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Greifswald Rewe will Konsumtempel modernisieren
Vorpommern Greifswald Rewe will Konsumtempel modernisieren
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00:00 26.07.2016
Die Rewe Group ist der neue Eigentümer des Schönwalde-Centers. Geplant ist eine Modernisierung. Quelle: Peter Binder

Die Rewe Group hat das Schönwalde-Center bei einer Zwangsversteigerung erworben und erst einmal allen Mietern gekündigt. Das sorgt für Unruhe unter den Unternehmen. Denn alle Mieter des Konsumtempels wollen bleiben, wie Center-Manager Ralph Müller informierte. Dazu gehören Filialisten wie ein Drogeriemarkt oder ein Eiscafé, aber auch eine Apotheke, Ärzte und diverse kleine regionale Anbieter.

Wir überprüfen die Mieterstruktur und die Flächenaufteilung.“Stephanie Behrens, Rewe-Sprecherin

„Ich würde gern bleiben und mich vielleicht sogar vergrößern“, sagt Uwe Krege. Er betreibt einen Büromarkt im Schönwalde-Center. Schuster Ronald Meier ist seit der Eröffnung des Hauses vor fast 20 Jahren in Schönwalde II. „Das Geschäft hat sich gut eingelaufen“, meint er. „Es ist ein guter Standort.“

Das Centrum ist bis auf die Flächen der Tierhandlung Zoologisch voll vermietet. Diese vergleichsweise große Fläche ist eine Option für Rewe, seinen eigenen Einkaufsmarkt im Haus zu vergrößern. Der Greifswalder Rechtsanwalt Uwe Degen-Gellenbeck, der das Schönwalde-Center seit November 2014 zwangsverwaltet hatte, nannte den Konsumtempel „in jeder Hinsicht ein Sahnestück“. Lukrativer jedenfalls als die innerstädtische Dompassage, die nach Zwangsversteigerung vor einem Neuanfang steht. Dass dieses Sahnestück unter den Hammer kam, lag ohnehin nicht an der mangelnden Rentabilität des Schönwalde-Centers. Pleite war die Eigentümergesellschaft, hinter der nach OZ-Informationen der Sohn der Erotik-Unternehmerin Beate Uhse, Ulrich Rotermund, stehen soll.

Die Kündigung sei nicht zu beanstanden und rechtlich nach einer Zwangsversteigerung zulässig, so Ralph Müller. Der Vorzug für den Investor: Er behält alle Optionen für die künftige Gestaltung und muss nicht auf unterschiedliche Laufzeiten von Verträgen Rücksicht nehmen. Das kann Uwe Krege nachvollziehen. Bis Ende 2018 hat er erst einmal wie die anderen einen neuen Vertrag. Was danach wird, das ist offen. „Wir wollen das Center langfristig für die Kunden attraktiv gestalten“, sagt Stephanie Behrens für die Unternehmenskommunikation Ost der Rewe Group. „Dafür sollen sowohl größere Ankermieter als auch kleinere Geschäfte sorgen.“ Rewe als Eigentümer arbeite darauf hin, den richtigen Mix aus Geschäften zu finden, um das Schönwalde-Center wirtschaftlich gesund aufzustellen.

Kunden sollten in angenehmer Atmosphäre auf einfachen und kurzen Wegen einkaufen können, nennt Stephanie Behrens die Maßstäbe. Darum befasse man sich in den kommenden Wochen intensiv mit der jetzigen Angebotspalette und der Aufteilung der Flächen. Die jetzige Struktur sei nicht in Stein gemeißelt, wenn sich bei der Analyse herausstelle, dass es Lücken in der jetzigen Angebotspalette gebe, die gefüllt werden könnten. Die Konzepte der ansässigen Unternehmen würden in individuellen Gesprächen erfragt und in die Analyse einbezogen. „Grundsätzlich ist es unser Ziel, mit so vielen der jetzigen Mieter wie möglich im Schönwalde-Center auch in Zukunft zusammenzuarbeiten“, betont die Rewe-Sprecherin.

Eckhard Oberdörfer

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