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Greifswald Rente und Schluss? Ganz im Gegenteil!

Hansestadt erarbeitet mit vielen Beteiligten Seniorenförderkonzept bis 2020 / Fachgremien gehen in Beratung

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Stricken in Gemeinschaft macht Spaß — finden die beiden 88-jährigen Irmgard Sadewasser und Christa Witt sowie Eva-Marie Praßdorf, Waltraud Schulze, Nora Marquardt und Roswitha Münchow (v.l.). Das Uniklinikum konnte sich schon über 1000 Babygarnituren freuen. Foto (2): Peter Binder

Greifswald. Christa Witt ist 88 Jahre alt und noch fit wie ein Turnschuh: Nicht nur, dass sie sich mit Gleichgesinnten zum Stricken trifft, um Mützen und Socken für Babys anzufertigen. „Ich treibe auch noch Sport, fahre Rad und kümmere mich um unsere Blumenbeete“, sagt die agile Rentnerin, die seit 16 Jahren im AWO-Seniorenhaus an der Feldstraße lebt.

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Hansestadt erarbeitet mit vielen Beteiligten Seniorenförderkonzept bis 2020 / Fachgremien gehen in Beratung

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Heißt: Senioren von heute entsprechen immer seltener dem alten Klischee betagter Leute, die teetrinkend am warmen Ofen sitzen. Menschen, denen es vergönnt ist, ein hohes Alter zu erreichen und dabei relativ gesund bleiben, „möchten ihr Leben auch noch im Ruhestand aktiv gestalten“, sagt Ines Gömer, Gleichstellungs- und Familienbeauftragte der Hansestadt. Genau diesen Bedürfnissen widmet sich ein Konzept, das sie den Fachgremien der Bürgerschaft jetzt zur Diskussion stellt. Es beschreibt sieben Handlungsfelder für die Seniorenförderung und steckt die Aufgaben bis 2020 ab. Hintergrund: „Mit der Kreisgebietsreform fiel die Förderung der freien Wohlfahrtspflege und somit auch manches aus dem Seniorenbereich in die Zuständigkeit des Kreises“, erklärt Gömer. Doch in der Stadt habe es schon lange den Wunsch gegeben, etwas zu entwickeln, um speziell den Bedürfnissen der Greifswalder zu entsprechen. Immerhin: Jeder vierte Greifswalder bereits 60 Jahre oder älter. Die Senioren wollten auch in Zukunft ihre Lebensqualität gehalten und weiterentwickelt wissen.

Also bildete Ines Gömer eine Arbeitsgruppe und holte alle Beteiligten an den Tisch: Neben dem Seniorenbeirat waren das Vertreter der Wohlfahrtsverbände, des Pflegestützpunktes, der Politik. Auch Engagierte aus dem Mehrgenerationenhaus „Bürgerhafen“ nahmen teil. „Wir haben uns dafür sogar zu einer Klausurtagung getroffen“, berichtet dessen Koordinatorin Monika Meyer-Klette. Die etwa 20 Teilnehmer hätten es als sehr positiv empfunden, sich mal einen ganzen Tag Zeit für dieses Thema nehmen zu können und Schwerpunkte der Seniorenförderung zu diskutieren.

Am Ende vieler Beratungen mit unterschiedlichen Akteuren einigte sich die Arbeitsgruppe auf zunächst drei Handlungsfelder, die der Bürgerschaft als Arbeits- und Entscheidungshilfe dienen sollen.

Einer der drei Punkte: Sport und Gesundheit. In diesem Bereich existiere natürlich bereits ein breites Angebot, versichert Gömer. „Doch es gibt auch noch Wünsche — etwa nach mehr Breitensport oder mehr Zeiten für Wassergymnastik.“ Allerdings: Was heißt „mehr“ und ist es tatsächlich immer erforderlich? „Wichtig finde ich, dass die Interessenten jetzt selbst Einfluss nehmen. Was wird wirklich gebraucht und wie kann das gelingen“, fragt Gömer, die nichts davon hält, einfach nur weitere Angebote zu unterbreiten. Ein Beispiel: Der Fitness- parcours am Begegnungszentrum „Schwalbe“. Wie viele nutzen ihn eigentlich auch heute noch — fünf Jahre nach seiner Einweihung?

Ein zweites Handlungsfeld: das Wohnen. „Die Senioren bleiben auch im hohen Alter gern in ihrem Wohnumfeld“, sagt Gömer, wollen vorwiegend dort am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Nun müsse konkret geschaut werden, ob die Voraussetzungen gegeben seien.

Punkt drei: die Infrastruktur, wozu auch Information und Kommunikation zählen. „Senioren wünschen sich zum Beispiel, dass das Stadtblatt wieder öfter erscheint“, sagt Gömer. Auch Schaukästen — sowohl in digitaler als auch in Aushangform — seien ein Thema.

Sozialausschussvorsitzende Mignon Schwenke (Linke) findet, dass das Seniorenförderkonzept die richtigen Schwerpunkte setze. „Das wichtigste ist die Sicherheit bis ins hohe Alter in einer bezahlbaren Wohnung im gewohnten Umfeld leben und alle notwendigen gesundheitlichen Betreuungsangebote nutzen zu können“, sagt sie. Die gründliche Analyse zeige, dass es in einigen Stadtteilen zwar noch Nachholebedarf bei den Möglichkeiten für Sport, ehrenamtliche Betätigung und Begegnung gebe. Aber vieles sei schon möglich. Grünen-Fraktionschef Alexander Krüger ist der Meinung, dass das Konzept „einen wesentlichen Baustein darstellt, um den Herausforderungen des demographischen Wandels zu begegnen und den Bedürfnissen der Senioren gerecht zu werden“. Etliche der Maßnahmen würden sich mit Ideen decken, die seine Fraktion bereits vorangetrieben habe, etwa die Mietpreisbremse oder die Forderung nach mehr öffentlichen Toiletten.

Ab 18. April wird das Konzept nun in den Fachgremien beraten.

Senioren in Greifswald

24,6 Prozent der Greifswalder sind 60 Jahre oder älter. Bis zum Jahr 2030 soll ihre Zahl laut Integriertem Stadtentwicklungskonzept (ISEK) auf über 30 Prozent anwachsen.

Die meisten von ihnen wohnen in den Stadtteilen Schönwalde I/Südstadt und Schönwalde II (zusammen 5482). Den höchsten Anteil an Senioren

hat der Stadtteil Wieck mit 40,2 Prozent, im Ostseeviertel sind es

37,7 Prozent.

Von Petra Hase

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