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Spannende Landratswahl: Dirk Scheer tritt an

Greifswald Spannende Landratswahl: Dirk Scheer tritt an

Mit dem Sozialsenator des Kreises (parteilos) gibt es nun drei Kandidaten

Greifswald. Nach wochenlangem Dementi, jetzt das Ja: Dirk Scheer, Sozialdezernent des Landkreises, tritt als Kandidat für den Posten des Landrates in Vorpommern-Greifswald an. Ambitionen werden dem 56-Jährigen seit Monaten nachgesagt. „Es war für mich ein längerer Prozess, gerade weil ich als unabhängiger Kandidat ohne Parteiapparat viele praktische und juristische Dinge klären musste“, sagt Scheer. Er habe sich bewusst entschieden, nicht in eine Partei einzutreten und auch nicht für eine bestimmte Partei anzutreten. „Egal welches Parteibuch man hat, man ist dann bestimmten Zwängen unterworfen“, sagt Scheer. „Ich würde mich aber freuen, wenn mich andere demokratische Parteien und Wählergruppen unterstützen. Ich möchte ein möglichst großes Spektrum abdecken“, so Scheer weiter.

 

OZ-Bild

Landratskandidat Dirk Scheer (parteilos).

Quelle: Foto: Degrassi

Im Mai wird in Vorpommern-Greifswald ein neuer Landrat gewählt. Durch Scheers Kandidatur werden die Karten neu gemischt. Der CDU-Kandidat Michael Sack, Kreistagspräsident und Bürgermeister von Loitz, galt bislang als Favorit. Einzige Gegenkandidatin war zunächst die Greifswalder Wissenschaftlerin Monique Wölk (SPD), die außerhalb der Hansestadt wenig bekannt ist und wegen ihrer geringen Erfahrung selbst in der eigenen Partei umstritten ist.

Scheer ist seit 2012 Sozialsenator des Landkreises und dank seines Postens im gesamten Landkreis bekannt. Ob Feuerwehrfest oder Ball – Dirk Scheer ist überall anzutreffen. Er gilt als innovativer Förderer, hat beispielsweise mit dem Projekt Landrettung millionenschwere Fördergelder eingeworben, um neue Wege bei der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum zu gehen. Seine wichtigsten Wahlkampfthemen sind lebenswerte Bedingungen im ländlichen Raum durch bessere Infrastruktur, einen besseren öffentlichen Personennahverkehr, schnelleres Internet sowie ausreichend und gute Kitas und Schulen.

Zwar ist die CDU in Vorpommern-Greifswald traditionell stark. Doch in den Landratswahlkämpfen 2001, 2008 und 2011 unterlagen die christdemokratischen Kandidaten stets gegen Barbara Syrbe (Linke). Sie tritt nicht erneut an, sagte aber im vergangenen Sommer im OZ-Interview, dass sie sich freuen würde, „wenn es jemand aus dieser engagierten Verwaltung schafft, neuer Landrat zu werden.“ Ob Syrbe damals bereits Scheer im Blick hatte? Die Linkspartei erklärte gestern auf jeden Fall sofort, sie wolle Scheer als Landratskandidaten unterstützen. „Dafür haben wir einstimmig im Vorstand ausgesprochen“, sagt die Kreisvorsitzende Jeannine Rösler. Scheer werde sich den Mitgliedern vorstellen. Im März entscheidet die Basis offiziell. Damit dann alles glatt geht, will auch die Landtagsabgeordnete Mignon Schwenke (Linke) bei den Genossen für Scheer werben. „Sein Agieren in sozialen Dingen entspricht unseren Vorstellungen“, so Schwenke.

Unentschlossen sind hingegen die Grünen. „Wir werden den Kandidaten unterstützen, der am ehesten grüne Positionen vertritt“, sagt Ulrike Berger vom Kreisvorstand. Das könnten sowohl Monique Wölk als auch Dirk Scheer sein.

Vollkommen überrascht von der Kandidatur Scheers zeigte sich gestern Frank Hardtke von der Kompetenz für Vorpommern. Er war fest davon ausgegangen, dass es neben Michael Sack (CDU) keinen weiteren Kandidaten gibt, der für eine Unterstützung in Frage komme. Die Wählergruppe sei deswegen bisher auf Sack-Kurs gewesen. „Das müssen wir erstmal besprechen“, sagt Hardtke.

Die AfD will auf ihrem Parteitag am 21. Januar in Wolgast einen Landratskandidaten küren. Bekannt ist bislang lediglich, dass zwei Männer für den Posten kandidieren wollen, die derzeit kein politisches Mandat innehaben. Über die Namen habe die Partei Stillschweigen vereinbart.

Zur Person

Dirk Scheer lebt mit seiner Frau und ihren zwei Kindern in Greifswald. Er hat drei eigene Kinder, die bereits erwachsen sind. Scheer wurde in Demmin geboren. Er machte eine Ausbildung zum zoologischen Präparator, studierte Jura in Berlin und arbeitete als Jurist im Kernkraftwerk Lubmin. 1990 wurde er Leiter der Bürgerschaftskanzlei in Greifswald, wechselte 1994 als Chef ins Jugendamt.

2012 wurde Scheer Kreisdezernent. Die Linksfraktion hatte ihn aufgestellt.

Katharina Degrassi

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