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Greifswald Rehazentrum geht neue Wege bei Fachkräftegewinnung
Vorpommern Greifswald Rehazentrum geht neue Wege bei Fachkräftegewinnung
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22:55 08.05.2018
Die Therapeuten Annett Gillner und Christian Klenz begleiten einen Patienten beim Konditionstraining mit Beatmung.. Quelle: Foto: Jonas Jaeschke
Greifswald

Die BDH-Klinik am Liebknechtring feiert in diesem Jahr 20-jähriges Bestehen. Seit Herbst 1998 hat sie sich zu einer der führenden Spezialkliniken in Norddeutschland entwickelt, die pro Jahr 2500 Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet behandelt. Die Einrichtung ist Akutkrankenhaus und zugleich Rehabilitationszentrum zur Behandlung von Querschnittgelähmten sowie Personen mit schwersten Schädel-Hirn-Verletzungen.

Die verlässliche Kooperationmit unseren Partnern, wie der Unimedizin Greifswald, möchten wir fortsetzen und intensivieren.Dr. Torsten Stein, Chefarzt

„Etwa 80 bis 90 Prozent unserer Patienten stammen aus Mecklenburg-Vorpommern“, sagt Dr. Torsten Stein (53). Der Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, seit 2000 in der Klinik tätig, ist seit 1. Mai neuer Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Einrichtung. Zum gleichen Zeitpunkt übernahm auch Sprechwissenschaftlerin Mareile Otto die Pflege- und Therapieleitung. Die 46-Jährige arbeitet hier seit 1998. Gemeinsam mit Roger Gierczak, seit September 2017 Klinik-Geschäftsführer, bilden die drei das neue Führungsteam des Hauses.

Die Einrichtung hat im Herbst vorigen Jahres mit einem Erweiterungsbau seine Kapazitäten auf insgesamt 190 Betten erhöht. Zwar wurde der neue Bereich bereits aktiviert. „Doch die technische Vernetzung mit den Stationen erforderte weitere Arbeiten, sodass wir die sanierte Intensivstation nun Anfang Juni in Betrieb nehmen können“, sagt der 52-jährige Gierczak.

Nach dem Abschluss dieser großen Investition von rund 14 Millionen Euro sieht Torsten Stein seine Aufgabe als neuer Chefarzt zuallererst darin, „die bestehenden Strukturen und Prozesse im Haus zu optimieren“. Dazu zähle, „die Mitarbeiterzufriedenheit weiter auszubauen“. Eine Herausforderung angesichts des Fachkräftemangels, mit dem auch die BDH-Klinik zu kämpfen hat. Aber: „Wir haben über zwei Projekte 13 polnische und sechs serbische Mitarbeiter im Pflegebereich eingestellt“, informiert Gierczak und hofft, wenigstens die Hälfte auf Dauer halten zu können. Zuvor allerdings seien sie gefordert, die Sprachprüfung und im Falle der serbischen Kollegen auch die Kenntnisprüfung zu bestehen. „Die Pflegekräfte sind zwar medizinisch extrem gut ausgebildet“, versichert Mareile Otto.

Allerdings gehöre die Grundpflege in ihrer Heimat, anders als in Deutschland, nicht zum Berufsbild. Deshalb heißt es jetzt noch einmal: Schulbank drücken. Um ihnen diese Fortbildung zu ermöglichen, arbeite die BDH-Klinik eng mit der Wirtschaftsakademie Nord zusammen. „Auch die Ärzteakquise ist ein Dauerbrenner, wie in allen Kliniken“, sagt Chefarzt Dr. Stein. Jüngst konnten drei junge und gut ausgebildete Kollegen aus Aserbaidschan beziehungsweise Russland gewonnen werden. Damit arbeiten zurzeit 20 Ärzte in der BDH-Klinik. Zum Team von insgesamt etwa 420 Mitarbeitern gehören zudem 200 Pflegekräfte und 80 Therapeuten.

Damit es mehr werden, erhöht die BDH-Klinik demnächst die Anzahl ihrer Ausbildungsplätze. Starteten in den vergangenen Jahren vier bis sechs junge Leute ihre Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger, „werden es in diesem Jahr elf sein“, kündigt Mareile Otto an. Eine wichtige Komponente sei dabei die Kooperation mit der Unimedizin Greifswald. Hier bestehen nicht nur sehr enge Kontakte bei der medizinischen Behandlung von Patienten; sie übernimmt auch einen Teil der Praxisausbildung der Azubis. Außerdem öffne sich das Haus neuerdings für Schülerpraktika und Interessenten können ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren. All dies diene dem Ziel, verstärkt eigene Fachkräfte aufzubauen. Denn, so die Pflege- und Therapieleiterin Otto: „Mit der Mitarbeiterakquise steht und fällt die Patientenbehandlung.“

Petra Hase

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