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Sommerromanze mit Peenestromblick

Wolgast Sommerromanze mit Peenestromblick

In Wolgast laufen die Proben für das Open-Air-Theater „In Sachen Adam & Eva“

Wolgast. Keine zwei Wochen sind es mehr bis zur Premiere: Wenn sich am 29. Juni um 19 Uhr auf dem nördlichen Teil der Wolgaster Schlossinsel erstmals der Vorhang für das Sommertheater „In Sachen Adam & Eva“ hebt, soll jede Szene sicher sitzen. In praller Sonne, aber auch wenn’s kalt ist, proben daher die Schauspieler der Vorpommerschen Landesbühne Anklam und Eleven der Zinnowitzer Theaterakademie Vorpommern intensiv für die Inszenierung des turbulenten Stücks von Rudi Strahl auf der Schlossinsel-Bühne.

Die Kulisse mit Berliner Fernsehturm, Mokkamilcheisbar, Wolkenkratzer, Leuchtturm und zwei alles überspannenden Regenbogen erhebt sich dort, wo einst das Residenzschloss der Herzöge von Pommern-Wolgast thronte. Wenn die Bühnenakteure nach Wolgast kommen, um ihre Parts einzustudieren, versuchen Neugierige schon mal, durch den Zaun hindurch einen Blick auf das noch verborgene Geschehen zu erhaschen. Ganz Verwegene haben in diesen Tagen sogar versucht, gewaltsam in das Innere der Spielstätte einzudringen. Doch Schauspieler Torsten Schemmel vertrieb die ungebetenen Gäste mutig mit einer Axt (Siehe Info-Kasten).

Die Zuschauer auf den Sitzreihen, die insgesamt etwa 620 Theaterbesuchern Platz bieten werden, blicken während der etwa 30 Vorführungen der Sommerromanze in Richtung Peenestrom. Die große Brücke lugt blau leuchtend über das Bühnenbild. Zum ersten Mal wird an diesem Ort Theater gespielt. Das Terrain ist also Neuland sowohl für Darsteller als auch für Schauspielpublikum. Regisseurin Birgit Lenz ist trotzdem guter Dinge, dass das Open-Air-Spektakel in der alten Herzogstadt – ebenso wie vormals am Usedomer Stadthafen – ein Erfolg wird. Denn: Das Stück, das das Ensemble spielen wird, hat, obwohl es inzwischen schon fast 50 Jahre alt ist, nichts von seinem Charme verloren. Außerdem bringt der Schuss Ostalgie zusätzlichen Spaß.

Zwei junge Leute wollen heiraten. Sie kennen sich allerdings erst seit drei Wochen und so landen sie, anstatt auf dem Standesamt, vor einem Gericht. Dieses soll entscheiden, ob eine Ehe für die beiden Hauptakteure sinnvoll ist, die Beziehung also dem Alltag trotzen kann, oder das Paar bis zum Ja-Wort noch eine Weile warten muss.

Sie, Eva Müller, in der Ausbildung zur Säuglingsschwester, er, Adam Schmitt, Autoschlosser – in der damaligen Zeit ein Beruf, in dem man keine Geldsorgen hatte. Trotzdem gibt es da Herausforderungen, die es in sich haben: Wohnen bei der Mutter, Armeezeit. Anwalt und Gegenanwältin legen sich mächtig ins Zeug – aber wie wird das Hohe Gericht entscheiden?

Das Publikum wird auch an der Musik aus den 1970-er, 80-er und 90-er Jahren sein Vergnügen haben. Hartnäckige Ohrwürmer, wie zum Beispiel „Zeit, die nie vergeht“ von Perl, „Verliebte Jungs“ von Purple Schulz, „Kleine Mädchen“ von Tino Eisbrenner, „Er gehört zu mir“ von Marianne Rosenberg und Sillys „Die wilde Mathilde“ wecken einerseits Erinnerungen an das eigene frische Verliebtsein und andererseits in der Nachfolgegeneration neues Interesse an den kultigen Hits.

Die Wolgaster Schlossinsel-Festspiele stehen in der Tradition der heiteren, anspruchsvollen Sommerereignisse, welche die Vorpommersche Landesbühne Anklam seit vielen Jahren an mehreren Spielorten auf der Insel Usedom, in Anklam und in Barth für Einheimische und Urlauber bietet. Wolgasts Verwaltung hat zugesagt, dass die Stadt die Festspiele logistisch unterstützen und sich für ein Sponsoring einsetzen werde, um das kulturelle Engagement auch finanziell zu honorieren. Die Schlossinsel- Festspiele sollen zur Tradition werden.

Premiere: am 29. Juni; gespielt wird bis zum 27. August jeweils montags, mittwochs, donnerstags und sonnabends immer um 19.30 Uhr; Karten unter ☎ 03971/ 2688800

online: www.vorpommersche-landesbuehne.de

Martina Krüger und Tom Schröter

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