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Richard Wagners „Parsifal“ zog in den Dom

Greifswald Richard Wagners „Parsifal“ zog in den Dom

Vor der Leinwand wurde des 200. Geburtstages des berühmten Komponisten in Greifswald gedacht.

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Manfred Dietrich (l.) überreichte Regisseur Syberberg die Parsifal-DVD im Dom.

Quelle: ur

Greifswald. Bildgewaltig beging der Kunstverein Art7 im Dom St. Nikolai den 200. Geburtstag von Richard Wagner. 200 Gäste erlebten am Gedenktag die exklusive Vorführung von Hans-Jürgen Syberbergs viereinhalbstündiger filmischer Umsetzung von Wagners letzter Oper „Parsifal“. 1982 stellte sie der Regisseur bei den Filmfestspielen in Cannes erstmals vor.

Ein Drittel der Karten ging bereits im Vorverkauf weg. „Wir wollten etwas zum runden Geburtstag machen“, erzählt Manfred Dietrich vom Kunstverein Art7. Durch die Zusage von Hans-Jürgen Syberberg und das Entgegenkommen der Domgemeinde sei der Filmabend am spirituellen Ort möglich geworden.

„Parsifal“ sei nie in den Verleih gekommen oder im Fernsehen gelaufen, sondern nur bei Sondervorführungen gezeigt worden. „Es war ein Experiment“, gestand der anwesende Regisseur. Zögerlich sei er der Greifswalder Einladung gefolgt, nun aber zufrieden über den Zuspruch.

„Es war ein Abenteuer und ein Wagnis“, erzählte Syberberg hinsichtlich seines Ansatzes. Anders als von Wagner gedacht, habe er sich bei seiner filmischen Variante von „Parsifal“ nicht für eine italienische Kulisse bei den Studioaufnahmen entschieden. Die Gotik und Gemälde von Caspar David Friedrich flossen in den üppigen Bilderkosmos mit ein. „Das ging ganz gut auf“, so der heute 77-Jährige.

„Der Dom ist für Kunstaufführungen geeignet“, so die Meinung von Bischof Hans-Jürgen Abromeit. Richard Wagners „Parsifal“ beruhe auf einer religiösen Legende. Meisterhaft sei die Oper verfilmt worden. Und Syberberg sei der Pommerschen Kirche verbunden. Nach der Rückkehr zu den Wurzeln seiner pommerschen Kindheit habe sich der Filmemacher um die Nutzbarmachung der Nossendorfer Kirche verdient gemacht.

„Es war eine wunderbare Sache“, fand Christian Suhm. Als fachkundigen und originellen Wagnerkenner habe er Syberberg beim Künstlergespräch im Alfried Krupp Wissenschaftskolleg erlebt. Als Wissenschaftlicher Geschäftsführer habe er sich für das Wagnerjubiläum im Kolleg stark gemacht und freue sich über die Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Art7. Die Begeisterung für das Werk von Richard Wagner in Greifswald sei noch heute spürbar.

 

Uwe Roßner

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