Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Greifswald Sperrung der Anklamer Straße: Händler und Pendler genervt
Vorpommern Greifswald Sperrung der Anklamer Straße: Händler und Pendler genervt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:20 08.10.2018
Die Baustelle in der Anklamer Straße ärgert Kunden, Pendler und Gewerbetreibende. Quelle: Anne Ziebarth
Greifswald

Seit der Vollsperrung der Anklamer Straße aufgrund von Rohleitungsarbeiten liegen bei betroffenen Autofahrern und Einzelhändlern die Nerven blank. „Jeden Morgen ärgere ich mich“, sagt zum Beispiel Ute Schuldt aus Kirchdorf bei Greifswald. „Ich kann jedes Mal auf dem Weg zur Arbeit 20<TH>Minuten mehr Fahrtzeit einplanen – und auf dem Rückweg genauso.“ Auch bei den Gewerbetreibenden in der Anklamer Straße ist die Stimmung schlecht. „Wir bemerken schon, dass wir seit der Sperrung deutlich weniger Kunden haben“, sagt Michael Gräfe von der KfZ-Werkstatt pit stop in der Anklamer Straße. „Insbesondere kleinere Aufträge, die man quasi im Vorbeifahren erledigen lassen kann, wie etwa Glühlampenwechsel, fallen weg.“

Weitere Baustelle kommt ab 15. Oktober

Sperrung noch bis Ende November

Die von den Stadtwerken eingerichtete Baustelle wurde notwendig, weil die Trinkwasser-Hauptversorgungsleitung saniert werden muss. Eigentlich sollte es bei einer halbseitigen Sperrung bleiben, eine mangelhafte Bauausführung einer beauftragten Firma führte jedoch zu irreparablen Schäden, so dass jetzt die gesamte Anklamer Straße bis Ende November gesperrt ist. Bei den Stadtwerken bedauert man die Verzögerung und drückt aufs Tempo. „Mit dem aktuellen Fortgang der Arbeiten sind wir sehr zufrieden. In den vergangenen zehn Arbeitstagen wurden bereits 120 Meter Rohleitung saniert“, so Sprecherin Steffi Borkmann. „Auch die Druckprobe der bereits verlegten Versorgungsleitung, von der aus die Anliegeranschlüsse abgehen, war erfolgreich. Die Leitung ist dicht.“

Durchfahrt zu allen Händlern ist möglich

Theoretisch ist die Durchfahrt zu den Einzelhändlern und Supermärkten sowie zum Autohaus und der Augenklinik möglich. Die Einfahrt zum Lidl erfolgt über die Rathenaustraße und eine provisorische Parkplatzauffahrt; der Netto-Markt, das Autohaus Greif und das Augenzentrum sind über die Europa-Kreuzung erreichbar. Kunden würden sich allerdings von den „Durchfahrt gesperrt“ und „Sackgasse“-Verkehrszeichen abschrecken lassen, vermutet KfZ-Meister Michael Gräfe. Auch im Autohaus Greif ist man mit der Situation nicht glücklich. „Die Schilder, die auf die mögliche Durchfahrt hinweisen, sind sehr klein“, meint Verkaufsleiter Matthias Möller. „Die Stammkunden machen sich zwar den Weg. Aber im Gebrauchtwagenbereich haben wir deutlich weniger Kunden.“ Den Händlern in der Anklamer Straße entstehe ein großer Schaden, so Möller. „Und dabei möchte man doch Geschäfte in der Innenstadt haben.“

„Die Zuwegung zur Praxis wurde von den Stadtwerken gut beschildert“, meint hingegen Jens Krüger vom Ärztehaus „Augen im Zentrum“. „Patienten, Fahrdienste und Krankentransporte erreichen uns zuverlässig. Wir erleben eine sehr gut organisierte Baustelle, die unsere nicht unerheblichen Patientenströme jederzeit sicherstellt.“ Bei den beiden Discountern Lidl und Netto wollte man sich offiziell zwar nicht zu möglichen Umsatzeinbußen äußern, die Situation auf den Parkflächen der beiden Supermärkte spricht aber für sich. Nur wenige Fahrzeuge standen am Wochenende auf den Parkflächen. „Sicherlich haben die Märkte Einbußen“, vermutet Ute Schuldt, die auf ihrem Weg von der Arbeit in der Rosenapotheke häufig noch Besorgungen macht. „Sonst ist es doch immer knackvoll.“

Verspätungen im Personennahverkehr

Richtig voll ist es dafür auf der Wolgaster Straße, die von vielen Autofahrern nun als Alternative zur Anklamer Straße genutzt wird. Dort staut sich die Fahrzeuge, vor allem im Berufsverkehr. Das betrifft auch den öffentlichen Personennahverkehr. „Der Verkehrsbetrieb ist derzeit teilweise mit Verspätungen bis zu 30 Minuten unterwegs. Unsere Busse können sich nur dem Verkehr auf den Straßen Greifswalds unterordnen“, bedauert Stadtwerke-Sprecherin Steffi Borkmann. „Die Busse werden aufgrund der Fahrplanverschiebungen wiederholt über die Leitstelle zur Einsortierung in den regulären Fahrplan eingewiesen. Die versäumten Bedienungen werden in den dynamischen Fahrgastinformationsanzeigen deaktiviert. Dies betrifft seit letzter Woche zu unserem Bedauern immer wieder mehrere Fahrten.“

Gespräche mit allen Gewerbetreibenden im Vorfeld

Gerüchte über mögliche finanzielle Entschädigungen der Händler, beispielsweise durch Rabatte für die Kunden der Einzelhändler, dementierte Stadtwerke Sprecherin Steffi Borkwart. „Es wird keine Entschädigungen geben“, teilte sie mit. Man habe im Vorfeld das Gespräch mit den Gewerbetreibenden gesucht. „Auch während der Arbeiten sind wir als Ansprechpartner jederzeit erreichbar und kümmern uns vor Ort um die beste Zufahrtsmöglichkeit, um die Beeinträchtigungen für die Anlieger so gering wie möglich zu halten“, so Borkmann. „Dennoch gibt es natürlich verständlichen Unmut, aber auch sehr viel Verständnis und Akzeptanz. Dafür möchten wir uns ausdrücklich bedanken.“

Bis zum 30. November sollen die Bauarbeiten noch dauern. Bis dahin bleibt den Autofahrern nur Geduld und ein Blick ins Internet. Auf der Seite www.sw-greifswald.de gibt es ein Bautagebuch mit den Fortschritten.

Im Zuge der Bauarbeiten für die Renaturierung des Ketscherinbachs müssen sich die Verkehrsteilnehmer ab 15. Oktober auf erhebliche Verkehrsbehinderungen einstellen. Wie das Abwasserwerk mitteilte, wird für die Koitenhäger Landstraße entgegen der ursprünglichen Planungen eine Einbahnstraßenregelung in Richtung Ernst-Thälmann-Ring eingerichtet. Dies betrifft den Abschnitt zwischen der Rigaer Straße und dem Ernst-Thälmann-Ring. Verkehrsteilnehmer, die in Richtung Lubmin unterwegs sind, werden über die Anklamer Straße und den Karl-Liebknecht-Ring zur Wolgaster Straße geführt. Diese Verkehrsführung wird voraussichtlich ein Jahr lang aufrechterhalten.

Anne Friederike Ziebarth

Oberligist verliert beim Greifswalder FC nach starker Leistung 0:1. Am Freitag treffen beide Teams im Pokal erneut aufeinander.

08.10.2018

Verdiente
0:2-Niederlage in der Fußball-Verbandsliga. Torhüter Matthias Passow pariert einen Strafstoß.

08.10.2018

GFC-Reserve bringt drei Punkte mit nach Hause. Sieg gegen den SV Nordbräu teuer erkauft.

08.10.2018