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Greifswald Sperrung der Anklamer Straße: Händler und Pendler genervt
Vorpommern Greifswald Sperrung der Anklamer Straße: Händler und Pendler genervt
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00:00 09.10.2018
Die Bauarbeiten an der Anklamer Straße dauern voraussichtlich bis zum 30. November. Quelle: Foto: Peter Binder
Greifswald

Seit der Vollsperrung der Anklamer Straße aufgrund von Rohrleitungsarbeiten liegen bei betroffenen Autofahrern und Einzelhändlern die Nerven blank. „Jeden Morgen ärgere ich mich“, sagt zum Beispiel Ute Schuldt aus Kirchdorf bei Greifswald. „Ich kann jedes Mal auf dem Weg zur Arbeit 20 Minuten mehr Fahrzeit einplanen – und auf dem Rückweg genauso.“ Auch bei den Gewerbetreibenden in der Anklamer Straße ist die Stimmung schlecht. „Wir bemerken schon, dass wir seit der Sperrung deutlich weniger Kunden haben“, sagt Michael Gräfe von der Kfz-Werkstatt pit stop in der Anklamer Straße. „Insbesondere kleinere Aufträge, die man quasi im Vorbeifahren erledigen lassen kann, wie etwa Glühlampenwechsel, fallen weg.“

Die von den Stadtwerken eingerichtete Baustelle wurde notwendig, weil die Trinkwasser-Hauptversorgungsleitung saniert werden muss. Eigentlich sollte es bei einer halbseitigen Sperrung bleiben, eine mangelhafte Bauausführung einer beauftragten Firma führte jedoch zu irreparablen Schäden, so dass jetzt die gesamte Anklamer Straße bis Ende November gesperrt ist. Bei den Stadtwerken bedauert man die Verzögerung und drückt aufs Tempo. „Mit dem aktuellen Fortgang der Arbeiten sind wir sehr zufrieden. In den vergangenen zehn Arbeitstagen wurden bereits 120 Meter Rohrleitung saniert“, so Sprecherin Steffi Borkmann. „Auch die Druckprobe der bereits verlegten Versorgungsleitung, von der aus die Anliegeranschlüsse abgehen, war erfolgreich. Die Leitung ist dicht.“

Theoretisch ist die Durchfahrt zu den Einzelhändlern und Supermärkten sowie zum Autohaus und der Augenklinik möglich. Die Einfahrt zum Lidl erfolgt über die Rathenaustraße und eine provisorische Parkplatzauffahrt; der Netto-Markt, das Autohaus Greif und das Augenzentrum sind über die Europa-Kreuzung erreichbar.

Kunden würden sich allerdings von den „Durchfahrt gesperrt“ und „Sackgasse“-Verkehrszeichen abschrecken lassen, vermutet Kfz-Meister Michael Gräfe. Auch im Autohaus Greif ist man mit der Situation nicht glücklich. „Die Schilder, die auf die mögliche Durchfahrt hinweisen, sind sehr klein“, meint Verkaufsleiter Matthias Möller. „Die Stammkunden machen sich zwar den Weg. Aber im Gebrauchtwagenbereich haben wir deutlich weniger Kunden“ Den Händlern in der Anklamer Straße entstehe ein großer Schaden, so Möller. „Und dabei möchte man doch Geschäfte in der Innenstadt haben.“

Bei den beiden Discountern Lidl und Netto wollte man sich offiziell zwar nicht zur Situation äußern, die Situation auf den Parkflächen der beiden Supermärkte spricht aber für sich. Nur wenige Fahrzeuge standen am Wochenende auf den Parkflächen. „Sicherlich haben die Märkte Einbußen“, vermutet Ute Schuldt, die auf ihrem Weg von der Arbeit in der Rosenapotheke häufig noch Besorgungen macht.

„Sonst ist es doch immer knackvoll.“ Richtig voll ist es dafür auf der Wolgaster Straße, die von vielen Autofahrern nun als Alternative genutzt wird. Das betrifft auch den öffentlichen Personennahverkehr. „Der Verkehrsbetrieb ist derzeit teilweise mit Verspätungen bis zu 30 Minuten unterwegs. Unsere Busse können sich nur dem Verkehr auf den Straßen Greifswalds unterordnen“, bedauert Stadtwerke-Sprecherin Steffi Borkmann.

Gerüchte über mögliche finanzielle Entschädigungen der Händler, beispielsweise durch Rabatte für die Kunden der Einzelhändler, dementierte Stadtwerke Sprecherin Steffi Borkmann. „Es wird keine Entschädigungen geben“, teilte sie mit. Bis zum 30. November sollen die Bauarbeiten noch dauern. Bis dahin bleibt den Autofahrern nur Geduld und ein Blick ins Internet. Auf der Seite www.sw-greifswald.de gibt es ein Bautagebuch mit den Fortschritten.

Bauarbeiten

Die Vollsperrung der Anklamer Straße bleibt voraussichtlich bis Ende November aufrecht. Gesperrt ist die Straße ab der Kreuzung Rudolf-Breitscheid-Straße/Brinkstraße bis zur Einmündung der Johann-Stelling-Straße. Die Zufahrt zu den Gewerbetreibenden ist durch die Anklamer Straße möglich.

Verschärft wird die Verkehrssituation ab dem 15. Oktober. Dann wird wegen Bauarbeiten am Ketscherinbach die Koitenhäger Landstraße nur als Einbahnstraße Richtung Ernst-Thälmann-Ring befahrbar sein. Der Verkehr in Richtung Lubmin wird über die Anklamer Straße und den Karl-Liebknecht-Ring geführt.

Anne Ziebarth

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