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Greifswald Rückwärts mit dem Rolli aus dem Bus – so soll’s gehen
Vorpommern Greifswald Rückwärts mit dem Rolli aus dem Bus – so soll’s gehen
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00:00 12.05.2016

In einen Bus ein- und wieder auszusteigen, gehört zu den selbstverständlichen Dingen, über die die meisten von uns nicht weiter nachdenken. Wer aber in einem Rollstuhl sitzt oder einen Rollator nutzt, für den ist Busfahren eine Herausforderung. Die Stadtwerke Greifswald als Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs stellten deshalb gestern zwei Busse zur Verfügung: Menschen mit körperlichen Beeinträchtigungen sollten das Ein- und Aussteigen mal in Ruhe üben können. Fazit der Aktion: Ohne Hilfe geht es nicht.

In einen Bus ein- und wieder auszusteigen, gehört zu den selbstverständlichen Dingen, über die die meisten von uns nicht weiter nachdenken.

„Sie müssen vorwärts hineinfahren“, erklärte Kraftverkehrsmeister Heiko Laß. „Im Bus selbst müssen Rollstühle mit dem Rücken zur Fahrtrichtung stehen.“ Das sorge im Falle einer Gefahrenbremsung bei 50 Kilometer pro Stunde für mehr Sicherheit, da sonst der Rollifahrer nach vorne aus dem Sitz geschleudert werden könnte. Außerdem will es so die Vorschrift.

Jan Gloger, der schon sein ganzes Leben auf den Rollstuhl angewiesen ist, hält diese Regelung für realitätsfern. „Jeder Behinderte ist anders“, sagt er. Er zum Beispiel hat keine Hände und deshalb Probleme, sich festzuhalten. Steht sein Rollstuhl in Fahrtrichtung, geht es einigermaßen, andersrum fühlt er sich unsicher, sagt er. Und: Nicht in jedem Bus gebe es einen Anschnallgurt für Rollis.

Auch wenn die Vorschriften offenbar nicht jedem gerecht werden: Laß beharrt darauf, dass sie eingehalten werden müssen. „Und rückwärts geht es auch wieder raus.“ Seine Anweisung gelte auch für Rollatoren. Denn sollte die Rampe beim hinteren Einstieg nicht ausgeklappt sein, könne es passieren, dass die Gehhilfe zwischen Bus und Bordsteinkante gerät und die Person vorne überkippt. „Rückwärts dauert es zwar länger“, entgegnete er einer älteren Dame, die sich rückwärtsgehend nicht sicher fühlte. „Aber wenn Sie hinfallen, dauert es noch länger.“

Auch Rollstuhlfahrer haben es beim Rückwärtsfahren nicht einfach. Roland Bunsch (50, Foto rechts) wäre beim Herausmanövrieren beinahe mit einem Rad von der Rampe abgekommen. Und Rollstühle, die nicht elektrisch angetrieben werden, sind relativ schwer zu halten auf dieser kurzen, abschüssigen Rampe. In jedem Fall also muss der Busfahrer aussteigen und helfen, solche Situationen zu verhindern.

kl

OZ

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