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Senat: Hochschulangehörige sollen Toleranz vorleben

Greifswald Senat: Hochschulangehörige sollen Toleranz vorleben

Die Promotion eines bekannten Neonazis durch den Juraprofessor Ralph Weber sorgt international für Aufsehen / Das Hochschulparlament geht auf Distanz

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Ralph Weber auf einer AfD-Demonstration. Er ist Direktkandidat der Alternative für Deutschland für die Landtagswahl.

Quelle: Oliver Cruzcampo

Greifswald. Wer an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität arbeitet, der soll für Vielfalt, Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit einstehen. Das beschloss gestern Nachmittag auf Initiative der Studenten der Akademische Senat einstimmig. Diese Tugenden, so heißt es in dem Appell weiter, sollen die Hochschulangehörigen vorleben. Ferner wird auf das Leitbild der Hochschule verwiesen, das sich an diesen Werten orientiere.

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Die Promotion eines bekannten Neonazis durch den Juraprofessor Ralph Weber sorgt international für Aufsehen / Das Hochschulparlament geht auf Distanz

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Die Erklärung ist eine Reaktion auf das nationale und internationale Medienecho auf die Promotion des 31 Jahre alten Cottbuser Rechtsanwalts Maik B. durch den 2009 von Rostock nach Greifswald versetzten Arbeitsrechtsprofessor Ralph Weber (die OZ berichtete).

Maik B., bis zum Bekanntwerden seiner politischen Einstellung Richter auf Probe in Bayern und Sänger einer rechtsradikalen Band, hat für einige Schlagzeilen gesorgt. So widmete beispielsweise die Frankfurter Allgemeine Zeitung dem Greifswalder Fall einen langen Beitrag mit der Überschrift: „Doktortitel für Nazi. Wenn der Professor das rechte Auge zudrückt“. Doktorvater Ralph Weber wurde in den letzten Jahren mehrfach Rechtsextremismus vorgeworfen. Der AfD-Kandidat für die Landtagswahl wurde beispielsweise kritisiert, weil er in der Uni Kleidung der bei Rechtsradikalen beliebten Marke „Thor Steinar“ trug. Im März wählte ihn der Senat nicht in einen Ausschuss, weil er ein Frauenbild vertrete, das der Gleichberechtigung von Mann und Frau entgegenstehe.

„Ich war jetzt in den USA und wurde von verschiedenen Kollegen dreier Universitäten angesprochen, was an meiner Hochschule los sei“, sagte der Politikwissenschaftsprofessor Hubertus Buchstein auf der Sitzung verärgert. Es sei unbedingt nötig, Zeichen dagegen zu setzen, und zwar öffentlich.

Gegen eine Verlegung der Debatte um den Antrag in die nichtöffentliche Sitzung sprach sich unter anderem auch der studentische Senator Hannes Nehls aus. Er riet, das Internet zu befragen. Dann werde jeder den Schaden sehen, den dieser Fall schon angerichtet habe. Man dürfe sich nicht „dem Duckmäusertum ergeben“, forderte Nehls.

Um einen Teil des studentischen Appells wurde im Senat allerdings lange debattiert. Der Vorschlag, dass das Rektorat einen Foto- und Designwettbewerb zu diesem Thema initiieren soll, fand Beifall.

Eine Anregung, die man gern aufgreife, betonte Rektorin Johanna Eleonore Weber. Die Studenten schlugen aber vor, die zugehörige Vernissage im Juristenhaus Domstraße 20 zu veranstalten. Dort hat Weber sein Büro. Allerdings habe die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 26 Kollegen, die so alle in eine bestimmte Ecke gestellt würden, wehrten sich Professoren gegen die Festlegung. Schließlich einigte man sich auf Vorschlag des Theologieprofessors Michael Herbst auf eine Wanderausstellung, die an prominenten Orten der Universität gezeigt werden soll.

Im nichtöffentlichen Teil der Senatssitzung wurde über mögliche Konsequenzen für Professor Ralph Weber diskutiert.

Von Eckhard Oberdörfer

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