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Greifswald Sein Markenzeichen sind aus Stein gehauene Köpfe
Vorpommern Greifswald Sein Markenzeichen sind aus Stein gehauene Köpfe
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00:00 19.07.2016
Der Dresdner Bildhauer Peter Makolies verbringt viele Wochen des Jahres im Lieper Winkel. Fotos (2): Ingrid Nadler

„Sie gefällt mir, weil sie von großer Schlichtheit ist“, sagt der Bildhauer Peter Makolies von der aus Feld- und Ziegelsteinen erbauten Kirche in Liepe. „Und sie ist zehnmal so alt wie ich“, fügt der fast 80-Jährige dann schmunzelnd hinzu. Der renommierte Künstler ist in Dresden zu Hause, fühlt sich mit Ehefrau Angelika jedoch seit fast 40 Jahren mit dem Lieper Winkel verbunden. Ihr blaues Haus in Warthe mit seinem schönen Bauerngarten davor ist ein beliebtes Fotomotiv und auf zahlreichen Postkarten zu finden.

Dresdner Bildhauer Peter Makolies ist seit 40 Jahren mit dem Lieper Winkel verbunden

Die Lieper Kirche ist von großer Schlichtheit.“Peter Makolies, Bildhauer aus Dresden

Seit der Bildhauer von der Gemeinde vor zwölf Jahren in Liepe einen Arbeitsplatz pachten konnte, verbringt der Dresdner viele Wochen des Jahres auf Usedom. Hier bearbeitet er ausschließlich Feldsteine aus nordischem Granit, die in der Umgebung gefunden oder etwa beim Abriss alter Scheunen zutage befördert werden. Das Markenzeichen des Künstlers sind seine aus Stein gehauenen Köpfe, die im In- und Ausland Beachtung finden. Von Anfang an hat Makolies die alte Kirche in Liepe interessiert, deren 800-Jahr-Feier unmittelbar bevorsteht. Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins „Dorfkirchen am Lieper Winkel“, der sich um die Sanierung der mittelalterlichen Gotteshäuser in Liepe, Morgenitz und Mellenthin verdient macht.

„Bei Gottesdienstbesuchen ist mir in einer Nische immer wieder ein Christusbild ohne Rahmung aufgefallen. Die Leinwand hing wie ein Lappen herunter“, beschreibt der Künstler, wie ihm der Verfall förmlich ins Auge gesprungen war. „Mit Genehmigung des damaligen Pastors Friedrich von Kymmel habe ich die Leinwand dann mit nach Dresden genommen und einer versierten Restauratorin übergeben, die das Christusbild kostenlos überholt hat. Die Kirche hat ihr dafür einen Urlaub in Morgenitz spendiert. Wir haben dann einen schwarzfarbenen Keilrahmen anfertigen lassen und unser Sohn Johannes hat das Bild wieder zurück nach Liepe gebracht.“

Später hat Makolies den Altar- Prospekt repariert, dessen Krone abgebrochen war. Den Überlieferungen nach soll dies in der Nazizeit wegen der hebräischen Schriftzeichen geschehen sein. „Das hat immer einen traurigen Anblick geboten, sodass ich beschlossen habe, das in Absprache mit der Denkmalpflege zu verändern. Der Tischler Werner Schmurr aus Morgenitz hat die Krone nach meinem Entwurf aus starken Brettern ausgesägt und ich habe sie illusionistisch bemalt. Historische Vorlagen waren leider nicht aufzutreiben.“

Und auch mit seinem eigenen Metier hat sich Makolies eingebracht. Seit zehn Jahren hat sein „Schmerzensmann“ als Dauerleihgabe einen festen Platz an der Kirche. Und bevor der Bildhauer jetzt nach Berlin abgereist ist, wo er in der neuen Ausstellung „Kunst in der DDR“ im Gropius-Bau vertreten ist, hat er mit Hilfe von Reinhard Plötz noch einen Schönheitsfehler am Mauerwerk der Kirche ausbessern lassen. „Pastor Fricke hatte noch die richtigen Ziegel.“

Bleibt nachzutragen, dass die Lieper Kirche nicht zum ersten Mal Glück mit besonderen Förderern gehabt hat. Die musikalische Familie Schulze aus Warthe hat vor Jahren durch Konzerte Spendengelder für die damals reparaturbedürftige Orgel eingeworben, die das heute 88-jährige Familienoberhaupt zu Gottesdiensten noch immer bedient.

Ingrid Nadler

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