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Sollen Mieten von Rentnern nicht erhöht werden dürfen?

Greifswald Sollen Mieten von Rentnern nicht erhöht werden dürfen?

Die Altersarmut wird in den kommenden Jahren in Greifswald zunehmen. Davon ist Rudi Duschek vom Seniorenbeirat überzeugt.

Greifswald. Die Altersarmut wird in den kommenden Jahren in Greifswald zunehmen. Davon ist Rudi Duschek vom Seniorenbeirat überzeugt. Immer mehr Menschen gehen in den Ruhestand, die unterbrochene Erwerbsbiografien und eine kleine Rente haben. „Gleichzeitig steigen die Wohnungskosten. Das ist ein großes Problem“, sagt Duschek. Die Arbeitsgruppe Bezahlbarer Wohnraum hat Vorschläge gesammelt, um Altersarmut entgegenzusteuern.

Erik von Malottki (SPD) fordert beispielsweise einen Mietsteigerungsstopp für Menschen ab 70 Jahren. „Wir müssen verhindern, dass Rentner sich die Miete nicht mehr leisten können und umziehen müssen“, sagt von Malottki. Ein Umzug bedeute außerdem nicht immer eine günstigere Wohnung. Viele ältere Menschen wohnen bereits Jahrzehnte in ihrem Heim, zahlen deswegen geringe Mieten. Diese seien kaum noch vergleichbar mit den aktuellen Preisen am Markt. Carola Rex, die für die CDU in der AG sitzt, warnt: „Das könnte dazu führen, dass Vermieter ihre Wohnungen nicht an Menschen vermieten, die älter als 60 sind, weil sie die Miete dann bald nicht mehr erhöhen können.“

Jörn Roth, technischer Vorstand der WGG, hält den Vorstoß für nicht umsetzbar. Jedes Gebäude nutze sich über die Jahre ab. „Wenn wir keine Mieten erhöhen können, können wir kein Geld zur Seite legen für notwendige Sanierungen“, so Roth. Die Wohnungen müssten dann dauerhaft im alten Zustand bleiben. „Das Haus entspricht dann irgendwann nicht mehr den Standards.“

Auch Andreas Koch, Leiter der Wohnungswirtschaft der WVG, kann sich einen Mietsteigerungsstopp für Menschen ab 70 Jahren nicht vorstellen. Allerdings: „Wir wollen niemanden herauskegeln, sondern betrachten den Einzelfall und finden eine Lösung“, sagt Koch. Er sieht nicht die alte Generation als die benachteiligte an: „Ein junger Mensch muss für die Rente selbst vorsorgen, ein alter Mensch musste das nicht mehr machen.“

WGG-Vorstand Roth weiß, dass es alten Menschen schwerfällt, umzuziehen: „Alte Bäume verpflanzt man nicht so leicht.“ Trotzdem sei es mitunter notwendig, wenn beispielsweise der Partner stirbt und die Wohnung für einen alleine viel zu groß oder das Arbeitszimmer einfach nicht mehr notwendig ist. „Es macht Sinn, in solchen Fällen die Wohnung zu verkleinern. Dann passt der Mietpreis auch wieder besser.“

Katharina Degrassi

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