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Greifswald Sportler empört: Neue Kosten drohen
Vorpommern Greifswald Sportler empört: Neue Kosten drohen
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16:46 16.02.2018
Sollen die Vereine künftig auch für die Lagerung ihrer Bälle und anderer Materialien zahlen? Die Bürgerschaft muss entscheiden. Quelle: Foto: Sebastian Heger
Greifswald

Kommen auf Greifswalder Sportvereine neue Lasten hinzu? Das fürchten Vereine und der Sportbund. Denn die Hansestadt will jetzt Verträge für die Aufbewahrung von Sportgeräten wie Matten, Netze und Bälle abschließen. Darüber informierte die Verwaltung.

Das gängige Urteil über Deutschland, hier sei alles genau geregelt, es gebe Vorschriften und Verträge für alles und jedes, trifft in diesem Fall nicht zu. Für die Sportgerätschaften gibt es sie zumindest in vielen Fällen nicht. Diese werden in den Hallen gelagert, ohne dass das bisher ein Problem war. Nun will die Stadt Mietverträge beziehungsweise Nutzungsverträge abschließen. Im Allgemeinen muss ein Mieter einem Vermieter einen Obolus zahlen. Genau das fürchten die Vereine und der Stadtsportbund. Da es sich um Lagerräume handele, sei derzeit keine Förderung über die geltende Satzung möglich, so die Stadt. Einfacher gesagt: Eine Miete kann über die bestehende Sportfördersatzung nicht übernommen werden. Dem Sportbund schwant bei solchen Aussagen Schlimmes. In einer Mitteilung kritisiert er „die Kreativität der Verwaltung, insbesondere des Immobilienverwaltungsamtes, immer neue Einnahmequellen zu erschließen“.

„Ob Geld gezahlt werden muss, ist noch nicht entschieden“, wehrt Stadtsprecherin Andrea Reimann aber auf Nachfrage der OZ ab. Dass es die von der Stadt gewünschten Verträge für die Lagerung von Materialien nicht gibt, kam quasi nebenbei ans Licht. Der Greifswalder Boxclub wünschte sich vernünftige Lagermöglichkeiten für Trainings- und Wettkampfmaterial wie Matten, Boxring und so weiter im Keller der Käthe-Kollwitz-Schule. In dem zur Verfügung gestellten Raum im Keller vergammelte die Ausstattung der Boxer. Ein Jahr lang hätten sie sich vergeblich intern bemüht, ehe sie an die Öffentlichkeit gingen, so der stellvertretende Vereinsvorsitzende, Klaus Bahl, gegenüber der OZ. Die Boxer bekommen nun wie erhofft einen Raum mit Gitter im Fahrradkeller (die OZ berichtete). Das Gitter bezahlt nicht die Stadt, sondern ist „in Abstimmung mit dem Immobilienverwaltungsamt fachgerecht zu installieren und durch den Boxclub zu finanzieren“, heißt es in der Antwort auf eine kleine Anfrage der CDU an Greifswalds Oberbürgermeister. Bei der Beschäftigung mit dem Problem des Boxclubs sei aufgefallen, dass weder für die Boxer noch für viele andere Vereine Vereinbarungen über Lagermöglichkeiten existierten, heißt es.

„80 Prozent der Aktiven des Greifswalder Boxclubs haben einen Migrationshintergrund“, kommentiert der Stadtsportbundvorsitzende Bernt Petschaelis. Dass diese keine Mitgliedsbeiträge bezahlen könnten, sei bekannt. „Wenn es um Integration geht, wird gern auf den Boxclub verwiesen“, stellt Petschaelis fest. Solle er jetzt für Integration bezahlen? Bislang seien sich alle Beteiligten einig gewesen, dass Trainingsmittel und Geräte zur Ausstattung der Halle gehören. Darum sei nichts für die Lagerung zu bezahlen, führt Petschaelis aus. „Für Fußball- oder Handballtore, für Judomatten oder Volleyballanlagen bezahlen die Vereine doch auch nichts“, sagt er und fügt hinzu: „Die Vereine müssen wichtiges Sportmaterial wie Bälle, Badmintonmaterial, Netze und so weiter dauerhaft lagern können.“

Seit Jahren werde davon geredet, dass bei Sanierung und Neubau von Sporthallen Lagerflächen für Sportvereine eingeplant werden müssten. „Das ist mittlerweile Standard“, unterstreicht Petschaelis.

Entschieden ist indes noch nichts. Ob und wie viel für die Lagerung von Sportgeräten bezahlt wird, entscheidet letztlich die Bürgerschaft im Zuge der laufenden Überarbeitung der Sportförderrichtlinie. In diese Diskussion sollen Stadtsportbund und Vereine einbezogen werden.

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