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Greifswald Seltener Biber siedelt sich an Usedoms Innenküste an
Vorpommern Greifswald Seltener Biber siedelt sich an Usedoms Innenküste an
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00:00 16.04.2013
Zinnowitz

Seit Jahren ist der Biber in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Vormarsch. Inzwischen hat er auch die Insel Usedom erreicht. Am alten Holzgraben westlich des neuen Zinnowitzer Yachthafens am Achterwasser liegen seit kurzem Bäume kreuz und quer. Wer genauer hinsieht, erkennt an den zum Teil abgeknickten Stämmen deutlich die markanten Fraßspuren des großen Nagers. In unserer Region war der Biber einst weit verbreitet, bis er im 19. Jahrhundert nahezu ausgerottet wurde. Nun erobert er seine alten Lebensräume zurück.

Für Diplom-Biologin Franziska Neubert kommt der Befund nahe Zinnowitz nicht überraschend. „Der Biber breitet sich in unserem Land stetig aus und der Bestand wird noch dichter werden“, meint die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Gesellschaft für Naturschutz und Landschaftsökologie in Kratzeburg bei Neustrelitz. „Auch am Usedomer See und am Kölpinsee hat sich der Biber nachweislich wieder angesiedelt.“ Weitere Meldungen erreichten unsere Redaktion in jüngerer Zeit aus Hohensee und auch aus Wehrland unweit von Lassan, wo vor und hinter der Straßenbrücke ein deutlichen Anstauen des Bebrowbaches zu beobachten ist.

Alle drei Jahre erfolgt laut Expertin Neubert in MV eine Kartierung zur Ermittlung des Bibervorkommens. „Im nächsten Winter steht von Oktober bis April die nächste Untersuchung an“, sagt sie. Auch auf Usedom würden die Reviere analysiert. Bibervorkommen gebe es unter anderem auch im Anklamer Stadtbruch, an der Zarow bei Ueckermünde, an der Tollense sowie entlang der Peene, die sogar als optimales Habitat gilt. „Die Größe der Reviere hängt von der jeweiligen Nahrungsgrundlage ab“, erklärt Franziska Neubert. Durchschnittlich beanspruche ein erwachsenes Exemplar etwa einen Flusskilometer für sich.

Die Ausbreitung des Bibers spielte in MV auch auf politischer Ebene bereits eine Rolle. Seitens der Linksfraktion des Schweriner Landtags wurde die Forderung nach Managementplänen zum Umgang mit den Nagern in Gebieten mit dichter Population erhoben. Die Interessen von Landwirten sowie von Wasser- und Bodenverbänden müssten beachtet werden, hieß es. An den Stellen, an denen Aktivitäten der Nager durch das Anstauen von Fließgewässern zur Überflutung landwirtschaftlicher Flächen führen, könnten so genannte Bibertäuscher zum Einsatz kommen, so Neubert. Es handele sich um künstliche Drainagen, die den Wasserstand an den Staudämmen der Nager regulieren. Dämme und Burgen zu zerstören, sei eine Straftat.

Siegfried Trieglaff und Tom Schröter

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