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Robin Hood jagt im Sommer durch Eldenas Klosterruine

Stralsund/Greifswald Robin Hood jagt im Sommer durch Eldenas Klosterruine

Show, Tanz, Klassik: Insgesamt sechs Produktionen sind beim Freiluft-Festival des Theaters Vorpommern zu sehen

Stralsund/Greifswald. In der Klosterruine Eldena geht es mit Pfeil und Bogen im Stück „Robin Hood“ scharf zur Sache, und im Stralsunder Zoo wird Papagei Paul zu einem der Hauptdarsteller in der „Kleinen Zauberflöte“: Das Theater Vorpommern bereitet für diesen Sommer sechs Produktionen vor, die vom 16. Juni bis zum 12. August unter freiem Himmel aufgeführt werden.

Gespielt wird auf der mobilen Bühne am Wasser in den Hansestädten Stralsund und Greifswald und im polnischen Swinemünde, aber auch an neuen beziehungsweise wiederentdeckten Orten.

Wird ein Papagei zum Publikumsliebling?

Der Stralsunder Zoodirektor Christoph Langner musste jedenfalls nicht lange überlegen, als ihn Theaterintendant Dirk Löschner im vergangenen Herbst anrief und fragte, ob er sich Mozarts Musik zwischen den Tiergehegen vorstellen könne. „Das passt sehr gut“, findet Langner. Durch die Flugshow seien die Aras zum Beispiel Publikum gewohnt. Außerdem sollen Lamas, Hühner und Frettchen auftreten. Und einige Schauspieler werden wohl noch Reitunterricht nehmen. „Das ist eine Herausforderung. Die Schauspieler müssen viel improvisieren“, blickt Langner voraus. Aus Sicht von Dramaturgin Svenja Gottsmann jedenfalls können sich die Zuschauer bei dieser Familienvorstellung in der Regie von Horst Kupich auf eine sehr humorvolle Aufführung freuen. Sängerin Katarzyna Rabczuk nahm gestern bei der Vorstellung des Sommerprogramms schon mal Tuchfühlung mit Papagei Paul auf.

Für die ganze Familie ist auch „Robin Hood“ in Eldena gedacht, wo vor zehn Jahren die Musketiere ihre Degen geschwungen haben. Jetzt nehmen Ensemblemitglieder Unterricht bei einem Greifswalder Bogenschützen-Club, wie Schauspieler Jan Bernhardt, der zusammen mit Markus Voigt Regie führen wird, verriet. „In unserem Stück wird live geschossen“, kündigte Bernhardt an, der auch die Choreografien erarbeitet. „Und wir werden so trainieren, dass am Ende auch der Richtige gewinnt“, versicherte er.

Eine Opernnacht zum Abschied von Golo Berg

Ein Höhepunkt und zugleich Abschluss seiner fünfjährigen Zeit am Theater Vorpommern soll für Generalmusikdirektor Golo Berg die Nacht der italienischen Oper „Nessun Dorma“ werden. „Damit wollen wir an den Erfolg des letzten Jahres anknüpfen. Wir haben den Namen der Hansestädte in die Hauptstadt getragen und in Berlin vor 5000 Zuschauern mit großem Erfolg gespielt“, erinnerte Golo Berg.

Für die Verbindung von Bewährtem und Neuem entschied sich das Ballett Vorpommern und bringt in Kooperation mit der Saltet Air Company die Uraufführung von „Soul of Ballet“ heraus – mit einer „Musik dicht an den Emotionen“, so Dramaturgin Franziska Lüdtke.

Wie die glitzernden Sternstunden begannen

Die inzwischen dritte Auflage gibt’s bei den „Sternstunden des Musicals“. Mit dem Untertitel „Wie alles begann“ soll es dabei „zu den Wurzeln“ gehen, wie Musikdramaturgin Katja Pfeifer ankündigte. Die Musical-Spezialisten Chris Murray und Manfred Ohnoutka werden durch die glitzernde Welt des Genres führen. Zu hören sein werden Melodien aus „Oklahoma“, „My Fair Lady“, „A Chorus Line“, „Les Misérables“ und „Jesus Christ Superstar“.

Schließlich gibt es noch eine ganz besondere Gelegenheit, Theater nicht von den Rängen, sondern selbst auf der Bühne zu erleben: Bei der Aufführung von Carl Orffs „Carmina Burana“ können Singbegeisterte jeder Stimmlage nach vorheriger Anmeldung mitwirken.

Weitere Infos online:

www.theater-vorpommern.de

Marlies Walther

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