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Greifswald Rügen inspirierte Fallada
Vorpommern Greifswald Rügen inspirierte Fallada
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00:00 06.12.2017
Gudderitz

Der Schriftsteller Hans Fallada besuchte gegen Ende des Jahres 1920 den Landwirt Johannes Kagelmacher in Gudderitz auf Wittow, den er einige Jahre zuvor in Leipzig kennengelernt hatte.

Falladas Buch „Wir hatten mal ein Kind“. Quelle: Foto: A. Farin

Ein Aufenthalt mit Folgen für sein Schaffen, dem die OZ aus Anlass des 70. Todestages des Autors in einer zweiteiligen Serie nachgeht. Zwischen 1921 und 1923 schrieb Fallada auf Rügen seinen zweiten Roman.

Wie gern er sich an seinen glücklichen Aufenthalt in Gudderitz, dessen Umgebung und an das am offenen Meer liegende Varnkevitzer Ufer erinnerte, zeigen auch seine Niederschriften in dem 1924 angelegten Gefängnistagebuch, in das er schonungslos seine Gedanken aufzeichnete. Am 13. Juli schwärmte er von Varnkevitz: „Davon ließe sich schreiben, dort wäre eine Liebesgeschichte zu träumen.“

Ins Gefängnis wurde Fallada nach mehreren Unterschlagungen auf einigen pommerschen Gütern eingewiesen. Kurz vor Haftantritt weilte er wiederum als Gast bei Johannes Kagelmacher, von dem er begeistert schrieb: „Wenn der über einen Acker ging, so fühlte es sein Fuß und sein ganzer Körper, dass der Boden nicht locker genug, dass er noch nicht gar war, und gleich wusste er die Mittel, wie man eben diese Gare erzielen konnte.“

Sein Interesse an dieser Person, mit der er bis in die 1940er-Jahre schriftlichen Kontakt pflegte, reichte sogar so weit, dass Kagelmacher ihm Pate stand für den Johannes Gäntschow, den Haupthelden des 1934 bei Rowohlt erschienenen Romans „Wir hatten mal ein Kind“– eine an autobiografischen Zügen reiche Darstellung. Hierin verwertete der Schriftsteller seine in den Jahren zuvor gesammelten Impressionen von Land und Leuten und setzte damit nicht allein einigen Inselmenschen, sondern vor allem den rügenschen Naturschönheiten ein literarisches Denkmal. Gäntschow, Spross einer merkwürdigen Inselfamilie, ist eigenwillig und will auf jeden Fall selbstständig und frei sein. Zu spät erkennt er, dass er so auch seine Jugendliebe Christiane verliert. Dieser Roman über einen merkwürdigen Helden nannte Fallada sein „schönstes, reifstes und reichstes Buch“.

André Farin

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