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Riesenerfolg für Greifswalder Moor-Retter

Greifswald Riesenerfolg für Greifswalder Moor-Retter

Weltklimarat zeichnet Projekt der Michael-Succow-Stiftung aus

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Besichtigung einer wiedervernässten Moorfläche in Russland. FOTOS(2): SUCCOW-STIFTUNG

Greifswald. /Bonn. Das Projekt „Moorrestauration in Russland“ wurde gestern in Bonn auf der Klimakonferenz der Vereinten Nationen ausgezeichnet. Es ist eines von 19 Leuchtturm-Projekten für Klimaschutzlösungen. Die „Moorrestauration in Russland“ wird von der Greifswalder Michael-Succow-Stiftung und der Non-Profit-Organisation Wetlands International mit Zentrale in den Niederlanden getragen. Dem UN-Klimasekretariat lagen 460 Bewerbungen für Projekte vor.

OZ-Bild

Weltklimarat zeichnet Projekt der Michael-Succow-Stiftung aus

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In dem von Deutschland und Russland geförderten Vorhaben geht es um die Wiederherstellung von Mooren und anschließende nachhaltige Nutzung in Russland. „2010 brannten große Moorflächen im Umfeld großer Städte wie Moskau und Nischni Nowgorod. Das sorgte weltweit für Aufsehen“, erinnert Jan Peters. Der 33-Jährige hat in Greifswald Landschaftsökologie studiert und ist Leiter des Programms Moor- und Klimaschutz der Succow-Stiftung.

Die Bevölkerung der Städte litt unter der Belastung durch den Rauch. Die Brände machten weltweit Schlagzeilen – ein Anstoß für Gegenmaßnahmen. Die Wiedervernässung trockener Moore vermeide nicht nur Brände, sie verringere ebenso den Ausstoß von Treibhausgasen, betont Peters. „Wir haben gemeinsam inzwischen viel erreicht“, schätzt Peters ein. „Umfragen zeigen auch, dass ein großer Teil der Bevölkerung die Wiedervernässung positiv sieht.“

Die russischen Moore hätten in der Sowjetunion als Torflieferanten für Kraftwerke gedient, erläutert der Landschaftsökologe die Ausgangssituation. Im neuen Russland wurde dieser Brennstoff nicht mehr benötigt. Um die früheren Torfabbauflächen hat sich keiner gekümmert, die trockengelegten Moore blieben wie sie waren. 2,75 Millionen Hektar Moor sind deshalb brandgefährdet.

Ein Jahr nach den großen Feuern unterschrieben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der damalige russische Präsident Dmitri Medwedew ein Abkommen mit dem Ziel der Wiedervernässung von Mooren. Pro Hektar sollen zehn Tonnen weniger Kohlendioxid ausgestoßen werden. Zugleich verbessern sich durch die Wiedervernässung die Voraussetzungen für eine artenreiche Flora und Fauna, Moor kann wieder wachsen. Projektschwerpunkt ist die Region Moskau.

„Das geht schon runter wie Öl, wenn man nach fünf Jahren Arbeit so einen Preis bekommt“, freut sich Peters. Er nahm die Auszeichnung gemeinsam mit dem „Moorpapst“ Professor Hans Joosten entgegen.

Die Hochschule arbeitet im Projekt mit. Denn die Uni, der Verein Duene und die Succow-Stiftung tragen das Greifswalder Moorzentrum. Hier wurde auch die Paludikultur, die nasse Landwirtschaft, am Modell Vorpommerns entwickelt. Diese nachhaltige Nutzung der Moore eröffnet Chancen für den Anbau von Pflanzen, beispielsweise für die Energiegewinnung oder die Herstellung von Dämmstoffen. Hans Joosten, übrigens Generalsekretär der internationalen Vereinigung der Moorschützer, ist einer der Autoren des UN-Klimaberichts, der in Bonn auf der UN-Klimakonferenz vorgestellt wurde. „Er ist weltweit als Berater gefragt“, sagt Peters. „Zum Beispiel bei der indonesischen Regierung.“ Der Inselstaat hat große Probleme mit brennenden Mooren. „Indonesien will darum zwei Millionen Hektar Moore wiedervernässen.“

Das Know-how des Leuchtturms Greifswald sei gefragt, betont Peters. Es gebe beispielsweise sehr erfolgreiche Projekte in der Ukraine und in Weißrussland. „In Bonn werden wir jetzt häufig wegen einer möglichen Zusammenarbeit angesprochen“, sagt Peters.

Eckhard Oberdörfer

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