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Greifswald Bäume weg für Naturschutz bei Greifswald
Vorpommern Greifswald Bäume weg für Naturschutz bei Greifswald
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15:04 06.11.2018
Ines Hansen (Axt) und Marie Kämmer bei den Pflegearbeiten im Ladewbower Moor.
Neuenkirchen

 Noch in den 1990er Jahren brüteten Rotschenkel, Bekassinen und Kiebitze im Naturschutzgebiet Ladebower Moor. Botaniker rühmten den wertvollen Trockenrasen am Rand des Moores am Waldrand. Dieser Bereich ist auch ein potenzieller Lebensraum für bestimmte Vogelarten wie Neuntöter und Baumpieper. Aber vor allem wegen fehlender Beweidung hat sich der Charakter des Naturschutzgebietes zu seinem Nachteil verändert. Bäume und Sträucher sind hier gewachsen.

Der Naturschutzbund Greifswald hat die ehrenamtliche Betreuung des 113 Hektar großen Gebietes übernommen. Über 40 Freiwillige befreiten mit Sägen, großen Scheren und Freischneidern das Areal von Bewuchs. Der Wackerower Ökolandwirt Johannes Hoyme war mit dabei. „Ich werde hier so 25 bis 30 Schafe weiden lassen“, informiert er. Möglicherweise kommen auch Ziegen hinzu.

„Es muss auch ein wolfssicherer Zaun aufgestellt werden“, sagt Wilfried Starke, früherer Naturschutzbeauftragter des Kreises und ein sehr guter Kenner des Ladebower Moores. Er war an der Unterschutzstellung im Jahre 1997 beteiligt. „Damals war die Landschaft hier ganz offen, inzwischen ist sie ein Wald geworden.“ Ein wolfssicherer Zaun zum Schutz der Schafe sei nötig, weil Isegrimm inzwischen auch in unserer Gegend zu Hause ist und beispielsweise auf der Insel Koos gesichtet wurde. „Hunde können auch ein Problem sein“, sagt Starke.

Ines Hansen (Axt) und Marie Kämmer bei den Pflegearbeiten im Ladebower Moor Quelle: HGW

„Zunächst standen hier Rinder“, erinnert Cosima Tegetmeyer, die stellvertretende Kreisvorsitzende des Nabu. Dann weideten hier Schafe. „Sie wurden aber durch streunende Hunde angefallen.“ Tegetmeyer erinnert sich, dass auf dem Trockenrasen noch vor etwa 15 Jahren die in Deutschland sehr seltene Mondraute wuchs.

Alte Torfstiche im Zentrum

„Dass Arten wirklich zurückkehren, ist unheimlich schwierig“, dämpft Carl Barnick, Mitglied des Nabu-Kreisvorstandes, zu hohe Erwartungen. Für ihn sind die Pflegemaßnahmen daher auch ein Argument, das die Naturschutzorganisation begleitet.

Lea Traiser bei Pflegearbeiten im Ladebower Moor. Quelle: HGW

„Das Ladebower Moor ist vergleichsweise groß und relativ unbekannt“, schätzt Barnick ein. „Im Zentrum befinden sich die Hartmannschen Teiche, das sind alte Torfstiche. Der Torf wurde von der Greifswalder Saline als Brennstoff genutzt.“ Bis 1872 wurde am Nordufer des Ryck (Salinenstraße) in Siedehäusern gewonnen. Auch die Wasserverhältnisse seien im Moor derzeit nicht optimal, schätzt Barnick ein. Ein tiefer Graben entwässert das Gelände. Das ist zum Beispiel für Kleingärten in Neuenkirchen wichtig, die sonst unter Wasser stehen würden. Bereits 1993 wurden andere Entwässerungsgräben verschlossen.

Mopedfahrer als Naturschützer

Auch Mopeds können übrigens dem Naturschutz dienen. Richtung Wampen sorgten sie früher dafür, dass Sand frei lag, erzählt Wilfried Starke. Als dort noch mit Krädern gefahren wurde, war die Vegetation reicher. Für das Ladebower Moor ein Glücksfall: Die Landschaftsökologiestudentin Hannah Bergmann untersucht die Verhältnisse in dem Naturschutzgebiet, kartiert die vorhandene Vegetation. Dafür stehen hier Vergleichsdaten von 1966 und 1996 zur Verfügung. „Vor 50 Jahren war das Gelände frei, die Teichen waren verbuscht“, erzählt sie. Ziel ihrer wissenschaftlichen Arbeit sei eine Prognose, wie es im Ladebower Moor weitergehe. Hannah Bergmann war mit der Motorsäge im Einsatz, der dafür nötige Kurs war ein Angebot im Studium.

Hannah Bergmann bei Pflagearbeiten mit der Motorsäge im Ladebower Moor Quelle: HGW

Philip Riel ist Landschaftsökologe mit Greifswalder Abschluss und arbeitet heute für die Naturschutzbehörde von Vorpommern-Greifswald – einem Kreis mit sehr vielen Naturschutzgebieten. „Wer auch im Naturschutz aktiv werden will und Daten sammeln will, der kann sich bei uns melden“, sagt Riel. Unterstützung, zum Beispiel die Erstattung von Fahrtkosten sei möglich. „Je weiter das Naturschutzgebiet von Greifswald entfernt ist, desto schwieriger ist es, jemand zu finden“, bedauert er.

Der Nabu rief zum Pflegeeinsatz im Ladebower Moor auf. Quelle: HGW

Eckhard Oberdörfer

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