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Schlagabtausch im Kreissportbund

Greifswald Schlagabtausch im Kreissportbund

Streit innerhalb des Vorstands droht zu eskalieren / Greifswalder Anträge auf Kreissporttag komplett abgelehnt

Greifswald. Im Kreissportbund Vorpommern-Greifswald ist der Wurm drin. Oder wie es der Präsident des Landessportbundes MV, Wolfgang Remer, am Freitagabend beim 4.

Kreissporttag in Anklam formulierte: „Hier ist noch sehr viel Sand im Getriebe.“

Auch dreieinhalb Jahre nach dem Zusammenschluss der Sportbünde von Greifswald, Ostvorpommern und Uecker-Randow liefern sich Vorstandsmitglieder des Kreissportbundes (KSB) einen offenen Schlagabtausch. In der Vergangenheit drehte sich der Streit lange Zeit um den Sitz der KSB-Geschäftsstelle. Während die Greifswalder den Kreissitz präferierten, entschied sich die Mehrheit letzten Endes wegen der zentralen Lage für Anklam (die OZ berichtete).

Vizevorsitzende Christhilde Hansow aus Eggesin nutzte das Treffen von etwa 100 Sportlern und Funktionären dazu, Dinge „richtigzustellen“, weil sie „in letzter Zeit persönlich angegriffen und als Verhinderer dargestellt“ worden sei. Ihre Rede richtete sich in erster Linie an das Greifswalder Vorstandsmitglied Bernt Petschaelis. „Häufig geht es nur um die Belange des Stadtsportbundes Greifswald“, monierte Hansow und betonte, dass der KSB für 38500 Mitglieder da sei. „Wer nur seine eigene Meinung gelten lässt, vernachlässigt zwei Drittel der Sportler“, sagte sie und unterstellte damit indirekt, dass Greifswald nur für die rund 13000 Sportler des Stadtsportbundes eintrete. Hansow warf Petschaelis „persönliche Befindlichkeiten und egoistisches Vorgehen“ vor mit der Folge, dass „das Ansehen des KSB beschädigt wurde, insbesondere das der Vorsitzenden Virginia Paul-Walther“.

Petschaelis, der sich angegriffen fühlte, wollte diese Kritik nicht im Raum stehen lassen. Dass es dennoch nicht zum öffentlichen Eklat kam, war dem Vizevorsitzenden Ulf Dembski zu verdanken. Als Versammlungsleiter unterband der Greifswalder mehr oder weniger eine Erwiderung Petschaelis. Der Vorstand solle diesen Streit nicht auf dem Kreissporttag austragen, schließlich stünden noch eine Reihe weiterer Themen an, sagte er. Und so ging das Gremium, als wäre nichts gewesen, zur Tagesordnung über. Doch auch der weitere Sitzungsverlauf zeigte: Ein konstruktives Miteinander sieht anders aus. Alle vier Anträge aus dem Bereich Greifswald wurden während der Beratung mit deutlichen Mehrheiten abgelehnt. Eine Diskussion fand nahezu nicht statt.

So beantragte Bernt Petschaelis für den Stadtsportbund eine Reduzierung des hauptamtlichen Personals von derzeit sechs auf künftig drei Mitarbeiter in der Geschäftsstelle. Die drei frei werdenden Stellen sollten den Regionalverbänden Ostvorpommern, Greifswald und Uecker-Randow in Form von Vereinssportlehrern zugutekommen. Das Ansinnen fand keine Mehrheit. KSB-Vorsitzende Virginia Paul-Walther erinnerte daran, dass die Geschäftsstellenstruktur Sache des Vorstandes und nicht des Kreissporttages sei. „Der Vorstand hat entschieden, dass künftig bis zu vier Mitarbeiter erforderlich sind“, so Paul-Walther. Ab 1. September seien es noch fünf, da eine Mitarbeiterin selbst gekündigt habe. Es werde Stellenbeschreibungen für jeden geben. Die Betreuung der 364 Vereine sei reichlich Arbeit.

Auch Petschaelis‘ Ziel, die Fahrtkostenerstattungen für Hauptamtliche und Vorstände zu reduzieren, fand keine Mehrheit. Ebenso wurden zwei Anträge des Seesportclubs Greifswald abgelehnt. Dabei ging es zum einen um eine Fahrtkostenerstattung für Vereine, zum anderen um verlängerte Öffnungszeiten der KSB-Geschäftsstelle, um Ehrenamtlichen ein Aufsuchen nach Feierabend zu ermöglichen.

Abgesegnet indes wurden die Berichte des Vorstands, in denen es um 2015 und den Etat 2016 ging. Am Ende blieb ein fader Nachgeschmack, den zumindest Bernt Petschaelis nicht vergisst: „Frau Hansow hat bereits in der Vergangenheit maßgeblich dazu beigetragen, dass ein einheitliches Handeln des Vorstandes nur noch selten vorkommt, da sie in meinen Augen durch Ignoranz und fehlende Kompromissbereitschaft ständig glänzt“, urteilte er am Ende.

Von Petra Hase

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