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Greifswald Hart wie Fußball, elegant wie Tanz
Vorpommern Greifswald Hart wie Fußball, elegant wie Tanz
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15:20 06.12.2018
Friederike Zach und Paula Münchow vom Rollsportclub üben zusammen (v.l.) Quelle: Christin Lachmann
Greifswald

 Elegant gleiten sie über das Parkett, drehen Pirouetten, zeigen Sprünge. Manchmal stürzen sie zu Boden. Dann stehen sie auf und machen weiter, als wäre nichts passiert. Das Training ist hart. Bis zu vier Mal die Woche üben die etwa 50 Sportler des Rollschuhclubs Greifswald. Die jüngsten anderthalb bis zwei, die Älteren bis zu drei Stunden.

Und dennoch bekommen die Sportler zu wenig Anerkennung für ihre Leistungen, findet Trainerin Nadine Krüger. Wir hart der Sport wirklich ist, würden nur die wenigsten sehen. „Es sieht leicht aus, aber das ist es absolut nicht. Talent dafür zu haben ist die eine Sache. Man braucht aber auch Durchhaltevermögen und vor allem Ehrgeiz.“ Umso früher die Kinder auf Rollschuhen stehen, umso weiter können sie kommen, sagt Krüger. Ab dem sechsten Lebensjahr wäre das beste Alter. In diesem, erklärt die Trainerin, haben die Kinder keine Angst vor Stürzen. „Wenn sie fallen, machen sie einfach weiter. Das ist bei uns Erwachsenen nicht so.“

Hinfallen, aufstehen und weitermachen

So elegant sich die Rollkunstläufer fortbewegen, so konzentriert müssen sie bei jedem ihrer Schritte sein. Bis sie die Sprünge oder Pirouetten beherrschen, vergeht viel Zeit, „in denen sie es immer wieder probieren müssen, egal ob es klappt oder nicht“, sagt Krüger. Die 11-jährige Anastasia Usichenko trainiert seit dreieinhalb Jahren im Verein. Während sie die Sprünge schnell beherrschte, waren es die Pirouetten, die ihr anfangs schwer fielen. „Einmal bin ich auf meinen Hinterkopf gefallen. Ich hatte Angst, es wieder zu probieren. Ich habe dann einfach weitergemacht“, erzählt die Sechstklässlerin stolz. Heute schaffe sie die Drehungen, weil sie durchgehalten und geübt hat, sagt Nadine Krüger.

Mit zwölf Jahren stand die heute 33-Jährige zum ersten Mal auf Rollschuhen. Das Körpergefühl und der elegante Ausdruck habe sie von Beginn an fasziniert. So sehr, dass sie dieser Sportart seit Jahrzehnten treu geblieben ist: „Auch wenn ich mittlerweile eher selten auf Rollschuhen stehe.“ Heute trainiert Krüger die Nachwuchsrollkunstläufer und organisiert die einmal jährlich stattfindende Weihnachtsshow. Die Durchführung beginnt für sie bereits im Frühjahr. „Nach den Sommerferien arbeiten wir dann die Choreografien aus.“

Rollkunstlaufen gelte als „Mädchensport“

Derzeit zählt der Verein etwa 60 Mitglieder und blickt auf eine lange Geschichte zurück. In den 50er Jahren gegründet, gingen schon einige Meister hervor. Hartmut Bettin wurde während seiner sportlichen Karriere fünf Mal zum DDR-Meister gekürt. Heute ist er Vereinsvorsitzender und trainiert selbst. Das Rollkunstlaufen scheint in seinem Blut zu liegen. Seine Mutter, Henriette Bettin, ist ein Urgestein im Greifswalder Verein, brachte sich als Kind das Rollschuhlaufen selbst bei und trainiert heute noch im Alter von über 80 Jahren die jüngsten Sportler.

Während Hartmut Bettin von seiner Mutter trainiert wurde, trainierte er selbst später seine Söhne. Die Zeiten, in denen mehr als ein Junge im Verein sind, sind aktuell vorbei. „Momentan haben wir keinen einzigen“, sagt Bettin. Rollkunstlaufen gelte als „Mädchensport“. Wenn doch mal ein Junge kommt, ist er auch schnell wieder weg, sobald sich das in der Schule herumsprechen würde. Dann wechseln sie lieber zum Fußball.

Ohnehin fluktuiere der Verein. Woran das liegen könnte, kann Nadine Krüger nur erahnen. Der Sport nehme viel Zeit in Anspruch. Neben Schule und später Studium oder Ausbildung eine Herausforderung. Krüger wird ihrer Leidenschaft weiterhin so engagiert nachgehen. Schließlich steht der neue Nachwuchs schon in den Startlöchern. Ihre dreijährige Tochter übt seit einiger Zeit das Rollschuhfahren. „Sie wollte das unbedingt. Ich hätte sie nie dazu gezwungen, aber innerlich habe ich schon gehofft, dass sie das Rollkunstlaufen irgendwann lernen will.“

Diesjährige Weihnachtsshow

Die Weihnachtsshow des Vereins findet am 15. und 16. Dezember statt. Anlässlich des 55-jährigen Bestehens gehen die Sportler in diesem Jahr auf Zeitreise. Beginn ist jeweils um 16 Uhr. Einlass um 15.30 in der Sporthalle II, Joliot-Curie-Straße. Der Eintritt ist kostenlos.

Den Rollsport Club gibt es seit den 50er Jahren und hat derzeit 60 Vereinsmitglieder.

Christin Lachmann

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