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Segler liefern sich heiße Rennen auf vereistem Wasser

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Am Wochenende war das Achterwasser Austragungsort der Meisterschaften im Eissegeln / Geschwindigkeiten um 100 Km/h möglich

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Mit einer Geschwindigkeit von 100 Kilometern pro stunde fährt Bernd Zeiger. FOTOS (4): KATHARINA AHLERS

Von Katharina Ahlers Zempin. Minusgrade, Sonnenschein und Wind – die Bedingungen auf dem Achterwasser vor Zempin am Sonnabendvormittag sind ideal für die Internationale Deutsche Meisterschaft (IDM) im Eissegeln. 44 Sportler aus Deutschland, den Niederlanden, Polen und Dänemark setzen die Segel ihrer DN-Eisyachten. Dann fahren sie gemeinsam drei Kilometer raus auf das zugefrorene Gewässer – unter ihren Booten sind jeweils drei Kufen befestigt, die laut über die 15 Zentimeter dicke Eisschicht kratzen.

OZ-Bild

Am Wochenende war das Achterwasser Austragungsort der Meisterschaften im Eissegeln / Geschwindigkeiten um 100 Km/h möglich

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„Solche Bedingungen haben wir selten. Es ist perfekt“, sagt Segler Ernst August Schorling aus Bargfeld-Stegen. „Oft ist die Strecke mit Schnee behaftet und daher ruckelig.“ Mit seinem kleinen Holzboot war der Schleswig-Holsteiner bereits im Sommer auf dem Achterwasser unterwegs. „Als ich gehört habe, dass die Meisterschaft hier stattfindet, war ich glücklich“, sagt der 60-Jährige. Erst am Mittwoch war die Fläche als Austragungsort von Eis-Scouts ausgewählt worden. Deutschlandweit wird nach der idealen Bahn gesucht. Knapp zwei Kilometer lang ist die Runde, auf der sich die Segler in diesem Jahr elf Wertungskämpfe liefern.

„Ich ehrgeizig, immerhin gilt es, einen Titel zu verteidigen“, sagt der amtierende Deutsche Meister und zweifache Europameister Bernd Zeiger. Der 50-Jährige eissegelt seit 30 Jahren und ist Landessekretär der „Deutschen DN Eissegelflotte“. „Wenn man einmal anfängt, wird man es nie wieder los.“

Früher ist der Kieler im Sommer viel gesegelt, irgendwann zog es ihn dann auch im Winter aufs Wasser. „Ich mag das Tempo, das man zurücklegt – teilweise mehr als 100 Kilometer pro Stunde“, erklärt er.

Nach den Vorbereitungen stellen sich die Athleten mit ihren Booten in einer Reihe auf und warten auf das Startzeichen von Jakob Kuba. Kaum hat der 28-Jährige mit der großen Fahne gewunken, geht es los. Tief graben sich die Kufen der Eisyachten in das frische Eis und hinterlassen Kerben auf der glatten Fläche. Mit hohem Tempo gehen die Wettkämpfer in die Kurven, bewegen die Segel zum Wind und liefern sich ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Erst in der zweiten Runde können sich die ersten Kontrahenten von der Menge absetzen.

„Die Hälfte der Segler startet von rechts, die andere von links. Es wird um zwei Markierungen gefahren. Wer nach drei Runden als Erster im Ziel ist, gewinnt den Durchgang“, erklärt Eissegler Torsten Siems. „Dabei gibt es jedoch diverse Vorfahrtsregeln zu beachten.“ An diesen scheitert Ernst August Schorling im ersten Rennen. „Ich war eigentlich gut“, meint er. „Aber dann musste ich etwa zehn Fahrer durchlassen.“ Bernd Zeiger lacht. „Und ich habe davon profitiert“, sagt er augenzwinkernd.

Für die Männer steht jedoch der Spaß im Vordergrund – bei dem nicht-kommerziellen Wettbewerb gibt es weder Sponsoren noch Preisgeld. „Das Wichtigste ist, dass nichts passiert“, sagt Schorling. Seit acht Jahren nimmt er an zahlreichen Wettbewerben teil. Fit hält er sich beim Kraft- und Ausdauertraining. „Bei diesen Geschwindigkeiten muss man sich auf die Lenkung konzentrieren. Ein kleiner Reißer an der Kufe und man fliegt weg, wie ein Motorradfahrer, der sich auf der Straße langmacht.“

Nach elf Wertungsrunden werden am Sonntag die Sieger in verschiedenen Kategorien gekürt. Gesamtsieger wird Thomas Ebler aus Dänemark, der den Seniorenpreis gewinnt. Auf dem zweiten Rang landet Martin-Björn Schneider, der als bester Deutscher zudem Deutscher Meister wird.

Die Platzierungen

Gesamtwertung:

1. Thomas Ebler (26),

2. Martin-Björn Schneider (34), 3. Holger Petzke (39), 4. Jost Kolb (46),

5. Thomas Hubar (65),

6. Marek Stefaniuk (67),

7. Ben Kloos (81), 8. Bernd Zeiger (94), 9. Anja Fiedler (99), 10. Diedric van Riemsdjik (103), 11. Jan

Hada (112), 12. Jörg Bohn (113), 13. Lars Orum (114), 14. Hans Ebler (124),

15. Michael Hotho (134),

16. Christian Seegers (135), 17. Lars Muller (164), 18. Poul Jorgensen (166), 19. Aki Forstmann (172), 20. Sebastian Obermeier (182), 21. Knut Peters (203), 22. Ernst August Schorling (204), 23. Martin Vanwettum (217), 24. Wulf Kroglowski (243),

25. Hermann Heide (246) Weitere Infos:

www.eissegeln.org

OZ

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