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Greifswald Säckeweise Wurst im Wald: Landwirt schlägt Alarm
Vorpommern Greifswald Säckeweise Wurst im Wald: Landwirt schlägt Alarm
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12:13 07.03.2018
Landwirt Sebastian Vaegler ist nach dem Fund hunderter Wurstabpackungen im Wald besorgt um seine Schweine. FOTOS (2): CORNELIA MEERKATZ
Dambeck

Hochbrisanter Fund bei Dambeck (Gemeinde Groß Kiesow). In einem Waldstück 20 Kilometer südlich von Greifswald haben Unbekannte mehrere Säcke mit abgepackter Wurst aus einem Supermarkt abgelegt, zudem einige Pakete Margarine und Milch. Die Zahl der illegal entsorgten Abpackungen geht in die Hunderte. Die gelbe Kennzeichnung macht deutlich, dass es sich um preisreduzierte Ware handelte. Das Ablaufdatum der Wurst lag laut Aufdruck in den Jahren 2016 und 2017.

Fund bei Dambeck beunruhigt die Kreisverwaltung: Schon kleinste Reste Rohwurst können das Afrikanische-Schweinepest-Virus verbreiten

Der Züssower Landwirt Sebastian Vaegler, dem der Wald gehört und der in Dambeck eine Schweinemast mit 2000 Tieren betreibt, hat Strafanzeige bei der Polizei gestellt. „Ich bin in großer Sorge. Ich werde selbst nichts abfahren, damit ich mir in meinen Tierbestand nichts einschleppe“, macht er deutlich. Die Gefahr der Afrikanischen Schweinepest ist schließlich groß.

Beim Landkreis schrillten bei Bekanntwerden des Fundes alle Alarmglocken. „Die illegale Ablagerung von Lebensmittelresten in dieser Größenordnung ist nicht nur abfallrechtlich ein Problem.

Insbesondere angesichts der drohenden Seuchengefahr durch die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist Wurst im Wald ein Szenario, das unseren schlimmsten Befürchtungen entspricht“, sagte gestern Landkreissprecher Achim Froitzheim.

Woher die Riesenmengen Lebensmittel stammen, lässt sich noch nicht sagen. Der Landkreis hat umfangreiche Untersuchungen eingeleitet. Denkbar ist, dass ein Messie derartige Mengen hortete und diese nun bei einer Haushaltsauflösung illegal entsorgt wurden. Dass Supermarkt-Mitarbeiter die Wurst selbst in den Wald gekarrt haben, ist eher unwahrscheinlich. Viele Märkte geben preisgesenkte Ware, die verbraucht werden muss, an die Tafeln im Land ab, um Bedürftige zu unterstützen.

Doch unabhängig von der Problematik, woher diese Mengen nicht mehr verkäuflicher Lebensmittel stammen, „ist es in der aktuellen Situation gleichermaßen unverantwortlich wie sträflich, Wurstwaren in der freien Landschaft abzukippen“, sagt Froitzheim. Denn die Afrikanische Schweinepest rücke immer näher. „Bereits kleinste Reste von infizierten Rohwursterzeugnissen können das Virus verbreiten und zum Ausbruch der Seuche bei uns führen. Wir haben uns der Sache umgehend angenommen und wollen den oder die Täter ausfindig machen“, versichert der Sprecher des Landkreises.

Bereits in der Vorwoche hatte ein Dambecker, der oft im Wald unterwegs ist, aber ungenannt bleiben möchte, säckeweise abgelaufene Lebensmittel gefunden und privat entsorgt. Der neue Fund ist noch größer. Die Veterinärbehörde des Kreises will zusammen mit der Lebensmittelüberwachung den Discounter befragen, ob er eine Erklärung für die Wurst im Wald hat.

Wie ernst die Situation ist, zeigt die Tatsache, dass das Landwirtschaftsministerium in Schwerin Schilder an Autobahnparkplätzen aufgestellt und Merkblätter verteilt hat, auf denen vor dem Wegwerfen angebissener Wurststullen und der Gefährlichkeit dieses Handelns eindringlich gewarnt wird.

Cornelia Meerkatz

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