Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 4 ° Regenschauer

Navigation:
Fußballfusion: GFC startet in Verbandsliga

Greifswald Fußballfusion: GFC startet in Verbandsliga

Die Verantwortlichen des neuen Vereins wollen die Region voranbringen — mit einem sportlichen Rückschritt.

Voriger Artikel
Pommern kämpft um den Klassenerhalt

Die Kicker des GSV 04 (im Bild Sven Berndt, rot) spielen künftig gemeinsam mit denen des FC Pommern (Tom-Melvin Schmidt, links).

Quelle: Fotos: wf, rs

Greifswald. In den letzten Wochen war es ruhig geworden um den neuen Fußballverein Greifswalder FC, der aus den beiden großen Clubs der Hansestadt, dem FC Pommern Greifswald und dem Greifswalder SV 04, hervorgehen soll. Deren Vorstände werkelten intensiv an einem gemeinsamen Konzept für die neue Spielzeit. Gestern nun wurden die Spieler und Offiziellen beider Vereine über die neuen Entwicklungen informiert und erste Vertragsgespräche geführt.

Die größte Überraschung: Der GFC wird den ihm zustehenden Startplatz in der sechsthöchsten Spielklasse, der Oberliga Nord, nicht nutzen. Die Mannschaft soll stattdessen eine Etage tiefer in der Verbandsliga MV mitmischen. Bereits am Montag hatten die Vorstände auf einer gemeinsamen Sitzung den hierzu nötigen Vertrag unterzeichnet und somit den Weg für eine Übernahme der Mannschaften in den GFC geebnet.

Einig sind sich die Beteiligten, dass mit dem gemeinsamen Weg „die Voraussetzungen geschaffen werden, die Qualität und Attraktivität des Fußballs in der Stadt Greifswald und der Region zu erhöhen“. Ziel sei es laut einer gestern Abend herausgegebenen Erklärung, die Traditionen des Greifswalder Fußballs zu erhalten und auf einem höheren Niveau fortzusetzen.

Eine neue Vereinsleitung wird sich erst auf der nächsten ordentlichen Mitgliederversammlung zur Wahl stellen, bis dahin führt der Vorstand des dann in GFC umbenannten Greifswalder SV den Verein — der Vorstand des derzeitigen Oberligisten FC Pommern nimmt als Beirat an den Sitzungen ebenfalls teil. Der Vorsitzende des GSV, Michael Lüdeke, der somit auch im Greifswalder FC die Führung übernehmen wird, äußerte sich zufrieden über die erzielte Einigung: „Wir hatten das Ziel, eine bestmögliche Lösung für alle Parteien zu erreichen. Ich bin froh, dass wir zu diesem Punkt gefunden haben. In den kommenden Wochen werden wir die formellen Schritte erfüllen und auch Details über die personelle Besetzung bekanntgeben."

Mit Wirkung zum 1. Juli verpflichtet sich der GSV 04 die bereits von den Mitgliedern beschlossenen Änderungen des Vereinsnamens, der Vereinsfarben und des Geschäftsjahres vorzunehmen. Alle FC Pommern-Mitglieder können im Anschluss an ihre außerordentliche Kündigung, die bis zum 30. Juni erfolgen sollte, dann auf Antrag in den neuen Verein aufgenommen werden und erhalten dort ihre neue Spielberechtigung ab dem 1. Juli.

Die Vereinsstruktur sieht neben der Verbandsliga-Truppe zwei weitere Herren-Teams vor, die in der Landesklasse sowie — bei einem Aufstieg der aktuellen zweiten Herren des FC Pommern — in der Kreisoberliga am Spielbetrieb teilnehmen werden. Zur Struktur im Nachwuchs- und Frauenbereich konnte noch keine Klarheit geschaffen werden, hier benötige es weitere Abstimmung der Verantwortlichen.

Unklar bleibt vor allem die Zusammensetzung der neuen Verbandsliga-Elf sowie die Frage nach der sportlichen Leitung der Mannschaft. Hier stehe der Vorstand in intensiven Verhandlungen, die zeitnah ihr Ende finden sollen. Die Spieler des FC Pommern haben überwiegend Verträge, die zum Ende der Saison auslaufen. Inwiefern diese unter den neuen Bedingungen fortgesetzt werden, soll mit jedem Einzelnen in den kommenden Wochen besprochen werden — entsprechende neue Verträge wurden bereits vorgelegt. Patrick Henkel, Mitglied im Mannschaftsrat des FCP, äußerte sich zuversichtlich: „Ich war von Anfang an für einen Zusammenschluss, wenn wir für die Region einen Schritt nach vorne machen und gemeinsam in Zukunft besser aufgestellt sind.“ Der bisherige Pommern-Keeper und gebürtige Greifswalder Christian Person analysierte: „Sportlich ist die Entscheidung natürlich erstmal ein Rückschritt, aber langfristig kann es den Greifswalder Fußball voranbringen, da es ein richtiger Neubeginn wird. In den nächsten Tagen gibt es Gespräche und ich kann mir gut vorstellen, auch im nächsten Jahr dabei zu sein.“

„Ich war von Anfang an für einen Zusammenschluss, wenn wir künftig gemeinsam besser aufgestellt sind.“Patrick Henkel, Pommern-Mannschaftsrat

 



Raphael Scheibler

Voriger Artikel
Mehr aus FC Pommern
Die besten Wettquoten der Ostsee gibt es im Bundesliga-Quotenvergleich von SmartBets.