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Greifswald Schwule, Lesben und Transpersonen in Greifswald
Vorpommern Greifswald Schwule, Lesben und Transpersonen in Greifswald
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14:06 17.02.2019
Thea Courtial von Qube in Greifswald und Projektreferentin Clara Woopen in der Ausstellung Quelle: Eckhard Oberdörfer
Greifswald

 Maximilian Weihs versteht sich als Mann, „übergangsweise als Transmann“. Er malt gern, vor allem im Garten, ein freundlicher Mensch. Seine Geschichte, sein Bild sind Teile der Ausstellung über Lesben, Schwule und Transpersonen in Mecklenburg-Vorpommern in der Geschichte und der Gegenwart, die am Sonnabend im Soziokulturellen Zentrum St. Spiritus eröffnet wurde. Das Interesse an der Schau „WIR*HIER! Lesbisch, schwul und trans* zwischen Hiddensee und Ludwigslust“ war riesig, viele mussten stehen.

„Es ist toll, einfach herrlich, schön, dass es diese Offenheit gibt“, freut sich Maximilian Weihs. „Greifswald ist eine sehr gute Stadt.“ Weihs wurde in Ueckermünde geboren, dort am Stettiner Haff sei es nicht immer einfach gewesen, es habe Schwierigkeiten gegeben. Seit 2012 lebt Weihs in Greifswald, er ist angekommen und sucht wie viele andere, die an dem Abend kamen, Kontakt und Austausch.

Es sei gut, dass sich ein Wandel vollzieht, meinte Oberbürgermeister Stefan Fassbinder (Grüne), der in Ulm aufgewachsen ist. Als dort in den 1980er Jahren der erste Infostand von Lesben und Schwulen auftauchte, habe es noch heftige Debatten gegeben. „Wir haben viel erreicht, aber es ist noch nicht alles so, wie es sein sollte.“

Marek Sancho Höhne bei der Eröffnung. Sancho Höhne leitet das Modellprojekt „un_sichtbar“ im Verein „Lola für Demokratie in Mecklenburg-Vorpommern“. Quelle: eob

Fassbinder erinnerte an den Fall der Fernsehmoderatorin Bettina Böttinger. Diese hatte 2016 im Fernsehen behauptet, dass es für Schule und Lesben in Greifswald nicht sicher sei. Sie würde sich nicht trauen, mit ihrer Frau Hand in Hand durch die Stadt zu gehen. „Ich habe dann mit ihr telefoniert“, berichtete Fassbinder. Die Moderatorin habe sich bei ihrer Äußerung auf Berichte anderer Leute bezogen. Aus ihrem schon vereinbarten Besuch beim vom Aktionsbündnis queer organisierten Tag der Akzeptanz in Greifswald kam es dann doch nicht.

Zum Glück stimme das Bild Böttingers von Greifswald nicht, fasste Fassbinder zusammen, aber wirkliche Gleichstellung sei weiter ein Thema. Schwul, lesbisch oder trans muss ganz alltäglich, muss selbstverständlich, muss sichtbar sein, meint Clara Woopen, Projektreferentin beim Verein Lola für Demokratie in Mecklenburg Vorpommern, der in Kooperation mit der Amadeu-Antonio-Stiftung die Ausstellung konzipierte. „Ich wurde mit meiner Freundin auf dem Greifswalder Boulevard angestarrt“, goß die 24-jährige Historikerin Wasser in den Wein des für jeden offenen Greifswald. Die Bürger müssten für alle Diskriminierungen aufgrund von Geschlechtern oder sexuellen Orientierungen sensibilisiert werden.

Das Podium bei der Ausstellungseröffnung Quelle: eob

„Der regionale Focus ist wichtig“, stellt Thea Courtial, Bildungsreferentin beim Greifswalder Bildungs- und Antidiskriminierungsprojekt Qube in Greifswald, fest. Die 26-jährige Landschaftsökologien ist viel im ländlichen Raum unterwegs und arbeitet mit Schulklassen. In der Ausstellung spielt Greifswald auch aus historischer Sicht mehrfach eine Rolle.

„Wir wollen der Unsichtbarkeit etwas entgegensetzen“, so Marek Sancho Höhne von Lola in ihrer leidenschaftlichen Eröffnungsrede. „Es hat uns immer gegeben.“ Aber eben nicht immer sichtbar, machte Höhne Sanchez am Beispiel der Greifswalder Barockdichterin Sybilla (1621 bis 1638) Schwarz deutlich. Ihre berühmten Liebesbriefe könnten als an eine Frau gerichtet gelesen werden.

Voller Saal in St. Spiritus bei der Eröffnung der Ausstellung Quelle: Eckhard Oberdörfer

Begleitprogramm

Die Ausstellungim Soziokulturellen Zentrum St. Spiritus ist noch bis zum 28. März zu sehen.

Am 28. Februarbeginnt um 17 Uhr die Gesprächsrunde „Transpersonen und Behinderungen“.

Am 19. Märzwird ab 17 Uhr ein Workshop zum Klassismus angeboten.

Am letzten Tag der Ausstellung wird um 19 Uhr eine offene Lesebühne stattfinden.

Im Ergebnis der Ausstellung wird erwogen, die früher im Soziokulturellen Zentrum stattfindenden Party „Rosa Schwof“ wiederzubeleben.

Eckhard Oberdörfer

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