hauses ausgebrochen ist. „Da blieb im Grunde nichts übrig. Die Mieter des Hauses haben alles verloren. Selbst die Autoschlüssel am Eingang sind in der Wand verschmolzen“, sagt Glück.

Während die Kameraden der Feuerwehr ihr Bestes gaben, um größeren Schaden zu vermeiden, wurden zunächst Kerstin Teske, Verwaltungsleiterin des Usedomer Nordamtes, und dann Mölschows Bürgermeister Roland Meyer aus dem Bett geklingelt.

Meyer war gestern Vormittag noch ziemlich mitgenommen. Zum einen gehe ihm solch eine Brandkatastrophe selbstverständlich nahe. Zum anderen müsse man doch sofort herausbekommen, wie den Brandopfern geholfen werden kann. In diesem Falle hatte der Bürgermeister bereits Telefonnummern von Leuten zusammengetragen, die in der Gemeinde über Ferienwohnungen verfügen und sie eventuell vorübergehend bereitstellen könnten. Außerdem hatte er intensiv versucht, die Brandopfer zu erreichen. „Sie müssen sich vor allem schnellstmöglich um die Versicherungsangelegenheiten kümmern. Denn egal, wo sie wohnen, es geht immer auch um die Bezahlung“, so Meyer. Schließlich hätten die Flammen und das Löschwasser nahezu alles Private vernichtet. Die Kontaktaufnahme war jedoch schwierig, gute Nerven blieben daher auch für das Ortsoberhaupt nach durchwachter Nacht ein Muss.

Laut Polizeisprecher Axel Falkenberg kann noch nicht eindeutig bestätigt werden, ob es sich um einen technischen Defekt eines Gerätes oder fahrlässige Brandstiftung handelt. Der Brandursachenermittler der Kriminalpolizei prüfe noch. „Das Gebäude muss zunächst komplett abkühlen, damit er dort auch vernünftig arbeiten kann“, sagt Falkenberg.

Hannes Ewert und Steffen Adler

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