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Greifswald Schon wieder Streit mit Investor in Riemserort
Vorpommern Greifswald Schon wieder Streit mit Investor in Riemserort
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00:00 21.12.2016
Greifswald

Im Streit von Bürgern mit dem Investor Torsten Grüber in Riemserort wurde das nächste Kapitel aufgeschlagen.

Der Eigentümer der Bautzner Immobiliengruppe A4Res hat kurz vor Weihnachten, am 16. Dezember, die Zufahrt zu Stellplätzen in der Gartensiedlung untersagt.

Zuvor waren die Verhandlungen um den Abschluss einer Vereinbarung zwischen Grundstücksbesitzern und Investor gescheitert. Zur Erinnerung: Der Riemser Seglerverein soll zum Jahresende sein Gelände verlassen (die OZ berichtete). Die A4Res hat den Pachtvertrag gekündigt.

Auf der Straße Am Bukowberg stehen nun Autos dicht an den Hecken. Denn die Zufahrten zu den Stellplätzen befinden sich auf der Rückseite der Grundstücke und sind nur über einen Feldweg erreichbar.

Die Gartensiedlung ist Denkmalbereich, Pkw sollen deshalb wenig sichtbar sein. Auf Antrag bei der Denkmalbehörde sei aber auch ein Stellplatz auf dem Grundstück an der Straße möglich, so Stadtsprecherin Andrea Reimann. Der aktuelle Weg zu den Stellplätzen gehört zu dem Land, das Torsten Grüber im September 2016 erworben hat. Er kaufte insgesamt 220 Wohnungen und weitere leerstehende Bauten auf der Landzunge vor dem Riems.

Anwohnersprecher Ulrich Kuhn wohnt in der ebenfalls betroffenen Schulstraße. „Ich habe viel versucht, um eine Einigung zu erreichen“, sagt Kuhn. Allerdings habe Herr Grüber keine unterschriftsreife Vereinbarung vorgelegt „So fehlte in dem von ihm vorgelegten Papier eine Aufschlüsselung der konkreten Kosten. Auch die Forderung nach gegenseitiger Haftung hat viele gestört.“

Der Hintergrund: Die A4Res GmbH wollte den Anwohnern die Befahrung ihrer Grundstücke gestatten. Diese sollten aber in ihrer Gesamtheit für Kosten wie Winterdienst, Versicherung und Grundsteuern aufkommen. Die Höhe der Grundsteuern sei nicht benannt worden, und es sei allgemein von Abgaben die Rede, so Kuhn. Das könnten auch Beiträge zum Beispiel für eventuelle Straßenbauten und anderes in Zusammenhang mit Investitionen sein. Seines Wissens habe die Stadt sogar Grüber einen Amtsleiter zur Seite gestellt, damit die Kosten konkreter benannt werden könnten, so Kuhn.

„Ich verstehe, dass Herr Grüber Sicherheitsbedenken hat“, betont er. Aber der Vertragsentwurf sei eben nicht akzeptabel gewesen. Die Ortsratsvorsitzende Ulla Tesmer (SPD) hatte Torsten Grüber vergeblich um eine Fristverlängerung gebeten. „Leider wurde die Zufahrt zu den Carports bei der Vermessung der Grundstücke vergessen. Dadurch ist sie keine öffentliche Straße“, bedauert sie. Das sei die Ursache der Probleme. Die Anwohner hätten dafür eine Lösung. „Die Stadt könnte einen Flächentausch mit der A4Res GmbH vornehmen“, sagt Ulrich Kuhn.

Torsten Grüber will sich wie schon bei den Auseinandersetzungen mit den Seglern nicht öffentlich äußern.

Ulla Tesmer sorgt sich indes, dass die Feuerwehr wegen der parkenden Autos nicht mehr überall durchkommt. Anwohner berichteten, dass die Stadt schon das Ordnungsamt zur Besichtigung der Situation entsandt habe. Stadtsprecherin Andrea Reimann dementiert. „Die Verkehrskontrolleure und der Kommunale Ordnungsdienst waren seit Wochen nicht im Riemserort“, sagt sie. Erst gestern wurde ein Mitarbeiter in den Ortsteil entsandt. Bisher seien „Am Bukowberg“ nie Verwarnungen ausgesprochen worden. Auch die Feuerwehr habe bisher keine Überprüfung durchgeführt.

Eckhard Oberdörfer

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