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Sowjetischer Kommandant wurde Kita-Namenspatron

Greifswald Sowjetischer Kommandant wurde Kita-Namenspatron

Als Karin Horn am 14. April 1970 in die Feldstraße kam, war der neue Kindergarten noch lange nicht fertig.

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Karin Horn, Maria und Pawel Sineoki, ein NEG-Mitarbeiter und Bürgermeister Dieter Krohn am Tag der Namensverleihung.

Quelle: privat

Greifswald. Als Karin Horn am 14. April 1970 in die Feldstraße kam, war der neue Kindergarten noch lange nicht fertig. „Das war noch ein Rohbau, wir hatten kein Spielzeug und keine Räume“, erzählt die erste Leiterin der neuen Einrichtung. Sie wurde für den Volkseigenen Betrieb (VEB) Nachrichtenelektronik Greifswald (NEG) gebaut, nach der Wende Siemens. Das NEG hat hier selbst investiert. Laut einem OZ-Bericht wurde am 1. Mai eine erste Halle mit 60 Plätzen übergeben. Erweiterungen seien nötig, hieß es damals, denn das Durchschnittsalter der NEG-Frauen betrage 22 Jahre. 180 Plätze sollten es bis Ende 1972 werden.

Der Kindergarten erhielt den Namen des ersten sowjetischen Stadtkommandanten von 1945, Pawel Mironowitsch Sineoki, der mit seiner Frau Marina aus diesem Anlass nach Greifswald kam. „Beide waren liebevolle Menschen, die sich sehr für unseren Kindergarten interessiert haben. Sie wollten auch etwas über das Erziehungskonzept wissen“, erinnert sich Karin Horn. Die Frau des Generalmajors war Deutschlehrerin, das erleichterte den Kontakt. Nach dem OZ-Bericht sagte der von der Ehrung berührte Sineoki: „Ich möchte, daß die Kinder, die hier heranwachsen, der DDR alle Ehre machen. Ich werde immer mit ihnen in Verbindung bleiben.“ Tatsächlich sei Sineoki auch nach der Einweihung häufig nach Greifswald gekommen. Karin Horn fuhr mehrfach nach Moskau.

„Über die schlimmen Geschichten, die es 1945 in Greifswald gegeben haben soll, haben wir nicht gesprochen“, erzählt Karin Horn. „Ich denke, dass Pawel dagegen angegangen wäre.“

Eines habe Sineoki bei der Einweihung des Kindergartens kritisiert. „Ich hatte kein Militärspielzeug gekauft, was eigentlich zur Grundausstattung gehörte“, erzählt Horn. „Pawel sagte, dass man das haben müsste, weil man lernen muss, für den Frieden zu kämpfen.“ Sineoki habe den Wunsch geäußert, dass es bei seinem nächsten Besuch Militärspielzeug gebe. Als Geschenk hatten die Sowjetbürger übrigens ein Flugzeug, eine TU 104, und eine Matroschka mit 13 Puppen dabei. Das sei bei den Kindern ganz toll angekommen.

 

eob

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