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Greifswald Rettungsaktion für Stolper Fähre
Vorpommern Greifswald Rettungsaktion für Stolper Fähre
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12:01 21.03.2019
Die Gemeinde Stolpe an der Peene hofft auf Unterstützer, damit es auch in diesem Jahr wieder heißt: „Fährmann hol über!“ Quelle: privat
Stolpe

Die kleine Fähre in Stolpe an der Peene ist bei Einheimischen wie Touristen beliebt. „Sie ist für Fußgänger und Radfahrer die einzige Chance zwischen Anklam und Jarmen, diese Bundeswasserstraße zu queren“, sagt Bürgermeister Marcel Falk. Alljährlich passieren mit ihrer Hilfe mehr als 2000 Personen zwischen März und Oktober den Fluss.

Doch diese Querungsmöglichkeit ist in Gefahr. Der Tüv erstellte für das Motorboot im vergangenen Jahr eine lange Mängelliste: Planken müssen erneuert, Balken ersetzt, der Brennstofftank gegen einen Stahlbehälter ausgetauscht und der Motor generalüberholt werden, um nur einige der vielen Punkte zu nennen. Mit anderen Worten: Die Fähre steht vor dem Aus. Um ihr eine Perspektive zu geben, sind erhebliche Mittel nötig. „Doch allein wuppen wir das nicht“, sagt Falk. Deshalb initiierte die 300-Seelen-Gemeinde gemeinsam mit der Sparkasse Vorpommern auf der Internetplattform „99 Funken“ eine Crowdfunding-Aktion. Zu gut deutsch: eine Schwarmfinanzierung oder einfach – Spendenaktion.

Bürgermeister Marcel Falk im Gespräch mit Fährmann Christian Hahn. Quelle: privat

„6825 Euro sind bereits zusammengekommen. Damit haben wir das notwendige Minimum des Crowdfundings von 5000 Euro erreicht“, freut sich der Bürgermeister über die Unterstützer. Die dringendsten Arbeiten seien also machbar. Ziel seien jedoch 10000 Euro, um auch die vielen anderen Defizite abzustellen. Potentielle Spender haben noch bis einschließlich 31. März Gelegenheit, die Aktion mit ihrem Geld zu unterstützen (www.99funken.de/personenfaehre-in-stolpe-an-der-peene). Sollte die Summe zusammenkommen, „tun wir alles, damit die Fähre zu Ostern wieder im Wasser ist“, verspricht Marcel Falk. Derzeit liege das kleine Gefährt, das pro Fahrt etwa zehn Personen transportieren kann, auf Dock in der Bootswerft Anklam.

Seit über 20 Jahren betreibt die Gemeinde Stolpe an der Peene die Personenfähre. Von Ostern bis Oktober schipperte sie bislang täglich ab zehn Uhr bis Sonnenuntergang über den 50 Meter breiten Fluss. „Ein Zuschussgeschäft“, räumt Falk ein. Die geringen Ticketpreise für eine Überfahrt – ein Erwachsener zahlte bislang zwei Euro, Kinder bis 14 Jahre 50 Cent – können bei weitem nicht die Kosten decken. Auch der Fährmann Christian Hahn, der ganzjährig in der Gemeinde beschäftigt ist, sowie Saisonmitarbeiter Christian Schirmer müssen bezahlt werden. Pro Jahr gebe die Gemeinde daher für diese freiwillige Leistung 25000 Euro aus. Kein Pappenstil, „doch für den Tourismus in unserer Region ist die Fähre enorm wichtig“, sagt Falk und weiß sich mit der Meinung nicht allein. Auch das Gutshaus und der Fährkrug profitierten von der Fähre. Auf diese Weise betreibe die Gemeinde quasi gleich Wirtschaftsförderung mit. „Das Problem ist nur, dass hier die Radwege fehlen. Gäbe es ein ausgebautes Netz, könnten wir die Touristen länger halten, denn unsere Gegend hat mit dem Wasserschloss in Quilow und anderen kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten sehr viel zu bieten“, sagt der 42-Jährige.

In der Tat ist Stolpe an der Peene, 40 Autominuten von Greifswald und zehn von Anklam entfernt, ein idyllisches Fleckchen Erde. Wer bei sonnigem Wetter auf der Terrasse des über 300 Jahre alten, denkmalgeschützten und mit viel Liebe restaurierten Fährkrugs sitzt, genießt einen wunderbaren Blick über das Flusstal. Auch das Gutshaus mit dem gepflegten Park und den Nebengebäuden ist ein beliebter Ausflugsort, ebenso wie die Wartislawkirche, die Klosterruine oder das Naturpark-Besucherzentrum. Und auf der anderen Seite Quilow, elf Kilometer südwestlich von Gützkow, mit seinem Wasserschloss. Der Renaissancebau gehört zu den wertvollsten Schlössern Vorpommerns und wird nach über zwei Jahrzehnten Leerstand gerade wieder flott gemacht.

Petra Hase

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