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Schulsozialarbeit: Party trotz Zukunftsangst

Greifswald Schulsozialarbeit: Party trotz Zukunftsangst

Der Verein „Öffnung der Schulen“, der acht Schulsozialarbeiter in Greifswald trägt, feierte gestern mit hunderten Schülern sein 20-Jähriges. Doch wie es 2017 weitergeht, ist unklar.

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Die Schüler kümmerten sich meistbietend selbst um die Verpflegung. Von Bratwurst bis Obstteller konnte man Verschiedenes genießen.

Greifswald. Die Sonne knallt, Livemusik und viele fröhliche Kindergesichter: Wenn Schulleiterin Kerstin Hochheim sich umguckt an diesem Mittwochmittag am Strand von Eldena, ist sie sicher: Die große Party, die der Verein „Öffnung der Schulen“ (ÖdS) hier für alle Viert- bis Siebtklässler aus der Stadt schmeißt, ist der perfekte Start ins neue Schuljahr. Über 600 Kinder sind gekommen, „und alle haben so viel Spaß“, sagt sie.

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Der Verein „Öffnung der Schulen“, der acht Schulsozialarbeiter in Greifswald trägt, feierte gestern mit hunderten Schülern sein 20-Jähriges. Doch wie es 2017 weitergeht, ist unklar.

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Die Organisatoren selbst allerdings tragen auch Sorgen mit sich herum: Seit 2011 schickt der ÖdS-Verein, der anfangs Freizeitangebote an Schulen etablieren wollte, acht Schulsozialarbeiter an sechs Greifswalder Schulen. Wie er sie ab 2017 finanzieren soll, ist unklar. Bisher haben die Krull-, die Nexö- und die Fischerschule sowie das Humboldt- und das Jahngymnasium je einen Schulsozialarbeiter von ÖdS, drei weitere Mitarbeiter des Vereins sind an der Berufsschule im Einsatz. Auch alle anderen Schulen in der Stadt haben auch Schulsozialarbeiter, allerdings von anderen Trägern.

„Schulsozialarbeiter sind unverzichtbar“, meint Kerstin Hochheim als Leiterin der Krullschule. Diese Pädagogen bieten Präventionsveranstaltungen an, bilden Streitschlichter aus, beraten bei Mobbing, vermitteln zwischen Lehrern, Eltern, Schülern – vor allem dann, wenn es Probleme gibt. „Und irgendwelche Probleme gibt es an Schulen immer“, sagt Hochheim.

Trotzdem könnten 2017 einzelne Schulsozialarbeiter ihre Stelle verlieren. Denn bezahlt werden sie bisher anteilig von der Stadt, dem Landkreis, der EU und aus Mitteln des Bildungs- und Teilhabepakets des Bundes. Eben dieses Paket soll zum Jahresende auslaufen. „Wie es dann weitergeht, ist unklar“, sagt Schulsozialarbeiterin Martina Hadlich, die beim ÖdS das Kollegen-Team zusammenhält. „Wir hoffen, dass das Land diese Finanzierungslücke füllt“, sagt sie. Mehrere Regierungspolitiker hätten das auch bereits signalisiert. „Aber sicher ist eben noch nichts.“

ÖdS-Chef Heinz Kissel ist trotzdem zuversichtlich. „Bisher haben wir immer eine Lösung gefunden“, sagt er. Und immer wieder sei es schwierig gewesen. Obwohl in Greifswald parteiübergreifend die Meinung vorherrscht, dass jede Schule einen Sozialarbeiter braucht, bekamen einzelne dieser Mitarbeiter oft zum Jahresende eine Kündigung. Der Grund: Die Stadt und der Kreis hatten ihren Haushalte noch nicht beschlossen.

„Das ist schon eine belastende Situation“, sagt Franziska Storch, seit sechs Jahren Schulsozialarbeiterin an der Krullschule. „Aber wir alle machen diese Arbeit mit Leib und Seele, darum lassen wir uns nicht abhalten.“ Sie selbst arbeite unter anderem mit Kindern, die Schulfrust entwickelt hätten. „Wenn man dann sieht, wie sie wieder Freude an der Schule bekommen – das ist einfach wunderbar.“

Sybille Marx

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