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Greifswald SPD will freien Zugang zum Strandbad
Vorpommern Greifswald SPD will freien Zugang zum Strandbad
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00:05 07.06.2016
Oma Sonja und Mama Jacqueline Härtel besuchen mit den Kindern Stella und Aaron gern das Strandbad Eldena. Quelle: Peter Binder

Bis in die Dänische Wiek hinein reichende Bauzäune sperren das Strandbad Eldena ab. Damit soll verhindert werden, dass Bürger hier kostenlos ins Wasser gehen können. Mit den Einnahmen wird ein Teil der Bewirtschaftung des Strandbades durch die Gemeinnützige Gesellschaft für Arbeitsförderung, Beschäftigung und Strukturentwicklung (ABS) finanziert. Die Absperrung mit Zäunen wird viel diskutiert. Denn Touristen und viele Greifswalder wünschen sich, zu jeder Jahreszeit kostenlos den Strand nutzen zu können (die OZ berichtete). Alles in allem kostete des Strandbad 2015 etwa 100000 Euro, die Stadt spendierte 35000 Euro. Der Rest wurde über Einnahmen gedeckt.

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Beschäftigungsgesellschaft soll weiter bewirtschaften / Die Zäune würden aber nicht abgebaut

„Groteskerweise werden 70 Prozent der Eintrittsgelder für den Kassenbetrieb ausgegeben“, kommentiert Bürgerschaftsmitglied Erik von Malottki (SPD). Monique Wölk (SPD), Vorsitzende des Bauausschusses, findet es „absurd, dass Touristen und Jogger Eintritt bezahlen müssen, auch wenn sie nur am Strand in Eldena spazieren gehen, laufen oder den Blick auf den Bodden genießen wollen.“ Auch Familien mit kleinem Geldbeutel sollten im Sommer einen sicheren, stadteigenen Strand genießen können, argumentiert Wölk.

Die Sozialdemokraten wollen per Bürgerschaftsbeschluss den kostenlosen Zugang ab 2017 erreichen. Das wird von den Bündnisgrünen und den ehemaligen Piraten Jörg Neubert und Milos Rodatos unterstützt.

Auch Jörn Kasbohm (Linke) signalisiert grundsätzliche Zustimmung.

Es sei nicht vermittelbar, dass die Strände von Lubmin, Usedom und Rügen für alle offen seien, während die Greifswalder für ihren Hausstrand bezahlen müssten, ergänzt Grünenfraktionschef Alexander Krüger. Dass das Strandbad aber weiter durch die ABS saubergehalten werden soll, das ist Konsens. Auch die Sorge um Ruhestörungen in der Nacht treibt die Kommunalpolitiker um. Linke und Grüne wollen darum die Tore des Nachts schließen. Mit anderen Worten: Die Bauzäune im Wasser bleiben stehen. Auch bei kostenlosem Strandzugang am Tag müssten die Bürger die Eingangstore nutzen.

André Bleckmann (FDP) lehnt ebenfalls den ungehinderten Zugang zu jeder Tageszeit ab. Er verweist auf die Erfahrungen mit dem frei zugänglichen Stralsunder Strandbad. Besonders die nächtlichen Partys würden dort durch das Zurücklassen von Müll, Glasscherben und so weiter für einen zusätzlichem Aufwand von etwa 40 Wochenstunden sorgen. Dazu kämen Vandalismusschäden. Diese und die Bezahlung eines Wachschutzes würden Stralsund etwa 17000 Euro im Jahr kosten, unterstützt Nikolaus Kramer (Alternative für Deutschland). Auf den Inseln zahle man Kurtaxe, lässt er das Argument des kostenlosen Strandzugangs auf Usedom nicht gelten.

Bleckmann warnt davor, auf den seines Erachtens geringen Eigenanteil der Besucher an den Ausgaben zu verzichten. Die Eintrittspreise seien auch dank vieler Rabatte moderat. Er vermutet, dass SPD und Co. mit diesem Vorstoß schon den Landtagswahlkampf einläuten. „Wir sollten die Kosten nicht allen Bürgern der Stadt aufbürden, auch wenn die das Strandbad gar nicht nutzen“, fordert Frank Hardtke (Kompetenz für Vorpommern). „Denn dadurch würden zwangsläufig andere Projekte weniger Geld bekommen.“ CDU-Fraktionchef Axel Hochschild sieht gleichfalls keinen Änderungsbedarf. „Ich bin auch weiterhin für die sehr gute und bewährte Bewirtschaftung durch die ABS. Ordnung und Sauberkeit und kaum nächtliche Lärmbelästigung sind so am Besten gewährleistet“, meint er.

Eckhard Oberdörfer

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