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Greifswald „Seeside“ rocken Strandbad und Stadion
Vorpommern Greifswald „Seeside“ rocken Strandbad und Stadion
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00:00 16.03.2013
Micha, Nico, Nicole, Renaldo, Tobias (v.l. vorn), Hans-Dieter und Hermann (v.l. hinten) sind „Seeside“. Die Band startet durch. Quelle: Peter Binder
Greifswald

Fast unglaublich, aber wahr: Die Greifswalder Band „Seeside“ des Pommerschen Diakonievereins, in der fast ausschließlich behinderte Menschen musizieren, tritt mit international bekannten Künstlern auf. Am 17. August gibt im Strandbad Eldena der englische Sänger Chris Norman, einst Frontmann von „Smokie“, ein Konzert. Seit Mittwoch dieser Woche steht fest: Die Vorband heißt „Seeside“. Das ließ selbst einen gestandenen Musiker wie Michael Turban, der die Band leitet, für einen Moment sprachlos werden. „Alle sind total aus dem Häuschen, vor so viel Publikum zu spielen“, sagt er.

2013 scheint das Jahr von „Seeside“ zu werden. Der Konzertkalender ist gut gefüllt, „wir werden an die 70 Mal auf Tour gehen“, so Turban. Jetzt, da der neue Tourbus vor der Tür stehe, sei das kein Problem mehr. Wo sind die Seesider zu erleben? „Beim Kirchentag Anfang Mai in Hamburg“, ruft Drummer Hans-Dieter aufgeregt. Auch in Duisburg und beim „Rock de Koppel“-Musikfestival in Bad Segeberg sind sie zu erleben, ebenso in Rostock und Güstrow. Und eine zweite CD ist am Entstehen. Die erste Scheibe ist ausverkauft. „Wir nehmen bis zum Herbst zwölf neue Lieder auf, die Texte stehen bereits“, erläutert Turban.

Bereits im April wird es eine Single-Auskopplung geben, Radiosender haben Interesse signalisiert. „Regenbogenfarben“ heißt das Lied, „an dem alle mitgewirkt haben“, wie Sozialpädagogin Constanze Dietze versichert. Sie betreut die Band. Der Text geht ans Herz, die Melodie ist eingängig. „Das könnten alle Radiosender bringen“, ist sich Renaldo, der blinde Sänger, sicher.

Die Musiker von „Seeside“ erfahren viel Zustimmung für ihre Arbeit. Auch deshalb hat Bereichsgeschäftsführerin Birgit Peters entschieden, dass die Musiker ihr Hobby zum Beruf machen dürfen. „Die Band ist jetzt ein eigener Arbeitsbereich“, sagt sie. „Wir dürfen den ganzen Tag Musik machen. Da können wir viel besser üben“, ergänzt Sängerin Nicole. „Für die Bandmitglieder ist das eine große Herausforderung, die sie gut meistern“, schätzt auch Turban ein. So würde jetzt mehrstimmig auf drei Keybords gespielt, weitere Instrumente gelernt. „Wir perfektionieren uns“, sagt er stolz.

Zu „Seeside“ gehört neuerdings auch Hermann Buchwald. Der 21-Jährige, der im Pommerschen Diakonieverein sein freiwilliges soziales Jahr leistete, kann ausgezeichnet mit behinderten Menschen umgehen, spielt selbst mehrere Instrumente und hat Spaß an der Musik von „Seeside“. Jetzt hat ihm die Peter-Warschow-Sammelstiftung für ein Jahr den Arbeitsplatz finanziert, „damit sich die integrative Band weiterentwickeln kann“, wie der Vorstand betont. „Mit Hermann ist es immer lustig“, meint auch Gitarrist Nico.

Der nächste große Auftritt von „Seeside“ wird sportlich: Die Band spielt am 23. März beim Pokalviertelfinale des GSV 04 gegen FC Anker Wismar im Volksstadion die eigens für den Greifswalder Verein geschriebene Hymne. Turban und seine Musiker sprechen von einem großen Ding, „denn die Fußballer des GSV 04 sind alle unsere Fans. Wir lassen das Stadion beben“, versprechen sie.

Das besondere T-Shirt
Die ersten „Seeside“-Shirts sind da — mit ausgesprochen coolen Sprüchen von Hans-Dieter: „Tabletten hab ick mit!“ oder „Ich bin Musiker, da geh ich konsequent anders vor“. Ein Muss für für Fans und Freunde. Die T-Shirts sind für 20 Euro erhältlich in den Größen M, L, XL und XXL.

Weitere Infos unter: www.kopernikus-greifswald.de und auf unserer Facebook-Seite unter www.facebook.com

Cornelia Meerkatz

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