Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Segler sollen zum Jahresende räumen
Vorpommern Greifswald Segler sollen zum Jahresende räumen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:01 28.11.2016
Das Betreten des Stegs ist nun verboten. Der Investor hat extra noch eine Bretterwand vordem Wasser aufbauen lassen. FOTOS (2): ECKHARD OBERDÖRFER

. Im September kündigte die A4RES Group aus Bautzen eine Investition von 18 Millionen Euro in vier Jahren in Riemserort an. Häuser am Brooker Weg wurden schon gestrichen und Straßen werden saniert. Doch es gibt auch Streit. Der Riemser Seglerverein soll sein Gelände an der Gristower Wiek räumen. Den Zugang zum Steg hat A4RES-Eigentümer Torsten Grüber gesperrt. Sein Anwalt wirft den Sportlern vor, sie hätten das Pachtgelände „verlottern“ lassen.

Zur Galerie
Investor spricht von Verwahrlosung des Geländes in Riemserort / Verein weist alle Vorwürfe zurück

Ein großer Findling liegt auf dem Weg zum Bootshaus. Grüber hat für den bis 2019 laufenden Pachtvertrag eine außerordentliche Kündigung zum 31. Dezember ausgesprochen.

Die Bautzener haben in Riemserort 220 Wohnungen und weitere leerstehende Bauten auf der Landzunge vor der Forschungsinsel gekauft. Der Bereich an der Gristower Wiek ist das Filetstück. Im neuen Ortszentrum sollen Dienstleister angesiedelt und Wohnungen gebaut werden. Auch eine Gaststätte mit Blick zum Hafen und die Sanierung des von den Seglern gepachteten Bootshauses sind geplant. Grübers Rechtsanwalt Romeo Pusch hat indes dem Verein per Schreiben vom 5. September ein komplettes Nutzungsverbot ausgesprochen. Die Stromversorgung wurde unterbrochen. In der Begründung beruft sich Pusch unter anderem auf ein Gutachten, das nach einer Begehung am 3. September erstellt wurde. „Es existiert ein Zustand, der durchgängig als gesundheits- und teilweise lebensgefährdend angesehen werden muss.“ In anderen Schreiben ist von „Verwahrlosung“ und „Verlotterung“ die Rede. Der Briefwechsel Puschs mit dem Vertreter des Vereins, dem Greifswalder Anwalt Rainer Steffens, füllt einen dicken Ordner. Grüber selbst will sich zum Streit nicht äußern.

Seglervereinsvorsitzender Mark Schröder weist die Vorwürfe zurück. „Herr Grüber beruft sich auf ein Gefälligkeitsgutachten. Viele Vorwürfe sind konstruiert.“ Dass für dieses Papier nun auch noch der Verein bezahlen soll, kann Schröder nicht nachvollziehen. Es stimme auch nicht, dass die A4RES Group drei Container Müll und einen mit Flaschen vom Vereinsgelände holen musste. „Auf unserem Gelände lag das nicht“, sagt er. „Das ist eine phantasievolle Behauptung“, kommentiert Steffens.

Zwar habe man sich als Verein in der Vergangenheit um die Werterhaltung bemüht, aber grundsätzlich sei natürlich der Verpächter zuständig. Das war der bis Mitte 2016 die Baubetreuung Neubrandenburg (BBN), die so gut wie nichts in den Erhalt ihrer Immobilien in Riemserort investierte. Der Verein habe das Grundstück von der BBN kaufen wollen. „Wir sollten 900000 Euro zahlen, das können wir nicht“, sagt Schröder. „Das vom Verein gepachtete Gelände mit Bootshaus und Bootssteg ist ganz ansehnlich. Jedes unserer Mitglieder fasst mit an.“ Auch den Vorwurf der unzulässigen Untervermietung an den Riemser Angelverein weist Schröder zurück.

„Das Angebot, die jetzige niedrige Pacht auf eine ortsübliche zu erhöhen, hat Herr Grüber ,lachend’ abgelehnt.“ Inzwischen habe der Verein die Nase voll.

Auch ein Vergleichsangebot des Vereins, das Gelände zum 31. Mai zu räumen, wollten die Bautzener nur akzeptieren, wenn der Verein das strittige Gutachten und die Kosten der angeblichen Beräumung bezahlt. Ferner sollten die Segler schon zum 30. April verschwinden. Das sieht der Verein nicht ein. Nun müssen wahrscheinlich die Gerichte entscheiden. „Es ist sehr ärgerlich, dass die Jugendausbildung nicht mehr in einem geschützten Gewässer wie der Gristower Wiek stattfinden kann“, setzt Schröder hinzu. Und wo solle man so schnell mit den Booten hin? „Sie stehen auf Trailern, die zum Teil keine Straßenzulassung haben“, nennt der Vereinsvorsitzende ein Problem.

Riemser Segelverein

Die Sportler nutzen das Gelände in Riemserort seit 1949.

Der aktuelle Pacht- und Nutzungsvertrag wurde 1990 mit dem heutigen Friedrich-Loeffler-Institut geschlossen. Laut dem aktuellen Pachtvertrag von 1995 werden das Bootshaus, eine unmittelbar angrenzende Halle, ein Bootssteg, das Bollwerk und Uferfläche.

Zum Verein gehören 47 Mitglieder, 20 Gastlieger sowie acht Kinder und Jugendliche. Darunter sind acht aus Riemserort, der Rest wohnt in Greifswald und der näheren und weiteren Umgebung. Der Verein verfügt über 42 Boote.

Mark Schröder ist seit 2013 Vorsitzender. Er hat das Segeln im Riemser Seglerverein gelernt, Der 34-jährige Greifswalder ist seit 28 Jahren Mitglied und vertritt die Familie in der vierten Generation.

Eckhard Oberdörfer

Mehr zum Thema

Das EU-Parlament will die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei einfrieren, Präsident Erdogan misst dem keine Bedeutung zu. Er sieht sich schon nach Alternativen um - ausgerechnet bei Putin, der im Umgang mit der Türkei einen ganz anderen Stil als die EU pflegt.

24.11.2016

Infoabend des DFB vermittelte den Trainern die frontale Situation in der Offensive

25.11.2016

„Wir brauchen uns vor niemanden verstecken, das haben wir nicht zuletzt bei der Niederlage in Stralsund gesehen. Das Ergebnis war mit 32:25 zwar deutlich, allerdings spiegelt dies nicht den Spielverlauf wieder. André Paetow Trainer der HSV-Frauen

25.11.2016

Redaktions-Telefon: 03 834 / 793 687, Fax: - 684 E-Mail: lokalredaktion.greifswald@ostsee-zeitung.de Sie erreichen unsere Redaktion: Montag bis Freitag: 9.30 bis 19 Uhr, Sonntag: 10 bis 17 Uhr.

28.11.2016

Die von einem Theologieprofessor geschaffene Einrichtung gilt auch als erstes jüdisches Museum

28.11.2016

Der Bärtige kam, begrüßt von Raketen. mit der „Hanne Marie zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes

28.11.2016
Anzeige