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SPD fordert günstigere Hortgebühren

Greifswald SPD fordert günstigere Hortgebühren

Im Hort der Greifschule sollen die Mieten drastisch steigen / Das würde höhere Elternbeiträge bedeuten

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Lesen, Basteln, Spielen: Die Mädchen und Jungen der Greifgrundschule haben viel Spaß im Hort.

Quelle: Peter Binder

Greifswald. Die SPD-Bürgerschaftsfraktion kritisiert die hohen Elternbeiträge in städtischen Horten. Um das zu ändern, fordert sie, die Mieten ab Januar 2017 zu senken.

 

OZ-Bild

Ich finde das Ansinnen sehr gut, die Platzkosten gering zu halten. Die Frage ist, ob sich das die Stadt leisten kann.“ Achim Lerm, Leiter Eigenbetrieb

Quelle:
Elternbeiträge Horte 2016 in Euro    
Einrichtung Teilzeit Halbtags
Hort Krullschule, Eigenbetrieb Hansekinder 93,25 64,13
Kinderhort Kunterbunt, Eigenbetrieb Hansekinder 93,00 77,75
Hort Abenteuerland, Kollwitzschule, Eigenbetrieb Hansekinder 93,00 79,33
Hort Martinschule 89,87 52,67
Hort Waldorfschule 87,30 51,12
Hort Weinertgrundschule, ILL 80,65 57,05
Hort Käpt’n Sprechdachs, Berufsfachschule 73,74 42,99
Hort Greifgrundschule, ILL 70,19 50,54
Hort Aktion Sonnenschein, Montessorischule 69,09 40,20

Anstoß für die aktuelle Debatte gab die Ungleichbehandlung zwischen den Horten des städtischen Eigenbetriebes „Hansekinder“ und privaten Horten, die Räume der Stadt mieten. Der Hortes des Institutes Leben und Lernen (ILL) in der Greifgrundschule muss bislang eine Miete von fünf Euro pro Quadratmeter zahlen. Die tatsächliche Kostenmiete liegt jedoch bei 9,56 Euro. Darunter versteht man die Höhe der Miete, mit der alle Kosten gedeckt sind, beispielsweise für Kredite. Die städtischen Horte müssen diese Kostenmiete seit Gründung des Eigenbetriebes „Hansekinder“ zahlen. Dem Hort in der neu gebauten Kollwitzgrundschule entstehen Kosten zwischen 4,19 Euro und 6,50 Euro kalt pro Quadratmeter. Nach Angaben des Eigenbetriebsleiters Achim Lerm unterscheiden sich die Preise in den drei Teilgebäuden. Die Bürgerschaftsmitglieder sind sich einig, dass die aktuelle Situation nicht gerecht ist.

Die Stadtverwaltung hat das Problem längst selbst erkannt und dem ILL eine Mieterhöhung ab Januar 2017 auf 9,56 Euro kalt pro Quadratmeter angekündigt. „Das wäre eine exorbitante Steigerung“, sagt ILL-Geschäftsführer Sergio Achilles. Ihm bliebe jedoch keine andere Wahl, als sie zu akzeptieren. Klar ist, dass in der Folge die Elternbeiträge steigen müssten.

Genau das will die SPD verhindern und zäumt das Pferd von hinten auf. Ihr sind die hohen Kosten in den städtischen Horten schon länger ein Dorn im Auge. „Die Nachmittagsbetreuung in den Horten ist total wichtig. Sie muss günstig sein, damit Familien sie sich leisten können“, sagt SPD-Bürgerschaftsmitglied Erik von Malottki. Die Beschlussvorlage der Sozialdemokraten sieht daher vor, die Mietkosten für die städtischen Horte nach unten an das Niveau des günstigsten Hortes anzupassen. Das ist übrigens der Hort der Weinertgrundschule, für den das ILL laut Achilles 3,76 Euro kalt pro Quadratmeter zahlt.

Sollte die Bürgerschaft der Beschlussvorlage der SPD zustimmen, bedeutet das sinkende Platzkosten und damit auch niedrigere Elternbeiträge. Selbst im Hort der Greifschule könnten die Gebühren leicht sinken, statt zu steigen. Für die Stadt hieße das allerdings, dass die fehlenden Einnahmen ein Loch im städtischen Haushalt verursachen. Achilles begrüßt die politische Initiative. Er würde die höheren Kosten zwar komplett weitergeben an Eltern, Land und Kreis, gibt jedoch zu bedenken: „Wir zahlen in keinem unserer Horte in Mecklenburg-Vorpommern eine derart hohe Miete, sondern maximal sieben Euro.“ Das ILL betreibt 22 Horte. Grund für die hohen Mieten sieht er in den stark gestiegenen Baupreisen der vergangenen Jahre. Daher lande auch das ILL bei einem Neubau bei 7,50 Euro je Quadratmeter.

„Ich finde das Ansinnen sehr gut, die Platzkosten gering zu halten. Die Frage ist, ob sich das die Stadt leisten kann“, sagt Eigenbetriebschef Lerm. Die Antwort der SPD darauf ist eindeutig: „Ja. Wir nehmen einfach die 600 000 Euro, mit denen der Hafen Ladebow ausgebaggert werden soll und investieren sie in die Horte“, sagt Erik von Malottiki. Seine Fraktion lehnt die Vertiefung der Fahrrinne auf städtische Kosten strikt ab.

Die Hortgebühren aus dem Haushalt zu subventionieren, hält FDP-Bürgerschaftsmitglied André Bleckmann für den falschen Weg. „Im Sinne der Gleichbehandlung ist es vielmehr geboten, die Besserstellung eines Hortes zu Lasten aller anderen zu beenden und auch für den Hort der Greifgrundschule eine kostendeckende Miete zu veranschlagen.“

Katharina Degrassi

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