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Schickes Wohnheim in Denkmalhaus am Markt

Greifswald Schickes Wohnheim in Denkmalhaus am Markt

Zwei Landesminister kamen zur Einweihung in die Bachstraße / 38 Studenten können zum kommenden Wintersemester einziehen

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Das neue Wohnheim auf der Hofseite weist mit einem Bild- und Schriftband auf Johann Sebastian Bach hin. Fotos (4): Peter Binder

Greifswald. Ab dem 1. Oktober stehen den Greifswalder Studenten 38 neue Wohnheimplätze zur Verfügung. Damit verfüge das hiesige Studentenwerk über insgesamt etwa 1000 Plätze, so gestern der Aufsichtsratsvorsitzende, Unikanzler Wolfgang Flieger, bei der Einweihung des Gebäudes in der Johann-Sebastian-Bach-Straße. „Wir können damit neun bis zehn Prozent der Greifswalder Studenten mit Wohnheimplätzen versorgen“, informierte Flieger. Von den angestrebten 15 Prozent sei man aber deutlich entfernt.

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Zwei Landesminister kamen zur Einweihung in die Bachstraße / 38 Studenten können zum kommenden Wintersemester einziehen

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2,4 Millionen Euro kostete die Sanierung des früheren Gästehauses der Ernst-Moritz-Arndt-Universität. Eine halbe Million Euro sind Städtebaufördermittel des Landes und der Stadt. „Das Ergebnis ist absolut überzeugend“, sagte Flieger. „Attraktiver kann studentisches Wohnen nicht sein.“ Die Einraum- und Doppelappartements sind komplett möbliert. Alle verfügen über Internetanschluss. Auf dem Hof stehen Stellplätze für Autos und Fahrräder zur Verfügung. Übrigens: Es sind noch Plätze frei.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) kann sich noch sehr gut an das Treffen mit Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) erinnern, auf dem die Weichen gestellt wurden. „Wir verabredeten uns im ’Deutschen Hof’ in Bützow zu Kaffee und Kuchen“, erzählte er. Brodkorb habe Glawe gesagt, dass er bis 2020 sieben bis acht Millionen Euro für Wohnheimplätze benötige. Davon etwa fünf Millionen Euro für Greifswald, weil die Situation dort schwieriger sei. Glawe sagte zu. „Danke, lieber Harry“, sagte der Bildungsminister. Wenn er etwas zusage, dann halte er sein Wort, so Glawe. Das sei vorpommersche Art, fügte der gebürtige Greifswalder hinzu. 2017 werde sein Ministerium die Sanierung und Modernisierung des Wohnheimes in der Makarenkostraße mit 3,9 Millionen Euro unterstützen.

Noch sind zwar im neuen Wohnheim die Bauarbeiter aktiv, aber das Äußere präsentiert sich schon weitgehend in neuem Gewand. An der Hofseite wurden Porträt, Schriftzüge und Noten von Johann Sebastian Bach angebracht. Im Innern präsentiert sich das Treppenhaus lichtdurchflutet mit Blau- und Gelbtönen. Die schöne Treppe von 1860 ist ein Glanzstück der Inneneinrichtung.

Nummer zwei befindet sich in der Durchfahrt. Dort wurden „Fenster“ gelassen, damit Besucher die Ziegel aus der Zeit von 1290 bis 1300 sehen können. „Es sind Brandschutzmauern nach Lübischem Recht“, erläuterte Architekt Fred Lesche. „Wir befinden uns hier auf geschichtsträchtigem Boden.“ Brandschutzmauern grenzten die Grundstücke voneinander ab. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) habe ein Greifswalder an dieser Stelle eine Herberge bauen lassen, so Lesche. Architekt des folgenden Gaststätten- und Hotelneubaus 1805 war Johann Gottfried Quistorp, der erste Lehrer des Malers Caspar David Friedrich. 1860 erfolgte eine Veränderung der Fassade, das Haus wurde aufgestockt, das Innere neu gestaltet. Die Universität, die das „Deutsche Haus“ nach 1945 übernahm, sei „geschichtlich respektlos“ mit dem Innern des Gebäudes umgegangen, merkte Fred Lesche an.

Eckhard Oberdörfer

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