Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Romantisch komponierte Perlen
Vorpommern Greifswald Romantisch komponierte Perlen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 09.12.2017
Ekkehard Ochs über einen Liederabend im Greifswalder Theater
Greifswald

Für sein zweites Kammerkonzert in Greifswalds Großem Haus hatte das Theater Vorpommern einen Liederabend angekündigt – mit eigenen Kräften und Werken von Gerald Raphael Finzi (1901-1956), Maurice Ravel (1875-1937), Richard Strauss (1864-1949) sowie Robert Schumann (1810-1856). Wichtige Vertreter des Kunstliedes also, auch wenn der Brite Finzi hier unbekannt ist und Ravels Liedkunst eher Insidern etwas sagt. Doch beides könnte sich nun geändert haben.

Fülliger Wohlklang auf Englisch und Französisch

Maciej Kozlowski, Bassbariton am Hause, konnte den Shakespeare-Vertonungen Finzis („Let us Garlands Bring“ op. 18) und Ravels Drei Gesängen nach Paul Morand („Don Quichotte à Dulcinée“) beachtliches künstlerisches Gewicht verleihen. Dies tat er mit einer Stimme, die – gestalterisch höchst variabel – geradezu als „Liederstimme“ erscheint. Eine Stimme, die fülligen Wohlklang, angenehme Geradlinigkeit und Leichtigkeit mit spannungsvoller Tongebung und wandlungsfähigem, auch sprachlich vorzüglichem Erzählgestus verbindet. Kozlowski gelingt dies hier auf Englisch in Finzis individuell attraktivem, spätromantischen Komponieren und auf Französisch in Ravels originellen, spanisch intendierten Liebenswürdigkeiten – seinem letzten Werk überhaupt.

Höhepunkte des romantischen deutschen Kunstliedes

Der zweite Teil des Abends galt Robert Schumanns „Dichterliebe“, einem Zyklus von 16 Gesängen nach Heinrich Heine, die zu den Höhepunkten des romantischen deutschen Kunstliedes zählen. Dieser höchst anspruchsvollen Aufgabe hatte sich der Tenor Karo Khachatryan gestellt. Wir kennen ihn vorzugsweise – und überzeugend – von der Bühne, und dort ist er wohl auch stimmlich deutlich eher zu Hause.

Seine Stimme ist eher kraftgestützt und weniger spannungsvoll intensiv oder sensibel „poetisch“ ausgelegt. Für eine zwingend hochspezialisierte Art kammermusikalischen Singens ist sie eher nicht geschaffen – ungeachtet des allen Respekt verdienenden, erkennbar differenzierte Gestaltungsabsichten präsentierenden Einsatzes. Dennoch auch hier – wie für zwei abschließende Strauss-Gesänge – verdienter Beifall. Den darf sich die Moderatorin Stephanie Langenberg, vor allem aber auch David Behnke am Flügel zurechnen: als sehr souveräner, mit bemerkenswerter Leichtigkeit und Einfühlsamkeit agierender Mitgestalter.

OZ

Für drei Jahre muss ein 40-jähriger Greifswalder ins Gefängnis, weil er seinen 54-jährigen Zechkumpan im März 2016 in einer Greifswalder Wohnung mit einer Flasche, ...

09.12.2017

Hortkinder der Montessorischule spenden ebenfalls

09.12.2017

Kleine Katzowerin kann nach langer Reha krabbeln und sprechen

09.12.2017