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Greifswald Sanierung des Schlosses hat begonnen
Vorpommern Greifswald Sanierung des Schlosses hat begonnen
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00:05 31.01.2018
Die Sanierung des Gützkower Schlosses hat begonnen, derzeit wird das Mauerwerk im Keller trockengelegt. Quelle: Fotos: Petra Hase
Gützkow

Mit etwas Verspätung begann im November vorigen Jahres die Sanierung des Gützkower Schlosses, das sich im Eigentum der Stadt befindet und Domizil des Gymnasiums ist. Eigentlich war der Baustart für das dritte Quartal geplant. Auch die Finanzierung musste nachgebessert werden. OZ sprach mit Bürgermeisterin Jutta Dinse über dieses große Bauprojekt, andere kleine Vorhaben, Wünsche und Hoffnungen für 2018.

Gützkow investiert mit Unterstützung des Landes 2,5 Millionen Euro in das Gymnasium

Statt der ursprünglich veranschlagten 1,9 Millionen Euro bewegen sich die Kosten für das Schloss jetzt bei 2,5 Millionen Euro. Woran liegt es?

Zunächst einmal dauerten die Vorbereitungen und Gespräche länger als erwartet. Der Denkmalschutz beispielsweise forderte den Erhalt und die Sanierung des Daches. Dadurch wird es erheblich teurer, wir wollten eigentlich ein neues Dach, das wäre preiswerter gewesen. Auch die Ausschreibung der Bauleistungen war problematisch, da viele Firmen im vorigen Jahr eine gute Auftragslage verzeichneten. Wir hoffen jetzt auf bessere Ergebnisse. Zurzeit läuft die Trockenlegung des Mauerwerks im Kellerbereich. Elektro- und Sanitärarbeiten sind bereits beauftragt, nun muss die Dachsanierung ausgeschrieben werden. Auch Maler- und Fußbodenarbeiten sind zu vergeben.

Muss die Stadt Gützkow die Kosten allein schultern? Immerhin ist es eine Schule für das ganze Umland?

Wir bekommen 1,23 Millionen Euro Fördermittel aus dem Ilerl-Programm des Landes MV – ein Programm zur Förderung der ländlichen Entwicklung. Wir hoffen, dass wir den jetzigen Finanzrahmen einhalten können und auch die geplante Fertigstellung im Januar 2019 hinbekommen.

Im vorigen Jahr wollten Sie die Planung für den Ausbau der Feldstraße vorantreiben. Wie steht es darum?

Gut, dass wir das auf den Weg brachten, denn wir haben kurzfristig vom Landwirtschaftsministerium Fördermittel bekommen. Weil die Planung fertig ist, können wir auch gleich loslegen. Allerdings müssen wir vorab in dem Bereich erst die Vorflutverhältnisse ordnen. Deshalb wird die Maßnahme in Bauabschnitte gegliedert. Der erste Abschnitt vor dem Wohnblock am Kindergarten, also vom Lindenweg bis zu den Betonplatten, beginnt in Kürze. Die Firma wurde bereits beauftragt. Das Bauvorhaben kostet 507000 Euro, davon werden 380 000 Euro über die Fördermittel finanziert. Wir hoffen, den verbleibenden Abschnitt der Feldstraße zwischen Kita und Schule bald anschließen zu können. Der Termin steht aber noch nicht fest.

Stichwort Kita. 2017 haben Sie einen Teil des Zauns erneuert. Geht es damit weiter?

Ja. Wir haben noch einmal 15000 Euro in den Haushalt eingestellt. Damit soll in diesem Jahr der zweite Abschnitt erneuert werden.

Planen Sie 2018 noch andere Investitionen?

In diesem Jahr soll endlich in Lüssow das Bollwerk mit der Steganlage erneuert werden. 15 000 Euro sind dafür eingeplant. Die Arbeiten waren für 2017 vorgesehen, doch es gab keine Bewerbung auf die Ausschreibung. Nun wollen wir neu ausschreiben. Außerdem wollen wir die Stadtmauer in der Wallstraße sanieren. Das Land sicherte uns dafür Städtebaufördermittel in Höhe von 527000 Euro zu. Dabei geht es um den einsturzgefährdeten Bereich, der schon seit Jahren abgestützt wird. Dort sollen Beton-L-Schalen eingebaut werden, um den Hang abzustützen. Im Anschluss wird aus Naturstein wieder die Mauer errichtet.

Und wie viel Geld bringt die Stadt dafür auf?

264 000 Euro sind im Haushalt eingeplant. Die Ausschreibung der Arbeiten soll in Kürze erfolgen, damit die Bauarbeiten im Sommer erledigt werden können. Voraussetzung ist aber, wie bei allen anderen Vorhaben auch, der städtische Haushalt. Deshalb hoffe ich, dass die Stadtvertreter morgen Abend den Etat für 2018 beschließen. Der Finanzausschuss hat bereits dafür gestimmt.

Wird der Haushalt ausgeglichen sein?

Nein. Der Finanzhaushalt 2018 weist ein Minus von 162 000 Euro auf, der Ergebnishaushalt ein Minus von 792 000 Euro. Trotzdem werden wir die geplanten Investitionen tätigen können, da das Defizit mit liquiden Mitteln aus den Abschlüssen der vergangenen Jahre ausgeglichen werden kann.

Am Kosenowsee sollte ein Caravanplatz mit 84 Stellplätzen entstehen. Noch ist dort kein Bagger zu sehen.

Das ist ein privates Vorhaben. Als Stadt hoffen wir, dass der Investor in diesem Jahr endlich loslegen kann, unsere Zustimmung hat er jedenfalls. Doch das Projekt wirft auch weitere Fragen auf. Haben wir erst mal einen Caravanplatz und damit Touristen in der Stadt, sollte Gützkow mehr bieten als nur den See. Ich würde mich freuen, wenn sich mehr Bürger als bisher mit ihren Ideen zur Entwicklung der Stadt und der Umlandorte einbringen würden. Mein Ziel ist es, eine Art Zukunftsbild für Gützkow zu entwerfen. Wo wollen wir hin? Dazu gab es ein erstes Arbeitstreffen mit den Ausschussvorsitzenden und Stellvertretern. Als Stadt möchten wir zum Beispiel den Weg um den See herum neu gestalten. 2017 haben wir es nicht geschafft, über das Förderprogramm Leader Geld zu bekommen. Deshalb werde ich es 2018 erneut versuchen. Toll wäre auch ein Mehrgenerationenhaus für Gützkow.

Vor einem Jahr schloss der Jugendclub seine Türen. An dem Zustand hat sich bis jetzt nichts geändert. Warum?

Wir haben bislang keinen neuen Träger für den Club gefunden.

Auch in Sachen schnelles Internet ruht still der See. Warum?

Dafür ist der Landkreis zuständig. Vor zwei Jahren wurden die Fördermittelbescheide an den Kreis überreicht. Doch passiert ist noch gar nichts. In keinem Ort unseres Amtes. Das ärgert mich. Beim CDU-Neujahrsempfang sprachen Politiker von der Notwendigkeit, den ländlichen Raum zu entwickeln. Aber es dauert alles viel zu lange. Grundsätzlich ist es so, dass der ländliche Raum den Menschen schon einmal wesentlich mehr geboten hat als heutzutage.

Petra Hase

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