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Greifswald Segler fordern Angelverbot an Bootsliegeplätzen
Vorpommern Greifswald Segler fordern Angelverbot an Bootsliegeplätzen
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00:05 01.06.2016
Angler an einem Liegeplatz in Wieck, das soll im Sommer verboten werden. Quelle: Peter Binder

Der Ryck ist im Frühjahr ein Angelparadies. Auf der gesamten Flusslänge holen Petrijünger Fische aus dem Wasser. Bisher schien das kein Problem zu sein, doch der Schein trügt. Die Segler des Greifswalder Yachtclubs ärgern sich seit langem über Angelutensilien, die auf ihren Booten liegen, über Haken, die in Tauen und Segeln stecken.

Überall dort, wo Schiffe und Boote ihre Liegeplätze im Ryck haben, sollte darum das Angeln verboten werden, fordern die Segler. Christian Radicke, Vorsitzender des Yachtclubs, hat ein entsprechendes Schreiben an OB Stefan Fassbinder (Grüne) und die zuständigen Landes- und Bundesbehörden geschickt.

Beim Kreisanglerverband Ostvorpommern, in dem 2200 Sportler vertreten sind, darunter die Greifswalder, ist man empört. „Wir sollten keine weiteren Verbote schaffen“, sagt Verbandschef Bernd Dickau.

Die Segler hätten keinen „Alleinvertretungsanspruch“ für den Ryck. Alle Probleme ließen sich einvernehmlich und mit gegenseitiger Rücksichtnahme lösen, meint Dickau.

Geht es nach dem Yachtclub, dürften die Angler künftig nur noch von der Straße „Am St. Georgsfeld“ bis zur Marina Ladebow und von dort bis zum Stichkanal in Wieck ihrem Hobby nachgehen dürfen. Die Generalversammlung der Segelsportler habe ihn mit diesem Vorstoß beauftragt, erklärt Radicke. Der Grund: Am Ryck seien immer mehr Angler unterwegs. Infolgedessen würden in Wieck und am Eisenhammer (siehe Karte) Angelutensilien und Haken auf Booten, an Leinen und Tauen gefunden. „Am Eisenhammer ist die Reichweite der ,fliegenden Haken’ so hoch, dass Angelgeschirre in den gegenüberliegenden Leinen und Booten hängenbleiben“, schildert er. Sachbeschädigungen seien die Folge. Außerdem gehe vor allem von Haken mit Widerhaken eine große Verletzungsgefahr aus. Nach Radickes Einschätzung sind insbesondere Angler von außerhalb an den Problemen schuld.

„Wir unterstützen den Vorstoß des Yachtclubs“, sagt Christian Zschiesche, Chef des Akademischen Seglervereins (ASV). Allerdings habe es auf den ASV-Liegeplätzen zwischen der Wiecker Brücke und dem Majuwi sowie der Brücke und dem Hafenamt bisher weniger Probleme gegeben. „Die Lösung sollte aber einheitlich sein“, findet er. Zschiesche schlägt daher im Bereich der Bootsliegeplätze ein Angelverbot von Anfang Mai bis Ende Oktober vor. Unter Beachtung der Gesetze, betont er. Solch eine zeitliche Begrenzung kann sich auch Radicke vorstellen.

Norbert Ahrens, der Vorsitzende der Greifswalder Ortsgruppe, findet, dass die Angler bereits jetzt viel zu sehr in ihrem Sport eingeschränkt werden. „Wir werden an der Küste östlich der Recknitz schon seit Jahren stark durch das Landwirtschaftsministerium reglementiert“, erklärt er. So könnten Angler vom 1. November bis 31. März ohnehin nur sehr eingegrenzt angeln, so Ahrens. Außerdem wolle man nicht für das Verhalten von Leuten bestraft werden, die nicht in Vereinen der Region organisiert seien. Bei eigenen Kontrollen zur Einhaltung der Vorschriften habe man nur sechs bis sieben Prozent Verstöße durch organisierte Angler festgestellt, sagt Ahrens.

„Wir leisten eine umfangreiche Jugendarbeit“, betont er. Auch materiell weniger gut Gestellten biete der Verein eine Heimat. Das dürfe man nicht kaputt machen.

Das Gelände der Greifswalder Angler liegt in Wieck. Davor fänden Angelveranstaltungen für Familien und Kinder statt. Die müsse es auf jeden Fall weiter geben können, fordert Ahrens. Das sei kein Problem, wenn die Sicherheit gewährleistet sei, so Radicke dazu.

Eckhard Oberdörfer

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